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Ajloun (Qalaat er-Rabat)

Hoch auf einem grünen Hügel erhebt sich die mittelalterliche Burg Ajloun (Qalaat er-Rabat) aus dem 12. Jahrhundert. Obwohl sie wie eine Kreuzritterburg aussieht, wurde sie von den Arabern errichtet. Die gut erhaltene Burg ist ein Paradebeispiel dafür, wie sehr sich abendländischer und morgenländischer Festungsbau in der Kreuzfahrerzeit gegenseitig beeinflussten.


Video zur Festung Ajloun in Jordanien - © STERN TOURS

Als die Kreuzfahrer im 11. und 12. Jahrhundert das Heilige Land erobert hatten, ließen sie nach europäischem Vorbild zahlreiche Burgen und Festungen errichten, die sie an Vasallenfürsten und deren Ritter verantworteten, um das neu erstandene christliche Königreich Jerusalem gegen die Muslime zu verteidigen. Die Araber ihrerseits taten das Gleiche. Den Herrschern Syriens und Ägyptens war daran gelegen, die Kreuzritter so eng wie möglich auf das Heilige Land begrenzt zu halten und nicht weiter auf islamisches Territorium vordringen zu lassen. Und so bauten auch sie Festungen und Burgen auf Hügeln und an strategischen Punkten, um die Grenzen und Karawanenwege zu sichern.

Eine solche arabische Burg ist die Festung von Ajloun (Qalaat er-Rabat), die auf halber Strecke zwischen Jerash (Gerasa) und dem Jordantal auf einem Hügel thront. Die gut erhaltene Burgruine überragt eine grüne mediterrane Landschaft mit Bäumen und Sträuchern. Die Festung ist in ihrer Geschichte mehrfach umgebaut worden. Doch der Großteil ihrer Bausubstanz stammt aus den Gründungsjahren 1184 bis 1185. Damals ließ der Emir Izz ed-Din Osama die Burg als Grenzfestung gegen die Kreuzritter errichten. Izz ed-Din Osama war General unter dem berühmtem Sultan Saladin, der über Ägypten und Syrien herrschte.

Im Jahre 1187 errang Sultan Saladin in der Schlacht bei Hattin, zwischen Akko und dem See Genezareth gelegen, einen großen militärischen Sieg über die Kreuzritter. Von dieser Niederlage konnten sich die Kreuzfahrer lange Zeit nicht mehr erholen. Nach der Schlacht verloren die Kreuzritter zahlreiche Burgen, weil sie nicht mehr genügend Ritter und Fußvolk hatten, um diese zu verteidigen.

So war es gekommen, dass die Burg von Ajloun nach ihrer Fertigstellung mit keinem Angriff und keiner Belagerung durch die Kreuzfahrer zu rechnen hatte. Sie war sicher und abseits gelegen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Burg besser erhalten ist als viele andere Burgen und Festungen der Kreuzfahrerzeit.

Nachdem die Ayyubiden, die Herrscherdynastie des Sultan Saladin, von den Mameluken abgelöst wurden, die ebenfalls von Ägypten aus regierten, kam auch Ajloun in deren Hand. Die mamelukischen Burgherren ließen in den Jahren 1214 bis 1215 die Festung ausbauen. Sie diente als Schutz- und Trutzburg für die Orte der Umgebung.
Die erste Feuertaufe erlebte die Burg in der Zeit des Mongolensturms. Im 13. Jahrhundert hatten die Mongolen große Teile Innerasiens erobert und waren in die Reiche des Nahen und Mittleren Ostens vorgedrungen. Viele islamische Staaten und Dynastien fielen ihnen zum Opfer. Städte wurden geplündert. Die Kalifenstadt Bagdad wurde zerstört. Schließlich gelangen einige Kriegerhorden der Mongolen sogar bis nach Syrien und Transjordanien vor. Sie sandten Boten nach Kairo und forderten die Unterwerfung der Mamelukenherrscher. Im Jahre 1258 standen sie vor der Burg von Ajloum. Nach erfolgreicher Belagerung konnten die Mongolen die Festung einnehmen und ausplündern. Anschließend verschwanden sie so schnell, wie sie gekommen waren.

Einen endgültigen Sieg über die Mongolen in der levantinischen Region konnten die Mameluken im Jahre 1260 in der Schacht von Ain Dschalut (Ain Djalut), südwestlich des Sees Genezareth erringen. Auf beiden Seiten, sowohl bei den Mameluken als auch bei den Mongolen, waren Vasallenherrscher mit ihren Truppen zusammengezogen, darunter auch Syrer und Kreuzritter. Der Sieg der Mameluken war von großer Bedeutung. Es war zum ersten Mal, dass der Vorstoß der Mongolen im Nahen Osten endgültig zum Stillstand gekommen war. Von da an begann deren Rückzug aus der Region. Dies war der Grund dafür, warum die Mongolen die Festung von Ajloun wieder aufgegeben hatten.

Die Mongolen hatten während ihrer Eroberung nur wenige Schäden in und an der Burg angerichtet. Diese konnten zügig repariert werden. Somit hat die Burg größtenteils bis heute ihre mittelalterliche Gestallt erhalten, welche die Ayyubiden und Mameluken ihr gegeben hatten. Lediglich in osmanischer Zeit, als in der Festung eine türkische Garnison stationiert war, wurden ein paar kleine Veränderungen am Eingangsbereich vorgenommen. Die Schäden, die heute der Burg die Gestalt einer Ruine verleihen, sind nicht auf Kämpfe, sondern auf Erdbeben und fehlende Reparaturen zurückzuführen.

Gestalt und Besichtigung der Festung von Ajloum

Die Burg von Ajloun war zu ihrer Zeit nach den neuesten Erkenntnissen der Festungsbaukunst errichtet worden. Schalenartig auf vier Ebenen angelegt, konnte man im Falle einer Belagerung jede dieser Ebene autonom verteidigen. Solche Vorkehrungen waren notwendig, um Zeit zu gewinnen, bis Nachschub oder ein Ersatzherr von einer anderen Festung zur Unterstützung heranrückte. Die Festungen konnten durch nächtliche Lichtzeichen miteinander kommunizieren und um Hilfe rufen. Auf Dauer war es wegen der fehlenden Versorgung mit Nahrungsmitteln unmöglich einer Belagerung standzuhalten. Diese Lektion hatte man schon in der Antike gelernt. Die Römer hatten bereits bewiesen, dass selbst die als uneinnehmbar geltende Festung von Masada am Toten Meer durch eine effektive Belagerung zu Fall gebracht werden konnte.

Den Kampf gegen die Kreuzritter, gegen die sie ursprünglich gebaut war, musste die Festung niemals aushalten. Doch die Belagerung und Eroberung durch die Mongolen hatte gezeigt, dass trotz der vorbildlichen Bauweise die Burg vermutlich auch den Kreuzfahrern nicht standgehalten hätte. Im Grunde lässt sich die goldene Regel ableiten, dass solche Burgen nur den Vorteil der Zeit mit sich brachten, die man durch die Verteidigung gewinnen konnte, um auf Hilfsheere von außen zu warten.

Die Besichtigung bereitet wegen des guten Erhaltungszustandes und der schönen Aussicht Freude. Große Teile der Burg sind noch immer mit ursprünglicher Bausubstanz überdacht. Für Freunde der Baugeschichte und Festungsbaukunst gibt es viele bauhistorische Details zu entdecken. Man erkennt beispielhaft, wie sehr sich die Architektur der Kreuzfahrer und Araber gegeneinander beeinflusst hatten. Die Festung ist sozusagen das Produkt der Verschmelzung okzidentaler und orientalischer Festungsbaukunst.

Die Festung betritt man durch ein kleines Eingangsportal an der Ostseite. Dann steigt man eine Treppe hinauf, die zu den Erweiterungen der türkischen Zeit gehört. Ein komplizierter Weg durch mehrere Pforten und Toren führt durch die vier autonomen Verteidigungsringe und Burgbereiche. Die Verteidigungsmauern sind aus großen Steinblöcken errichtet. Kleinere Steine hat man dagegen für die Errichtung der Dächer und Kreuzkuppeln verwendet.

Neben ihrer Rolle als Schutz- und Trutzburg war Ajloun im Mittelalter das Verwaltungszentrum der Region. Die Landschaft ist fruchtbar und ertragreich. Im Mittelalter soll sie noch fruchtbarer und grüner gewesen sein. Von der Burg aus konnten die lokalen Statthalter die Region kontrollieren und verwalten lassen. Der arabische Name „Qalaat er-Rabat“ bringt diesen Umstand auf den Punkt, denn er bedeutet so viel die „Burg der (Vor-)Orte“. Inwieweit die Burg auch als Zufluchtsort für die Bauern im Falle von Beduinenüberfällen genutzt wurde, ist nicht belegt. Eine andere Rolle der Burg war die Bewachung der Karawanenrouten von Damaskus nach Jerusalem und Amman .

Im Mittelalter war die Burg von Ajloun Teil einer lange Reihe von Burgen, Festungen und Türmen, die eine Kommunikationskette bildeten. Mit Feuersignalen, Lichtzeichen und Brieftauben konnten wichtige Botschaften von Ort zu Ort vermittelt werden. Dies war auch zur Zeit des Mongolensturms so. Doch schien die Nachricht zu spät gekommen zu sein, um den Verteidigern ausreichend Zeit für Schutzmaßnahmen zu gewähren.

Ajloun (Qalaat er-Rabat)

Ajloun (Ajlun, Qalaat er-Rabat) ist eine gut erhaltene mittelalterliche Burg. Im Gegensatz zu den meisten anderen Burgen in Jordanien ist sie keine Kreuzritterburg, sondern wurde im 12. Jahrhundert von den Arabern als Bollwerk gegen die Kreuzritter errichtet.

Video zur Festung von Ajloun in Jordanien


Die Festung Ajloun ist eine islamische Burg in Jordanien wurde 1184 erbaut - © STERN TOURS

Auf halber Strecke zwischen Jerash (Gerasa) und dem Jordantal erhebt sich in grüner Landschaft auf einem Hügel die mittelalterliche Burgruine von Ajloun („Adschlun“ ausgesprochen), die auch Qalaat er-Rabat genannt wird. Obwohl eine Ruine, ist sie noch gut erhalten. Der größte Teil der Bausubstanz stammt aus dem 12. Jahrhundert, genauer aus den Jahren 1184-1185. Der Emir Izz-ed-Din Osama, der als General unter dem berühmten ayyubidischen Sultan Saladin von Ägypten und Syrien diente, ließ die Burg als Grenzfestung und Bollwerk gegen die Kreuzfahrerstaaten errichten. Doch nachdem Sultan Saladin im Jahre 1187 in der denkwürdigen Schlacht bei Hattin den Kreuzfahrern eine empfindliche Niederlage beigebracht hatte, stellten die Kreuzritter in der Region keine Bedrohung mehr dar, so dass der Burg vorerst eine Feuertaufe in Form einer Belagerung erspart blieb. Deshalb ist sie auch so gut erhalten. Dennoch wurde sie unter den Mameluken in den Jahren 1214 und 1215 an ihrer Südostflanke weiter befestigt. Erst im Jahre 1258 wurde sie von den Mongolen angegriffen, erobert und ausgeplündert. Doch die Schäden blieben gering. Die Mongolen waren schnell wieder abgezogen. Abgesehen von ein paar kleinen Änderungen am Eingang an der Ostseite, die aus osmanischer Zeit stammen, ist die Burg somit eine fast komplett hochmittelalterliche Anlage.

Festung Ajloun - eine islamische Burg in Jordanien - © STERN TOURS

Die Anlage der Burg ist schalenartig auf vier Ebenen angelegt, die im Falle einer Belagerung autonom verteidigt und versorgt werden konnten. Auf diese Weise erhoffte man sich im Notfall Zeit zu gewinnen, in der man sich im Falle der Erstürmung der vorderen Anlagen in hintere zurückziehen konnte, um auf Hilfe von Außen zu warten. Tatsache ist, dass keine Burg jemals einer Belagerung langfristig standhalten konnte, wenn sie nicht bei Zeiten von außerhalb mit Truppen unterstützt und befreit werden konnte. Dies hat man beispielsweise schon in der Antike beim Fall von Masada beobachten können: Die Römer hatten unendlich viel Zeit, die Festung zu belagern und schließlich einzunehmen. Doch diese Erfahrung blieb der Festung Ajloun im Kampf gegen die Kreuzritter erspart. Man kann sagen: zum Glück für die Burginsassen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Burgfestungen jener Zeit war ihre Lage nicht exponiert und hoch gelegen genug, um einem massiven Ansturm standzuhalten. Dies zeigte sich beim Mongolensturm. Die Mongolen konnten ohne Schwierigkeiten die Festung einnehmen. Doch die heute sichtbaren Schäden an der Burg sind größtenteils auf Erdbeben zurückzuführen.

Man betritt die Burg durch einen kleinen Eingang im Osten und steigt zunächst einen Treppengang hinauf, der zu den wenigen Neuerungen aus osmanischer Zeit gehört. Große Teile der Burg sind noch mit ursprünglicher Bausubstanz überdacht. Man muss durch zahlreich Tore und Pforten gegen, um von einem Burgbereich in den anderen zu gelangen. Während die Mauern mit massiven Steinquadern erbaut wurden, verwendete man für die Kreuzkuppeln und Überdachungen kleine unregelmäßige Steine.

Die gesamte Architektur ähnelt stark der Baukunst der Kreuzfahrer. Es wird ersichtlich, wie sehr sich die orientalische und okzidentale Baukunst im Mittelalter gegenseitig beeinflussten. Von den Türmen der Festung hat man eine herrliche Fernsicht. Die Umgebung ist landwirtschaftlich sehr fruchtbar und ertragreich. Die Burg von Ajloun diente lange Zeit sowohl als Schutz- und Trutzburg als auch als Verwaltungszentrum der Dörfer und Siedlungen in der Umgebung. Vermutlich geht ihr Name „Qalaat er-Rabat“ auf diesen Umstand zurück, denn er bedeutet so viel wie „Burg der (Vor-)Orte“.

Zur Zeit der Mameluken soll die Burg zudem Teil einer Kommunikationskette gewesen sein. Wichtige Botschaften wurden damals von Festung zu Festung, von Ort zu Ort mittels Feuersignalen, Lichtzeichen und Brieftauben weitergereicht, um etwa das Herannahen eines Feindes mitzuteilen. Außerdem sicherte die Burg die Karawanenrouten von Damaskus nach Amman und Jerusalem.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg


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