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Qasr al-Mschatta

Auf dem Flughafengelände des Queen Alia International Airport südlich der Hauptstadt Amman stehen die Ruinen des frühislamischen Wüstenschlosses Qasr al-Mschatta. Die Anlage gilt als Meilenstein der frühislamischen Baukunst. Ein Teil (etwa zwei Drittel) der Fassade steht heute auf der Museumsinsel in Berlin. Sie ist eines der bedeutendsten Monumente der frühislamischen Kunst im Übergang von der spätantiken Traditionen zu einer eigenständigen islamischen Kunst. Von den Ruinen vor Ort waren noch die Grundmauern sowie einige Gewölbe und Rundbögen erhalten. Die Anlage wurde bis 2014 mit Mitteln des Auswärtigen Amtes weitreichend restauriert und teilweise wieder aufgerichtet.

Bereits 1840 wiederentdeckte der britische Archäologe Austen Henry Layard, der später durch seine Ausgrabungen in Mesopotamien berühmt werden sollte, die Ruinen einer bemerkenswerten Palastanlage aus frühislamischer Zeit. Es handelt sich um die Ruinen des Wüsten-Jagdschlosses mit dem heutigen Namen Qasr al-Mschatta (alternativ Qasr Mshatta oder international Qasr al-Mushatta umschrieben und bedeutet so viel wie "Winterpalast" im Sinne eines "befestigten Winterlagers").

Errichtet wurde die Anlage an der Stelle eines Winterlagers der frühen omayyadischen Kalifen. Der Bau wurde womöglich in der Regierungszeit des omayyadischen Kalifen al-Walid II (743–744) begonnen und dauerte wohl bis in die frühe abbasidische Zeit. 

Die Ausmaße des unvollendeten Bauwerks zeigen deutlich die großen Ambitionen der Bauherren. Umgeben war Anlage von einer quadratischen Umfassungsmauer mit einer inneren Seitenlänge von jeweils 144 Metern. Verstärkt war die Außenbefestigung von 25 Turmansätzen. Zentraler Teil der Anlage war ein 57 Meter im Quadrat messender Innenhof und ein großen Thronsaal, zu dem man durch eine dreischiffige Halle gelangte. Um den Hof wurden bei jüngeren Untersuchungen der letzten Jahre umfangreiche Wohnhaus-Grundrisse festgestellt. Die Gesamtanlage entspricht einem typischen Wüsten-Jagdschloss (wie beispielsweise Qusair Amra) mit angeschlossenen Gästewohnungen.

Ein Teil der Frontfassade steht heute im Islamischen Museum (im Pergamon-Museum) der Berliner Museumsinsel. Sie wurde 1903 offiziell als Geschenk des osmanischen Sultans Abdul Hamid dem Deutschen Reich übergeben, sozusagen als Geste der Freundschaft an Kaiser Wilhelm II. Der Kaiser drängte den Sultan zu dem Geschenk, damit auch die Islamische Abteilung ein großes Architektur-Monument habe wie die Antiken-Sammlung mit ihrem Pergamonaltar und dem Milet-Tor oder die altorientalische Sammlung mit der Prozessionsstraße und dem Ischtar-Tor aus Babylon).

Es hatte auch praktische Gründe: In unmittelbarer Nähe der Ruinen befand sich die Baustelle der von den Deutschen betreuten Hedschas-Bahn, die Damaskus mit Mekka und Medina verbinden sollte. Die technische Leitung des Bahnprojektes hatte der deutsche Ingenieur Heinrich August Meißner inne. Man wollte verhindern, dass Steine und Bauteile des alten Palastes für andere Bauten verwendet werden und somit das Kulturdenkmal verschwinden könnte.

Die Frontfassade ist reich mit Reliefs dekoriert. Man erkennt zahlreiche geometrische Ornamente und Andeutungen von Ranken aus Weintrauben, Blättern und Blütenrosetten sowie Darstellungen von Pfauen, Rebhühnern, Greifen und Löwen. Deutlich ist der Einfluss der vorislamischen Kunst erkennbar, besonders aus der byzantinischen Zeit, denn viele Motive lassen sich auch in Mosaiken frühchristlicher Basiliken wiederfinden.

Es wird vermutet, dass die Anlage durch ein Erdbeben so beschädigt worden war und schon im Frühmittelalter aufgegeben wurde.

Literaturhinweis:

Johannes Cramer, Barbara Perlich u.a. (Hrsg.): Qasr al-Mschatta, ein frühislamischer Palast in Jordanien und Berlin, 2 Bde., Petersberg 2016.



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