• Mo-Fr: 09:00 - 21:00 | Sa: 10:00 - 20:00 | So: 11:00 - 20:00 Uhr
  • 030 - 700 94 100
Top Kundenservice
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

Tal der Könige

Mythen und Legenden ranken um diesen einzigartigen Ort: Das Tal der Könige ist die weltberühmte Ruhestätte der ägyptischen Pharaonen. Während von 2700 bis 1600 v. Chr. die Könige in den Pyramiden bestattet wurden, begann man gegen 1500 v. Chr., tiefe Schächte in die Felsen eines Wüstentales bei Theben (heute Luxor) zu treiben, um dort die verstorbenen Herrscher zu bestatten.

Das Tal der Könige liegt am Westufer des Nil bei Luxor. Hier wurden vom 16. bis zum 11. Jahrhundert v. Chr. die mächtigen Herrscher des alten Ägypten in tiefen dunklen Schachtgräbern beigesetzt, umgeben von unermesslichen Schätzen. Ein 489 m hohes Felsmassiv mit einer pyramidenförmigen Spitze, von den Einheimischen El-Qurn genannt, symbolisierte eine Art natürliche Pyramide. Im tief eingeschnittenen Tal unterhalb dieses Berges sollten die großen Pharaonen des sogenannten Neuen Reiches ihre letzte Ruhestätte und ihren Weg ins Jenseits finden. Die Araber nennen das Tal „Wadi Biban el-Moluk“, was wörtlich übersetzt „Tal der Tore der Könige“ bedeutet.

Bereits im Altertum war das Tal wegen der Schätze, die den toten Königen als Grabbeigaben mitgegeben wurden, legendär. Als im 19. und 20. Jahrhundert die Archäologen und Ägyptologen die Gräber systematisch erforschten, waren fast alle ausgeraubt und leer. Die meisten wurden schon in der Antike und im Mittelalter geplündert. Lediglich das Grab des Tutanchamun enthielt noch den kompletten Grabschatz. Es zählt noch heute zu den bedeutendsten archäologischen Funden überhaupt.

Auch wenn die Gräber sich dem heutigen Besucher als leere Schächte im Fels präsentieren, ist dennoch von ihrer geheimnisvollen Atmosphäre viel geblieben. Dies liegt an den langen absteigenden Gängen und den zahlreichen Kammern, vor allem jedoch an der symbolgeladenen Wanddekorationen. Sie besteht aus langen Hieroglyphentexten und komplexen Bildwelten. Sie gehören zu den Textgattungen der Unterweltliteratur. Es handelt sich hierbei um die Wiedergabe des geheimen Wissens, das den Priestern und dem Pharao vorbehalten war. Die Texte und Bilder beschreiben die Welt des Jenseits, der Unterwelt, durch die der Sonnengott während der Nacht ziehen muss, um am nächsten Tage verjüngt im Osten wieder aufzugehen. Die alten Ägypter glaubten, dass der Pharao in die Barke des Sonnengottes einstieg und mit diesem und dessen göttlichem Gefolge durch die Unterwelt zog.

Zu den Unterweltsbüchern der Unterweltsliteratur gehört das sogenannte „Amduat“. Der Name bedeutet „Was in der Unterwelt ist“. Es handelt sich um eine Kombination aus Bildregistern und hieroglyphischen Beischriften, die in vielen Königsgräbern des frühen Neuen Reiches, besonders im Grab Thutmosis III. zu finden ist. Im Zentrum stehen die 12 Nachtstunden, während denen der Sonnengott mit seiner Gefolgschaft auf einer Barke durch die Unterwelt fährt. Aus diesem Literaturwerk haben sich weitere „Bücher“ entwickelt, wie das „Höhlenbuch“, das „Pfortenbuch“, das „Buch von der Nacht“, das „Himmelsbuch“ und das „Buch von der Erde“, die je nach Schwerpunktsetzung an den Wänden verschiedener Gräber in Auszügen angebracht sind. Sie alle beschreiben mit bunten Bildern die Wesen, Dämonen, Gottheiten und Landschaften der Unterwelt – ein bizarrer Kosmos voller Phantasiegestalten.

Der Grundgedanke des Ganzen war folgender: Die alten Ägypter glaubten, dass der Sonnengott in einer Barke täglich über den Himmel zieht. Er geht im Osten auf und im Westen unter. Durch seine Bewegung entsteht die Zeit und in der Zeit das Leben. Wird sein Sonnenlauf unterbrochen, steht die Zeit still und die Welt ist im Chaos. Dieses Chaos gilt es zu verhindern. Im zweiten Schritt dachten sich die Ägypter folgendes: In der Nacht, nachdem der Sonnengott im Westen untergegangen ist, muss er wieder zurück, damit er am nächsten Morgen wieder im Osten aufgehen kann. Dieser Weg kann nur durch die Unterwelt gehen, auf der anderen Seiten der Erde, die von den Ägyptern flach gedacht war. Dieser Weg war, nach altägyptischem Glauben, voller Gefahren. Man stellte sich dort alles rückwärts verlaufend vor: die Richtung des Flusses, die Zeit, das Leben. Man dachte an Monster und Dämonen der Finsternis, die sich dem Sonnengott in den Weg stellen. Insgesamt war es ein phantastisches kosmologisches Literaturwerk über den Kampf des Guten gegen das Böse. Die Rituale und Kulte der Priester und Könige sollten den Gottheiten helfen, den Weg durch die Unterwelt zu bestehen und auf diese Weise die Ordnung der Welt aufrecht zu erhalten.

Somit unterscheiden sich die königlichen und priesterlichen Unterweltsbücher deutlich vom ägyptischen Totenbuch, das vielmehr als eine Art Reiseführer ins Jenseits gedacht war. Die Unterweltsbücher waren dagegen eine Anleitung für in die In-Gang-Haltung des Kosmos.

Für die Besichtigung der Gräber und Totentempel in West-Theben muss man sich Eintrittskarten am zentralen Ticketoffice besorgen. Dort bekommt man mitgeteilt, welche Gräber aktuell geöffnet und zugänglich sind. Besonders stark frequentierte Gräber kosten extra. Fotografieren ist in den Gräbern verboten, um die Malereien nicht zu beschädigen, aber auch aus Copyright-Gründen. In manchen Gräbern kann es wegen des Besucherandranges recht stickig werden.

Auswahl an sehenswerten Gräbern:

Aus der 18. Dynastie sind insbesondere die Gräber von Thutmosis III. (KV 34), Amenophis II. (KV 35) und Haremhab (KV 57) sehenswert. Die Abkürzung KV steht für „Kings Valley“. Das Grab von Thutmosis III. beeindruckt durch seine versteckte Lage und ovalen Grundriss sowie ausführlichen Registerdarstellungen des Amduat. Beim Grab des Haremhab dominieren Ausschnitte aus dem „Pfortenbuch“.

Auch aus der 18. Dynastie stammt das berühmte Grab des Tutanchamun (KV 62), das inmitten des Tales liegt. Im Vergleich zu den anderen Königsgräbern ist es eines der kleinsten. Doch wegen seiner Berühmtheit ist es von Touristen stark frequentiert, weshalb es extra Eintritt kostet.

Aus der 19. Dynastie sind für einen Besuch empfehlenswert die Gräber von Ramses I. (KV 16), Sethos I. (KV 17), Ramses II. (KV 7), Merenptah (KV 8) und Siptah (KV 47). Das Grab von Sethos I. gehört zu den schönsten und größten des Tales. Die Wand- und Deckenmalereien zeigen Ausschnitte aus verschiedensten Unterweltsbüchern und astronomische Himmelskarten. Leider ist dieses Grab nur selten für Besucher geöffnet.

Aus der Übergangsphase von der 19. zur 20. Dynastie stammt das Grab der Königin Tausret, das vom Königs Sethnacht weitergenutzt wurde (KV 14). Für die 20. Dynastie sind die Gräber von Ramses III. (KV 11), Ramses IV. (KV2), Ramses V./VI. (KV 9), und Ramses IX. (KV 6) repräsentativ.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

Tal der Könige

Am Westufer des Nils bei Luxor , hinter der Felswand von „ Deir el-Bahari “ und am Fuße des pyramidenförmigen Bergmassivs „el-Qurn“ (arab. für „das Horn“, Höhe: 489 m), liegt in einem tief eingeschnittenen Tal eine der berühmtesten Nekropolen der Welt. Es ist das „ Tal der Könige “ (arab.: „Wadi Biban el-Moluk“, wörtl.: „Tal der Tore der Könige“), der Ort mit den Grabstätten der Pharaonen des Neuen Reiches (15. bis 11. Jahrhundert v. Chr.), unter deren Herrschaft Ägypten eine Blütezeit der Hochkultur und internationaler Bedeutung erfuhr.

Um kaum einen anderen Ort Ägyptens ranken sich mehr Mythen und Legenden als um dieses Tal. Im Gegensatz zur vorangehenden Pyramidenzeit, während der sich die Könige ihr Grabmonument in baulicher Verbindung mit Totentempel und Taltempel geschaffen hatten, wurde unter den Pharaonen des Neuen Reiches das eigentliche Grab von den königlich Kultanlagen räumlich getrennt und statt einer Pyramide ein Felsgrab in die Wand einer natürlichen Pyramide, nämlich des pyramidenähnlichen Bergmassivs bei Theben geschlagen. Hier ruhten verborgen die königlichen Mumien inmitten ihrer prächtigen und golden funkelnden Grabbeigaben in farbig dekorierten Felsgrabanlagen. 64 Gräber wurden bisher entdeckt, doch bis auf das schatzgefüllte Grab des Tutanchamun waren alle bereits geöffnet und ausgeraubt vorgefunden worden. Viele fielen bereits in der Antike den Grabräubern zum Oper und standen über Jahrhunderte offen.

Tal der Könige

Die Wände in den Grabkammern, Gängen und Schächten der Königsnekropole sind mit Texten und Illustrationen der Unterweltsbücher versehen, einer Textgattung der Totenliteratur. In ihnen ist allerdings nicht beschrieben, was das ägyptische Volk sich gemeinhin unter der Unterwelt vorstellte, sondern geheimes kodifiziertes Wissen, welches unter den eingeweihten Priestern tradiert und nach theologischen Erwägungen vertieft, erweitert und systematisiert wurde. Und es war ausschließlich für den königlichen Gebrauch bestimmt. Pharao war als oberster Eingeweihter in die Kenntnis der Jenseitswelt eingeführt, um durch sein Handeln an der Instandhaltung der kosmischen Ordnung mitzuwirken. Erst im 1. Jahrtausend v. Chr. durften die geheimen Texte und Motive dieser Unterweltsbücher auch für die Papyri und Särge nichtköniglicher Personen verwendet werden.

Die klassische Form dieser Unterweltsbücher ist das Amduat. Der Name bedeutet: „Das, was in der Unterwelt ist“. Das Wort Dat/Duat steht für Jenseits bzw. Unterwelt. Eigentlich ist dies auch der Oberbegriff für alle Unterweltsbücher. Das Amduat selbst war mit „Schrift des verborgenen Raumes“ betitelt. Später kamen andere Unterweltsbücher hinzu: zunächst das „Pfortenbuch“, dann das „Höhlenbuch“, „Buch von der Nacht“, „Buch vom Tage“, „Himmelsbuch“, „Buch von der Erde“, um die wichtigsten zu nennen. All diese Werke ringen um ein zentrales Hauptmotiv: Die Fahrt der Sonne über den Himmel der Unterwelt. Beschrieben wird ihr allabendlicher Abstieg hinein, ihre nächtliche Reise hindurch und der morgendliche Aufstieg heraus. Begleitend werden die Naturräume und Wesen der Unterwelt beschrieben: zum einen die Dämonen der Finsternis, die mit ihrem Chaos bringenden Tun den Lauf der Sonne und somit der Zeit unterbrechen wollen, und zum anderen die rechtschaffenden Gottheiten, die den Sonnenlauf begleiten und tatkräftig unterstützen.

Nach altägyptischem Glauben stieg der Sonnengott Re bei seinem allabendlichen Untergang am Westhorizont herab in die Unterwelt, um dort den Jenseitigen zu leuchten und sich auf seinem zwölfstündigen unterirdischen Rückweg zum Osthorizont zu verjüngen und schließlich mit dem Morgenaufgang als erneuertes Sonnengestirn wiedergeboren zu werden. Diese Reise schließt einen zyklischen Kreislauf der Zeit. Sich in diesen Kreislauf einzubinden bedeutete für die alten Ägypter den Tod zu überwinden. Nilschwelle, Jahreszeiten, Tageszeiten, Mondphasen, Sterben und Geburt der Lebewesen, Verjüngung Pharaos durch Thronübergabe vom Vater an den Königsohn, all dies wies auf einen zyklischen Prozess hin: Altern und Verjüngung, Tod und Wiedergeburt. Somit sah man in der Partizipation am Naturkreislauf eine Chance auf Überwindung des Todes. Wichtig war deshalb die Kenntnis des Königs von den unterweltlichen Begebenheiten und kosmischen Zusammenhängen. Pharao war zugleich Sohn des Sonnengottes Re und des Totengottes Osiris. Im Jenseits verschmolzen Re und Osiris zu einer Übergottheit, wenn man so will, denn Osiris wird als Leib des Re und Re als Ba („Seele“) des Osiris beschrieben, oder, wie es in einem ägyptischen Grab (Nefertari) heißt: „Osiris ist es, der in Re ruht: das ist Re, der in Osiris ruht.“

Re, der Sonnengott, fährt nun des Nachts auf seinem Boot und mit seiner Sonnenscheibe durch die Unterwelt. An Bord seines Bootes wird er von einer Mannschaft begleitet, die für einen reibungslosen Ablauf der Fahrt zu sorgen hat. Manchmal wird das Sonnenboot von anderen Booten begleitet. Auf ihrem Weg durch die zwölf Nachtstunden, die manchmal als zwölf Höhlen („Höhlenbuch“) oder ein anderes Mal als kosmische Räume, die von zwölf Toren bzw. Pforten getrennt sind („Pfortenbuch“), beschrieben werden, müssen sie allerlei Gefahren überwinden. Sie müssen sich gegen die Kräfte des Chaos und der Finsternis, gegen böswillige Dämonen und gegen den monströsen Schlangengott Apophis zur Wehr setzen, um den Sonnenlauf nicht unterbrechen zu lassen. Sie ziehen durch das Reich des Unterweltgottes Sokar, vorbei an Feuerseen und überwinden gefährliche Sandbänke. Eine Störung des Sonnenlaufs wäre katastrophal, weil mit dem Sonnenlauf auch die Zeit und somit alles Leben stillstünde. Überall, wo der Sonnengott auftaucht, wird er von allen Wesen der Unterwelt begrüßt. Die Särge der Toten springen auf, und die Toten können für den Moment der Sonnenanwesenheit ihr Jenseitsleben in den Gefilden des Wernes (eine Jenseitsregion) oder auf den Feldern von Jaru (ebenso eine Jenseitsregion) führen, bis die weiterziehende Sonne sie wieder verlässt. Man sieht, wie in manchen Unterweltsregionen die Sündigen und Verdammten unter den Höllenqualen leiden und einem fürchterlichen Gemetzel ausgeliefert sind. Diese Szenen erinnern an die Höllenvorstellungen des abendländischen Mittelalters. An anderem Ort werden die Verstorbenen von Osiris, dem König des Totenreiches, gerichtet und ihrem Platz zugewiesen.

Am übersichtlichsten und zum Einstieg in die Welt der Jenseitsbeschreibungen am ehesten geeignet sind die Darstellungen des Amduat in den Gräbern der frühen 18. Dynastie. Hier ist die Gliederung der zwölf Nachtstunden für den Besucher am leichtesten zu erkennen und zu verstehen. Dargestellt sind immer drei Register, wobei im mittleren hiervon die Sonnenbarke mit ihrer Begleitung unterwegs ist. Im oberen und unteren Register sind all jene Wesen und Szenen beschrieben, mit denen die Sonne auf ihrer Nachtfahrt konfrontiert wird. Typische Begleiter im Bootsgefolge der Sonne sind beispielsweise die Gottheiten Sia („Erkenntnis“), Heka („Zauber“) und Hu („Ausspruch“), göttliche Personifikationen der notwendigen Fähigkeiten, um sich durch die Unwägbarkeiten der anderen Welt zu manövrieren. Sia erkennt die Gefahr, Heka entfesselt die Zauberkraft, um die Gefahren zu bannen, und Hu verleiht durch das Machtwort dem Zauber Wirkkraft. Weitere Weggenossen sind der Upuaut, der „Wegeöffner“ und in doppelter Ausführung die Göttin Ma’at, die dem Bootsgefolge die Richtung weist.

Die Gräber haben von der frühen 18. Dynastie bis zur späten 20. Dynastie eine architektonische Entwicklung durchgemacht. Die früheren Gräber sind kleiner, haben engere Gänge und Schächte und einen nahezu rechtwinkligen Knick in ihrer Achse. Manchmal, wie bei Thutmosis III., haben die Grabkammern einen ovalen Grundriss. In der frühen Ramessidenzeit (19. Dynastie) werden die Gräber größer, die Gänge und Korridore weiter und breiter, und die Achse wird geradliniger, bleibt aber zweiteilig verschoben. In der späten Ramessidenzeit (20. Dynastie) wird eine einheitliche Achse ungebrochen vom Eingang bis zur Grabkammer eingehalten.

Um die Gräber besichtigen zu können, muss man sich zuerst die Tickets besorgen. Am Ticketoffice erfährt man, welche Gräber gerade geöffnet sind, denn periodisch werden viele Gräber geschlossen, damit die Belastung durch touristische Menschenmassen mit ihren Ausdünstungen nicht die Farben der Grabdekorationen angreift. Einige Gräber kosten einen Extrabetrag. Innerhalb der Gräber dürfen keine Führungen stattfinden und keine Fotos gemacht werden.

Stichwortartige Beschreibung der wichtigsten, sehenswerten Gräber (mit Grab-Identifikations-Nummer, „KV“ steht hierbei für „King’s Valley“):

  • Stichwortartige Beschreibung der wichtigsten sehenswerten Gräber (mit Grab-Identifikations-Nummer, „KV“ steht hierbei für „King’s Valley“):
  • Ramses IV. (KV 2): Architektonisch klar gegliedertes Grab aus der 20. Dynastie. Gesamtlänge: 66 m. Breiter, sehr geradlinig an der Achse orientierter Korridor. Darstellungen aus der Sonnenlitanei sowie dem Höhlenbuch, Totenbuch , Amduatbuch und Pfortenbuch.
  • Söhne Ramses’ II. (KV 5): Zwar ist dieses Grab für Besucher nicht zugänglich, sei aber wegen der Aufsehen erregenden Entdeckung erwähnt. Es handelt sich um eine äußerst große und komplexe Grabanlage mit zahlreichen Gängen, Kammern und Korridoren sowie Opferkapellen für Osiris. Grab und Dekoration sind sehr stark zerstört.
  • Ramses IX. (KV 6): Grab aus der 20. Dynastie mit Darstellungen aus der Sonnenlitanei, dem Totenbuch, dem Höhlenbuch und dem Amduat, sowie am Grabkammergewölbe dem Buch vom Tage und dem Buch von der Nacht. Länge: 86 m.
  • Ramses II. (KV 7): Das architektonisch komplexe und mit seinen vielen Kammern überaus große Grab ist für Touristen geschlossen. Das Grab ist beschädigt und die Dekoration stark zerstört. Länge: ca. 100 m.
  • Merenptah (KV 8): Großes Grab der 19. Dynastie mit Darstellungen aus dem Amduat, Pfortenbuch, Totenbuch und der Sonnenlitanei. In der Grabkammer liegt noch der gut erhaltene steinerne Sarkophag. Länge: 115 m.
  • Ramses V/VI. (KV 9): Sehenswertes Grab aus der 20. Dynastie mit gerader Achse und interessanten Darstellungen aus dem Buch von der Erde, dem Höhlenbuch und schöne Darstellungen der Himmelsbücher (Nacht und Tag) an den Decken, insbesondere in der Grabkammer. Länge: 104 m.
  • Ramses III. (KV 11): Großes, komplexes und reich dekoriertes Grab aus der 20. Dynastie mit Darstellungen des Totenbuches, des Amduat, des Pfortenbuches, der Sonnenlitanei und aus dem Buch von der Erde. Hinzu kommen Darstellungen von Götterprozessionen, Kulthandlungen (Mundöffnung) und die berühmten Darstellungen zweier blinder Harfner. Länge: 125 m.
  • Tausret und Sethnacht (KV 14): Zwei in einem: Zunächst war das Grab für die Pharaonin Tausret bestimmt, wurde dann vom Nachfolger Sethnacht für eigene Zwecke ausgebaut. Darstellungen aus dem Totenbuch und dem Pfortenbuch. Länge: 110 m.
  • Ramses I. (KV 16): Kleines Grab aus der frühen 19. Dynastie (um 1290 v. Chr.) mit Darstellungen aus dem Pfortenbuch. Länge: 29 m. Entdecker: Belzoni (1817).
  • Sethos I. (KV 17): Grab aus der 19. Dynastie. Eines der prächtigsten und mit rund 100 m Länge eines der größeren Grabanlagen im Tal. Leider wegen Einsturzgefahr geschlossen. Darstellungen des Amduat, des Pfortenbuches, der Sonnenlitanei, astronomische Himmelsdarstellungen mit Sternenkonstellationen, Ritualdarstellungen. Entdecker: Belzoni (1817).
  • Thutmosis III. (KV 34): Eines der faszinierendsten Gräber der 18. Dynastie. In versteckter Lage. Nur über Treppe erreichbar. Königskammer mit ovalem Grundriss. Darstellungen des Amduatbuches, wobei die Reihenfolge der Nachtstunden nicht konsequent eingehalten ist, sondern die einzelnen Abschnitte nach den Himmelsrichtungen angeordnet sind. Entdecker: Victor Loret (1898). Länge: 55 m.
  • Amenophis II. (KV 35): Ebenfalls ein Grab der frühen 18. Dynastie mit Darstellungen des Amduat. Anordnung der zwölf Nachtstunden in korrekter numerischer Reihenfolge. Rechteckige Grabkammer mit Pfeilern. Entdecker: Loret (1898), Länge: 60 m.
  • Siptah (KV 47): Grab der späten 19. Dynastie mit Darstellungen aus dem Amduatbuch und der Sonnenlitanei. Entdecker: Ayrton (1905). Länge: 90 m.
  • Haremhab (KV 57): Schönes Grab aus der späten 18. Dynastie (um 1300 v. Chr.). Erstmalige Darstellungen des Pfortenbuches. Eigenwilliger Charakter durch blaue Hintergrundfarbe. Entdecker: Ayrton (1908), Länge: 114 m.
  • Tutanchamun (KV 62): Wegen der sensationellen Entdeckung des unberührten Grabschatzes das berühmteste Grab im Tal der Könige. Im Vergleich zu den anderen Gräbern allerdings sehr klein (Länge: 40 m) und einfach dekoriert. Das Grab kostet Extraeintritt und ist touristisch stark frequentiert. Entdecker: Howard Carter (1922).

Auswahl weiterführender Literatur:

  • Hornung, Erik, Ägyptische Unterweltsbücher, Zürich und München 1972.
  • Hornung, Erik, Die Nachtfahrt der Sonne: Eine altägyptische Beschreibung des Jenseits, Zürich 1991.
  • Hornung, Erik, Tal der Könige: Ruhestätte der Pharaonen, Zürich und München 1982.
  • Hornung, Erik, Das Tal der Könige, (Reihe Beck Wissen), München 2002.
  • Reeves, Nicholas und Richard H. Wilkinson, The Complete Valley of the Kings, London 1996.
  • Siliotti, Alberto, Tal der Könige: Die berühmtesten Nekropolen der Welt, Köln 2004.
  • Weeks, Kent R., Luxor und das Tal der Könige, (National Geographic Art Guide), Hamburg 2005.