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Wadi Rum - Wüstenlandschaften in Jordanien

Das Wadi Rum zählt zu den schönsten Wüstenlandschaften des Vorderen Orients. Berühmt wurde das breite Wüstental mit seinen hohen und steilen Felsklippen durch den Film „Lawrence von Arabien“. Heute ist die Landschaft ein Refugium für Wüstenwanderer und ideal für Treckingtouren und Jeepsafaris. 2011 wurde das Wadi Rum zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Video zur Tour der Wüstenlandschaft von Wadi Rum


Jeeptour zum Wadi Rum mit beeindruckenden Erlebnissen - © STERN TOURS

Rund 40 km nordwestlich der Hafenstadt Akaba, nicht weit entfernt von der Grenze zu Saudi-Arabien, zeigt sich die jordanische Wüste von besonderer Schönheit. Hier ragen hunderte Meter hoch gigantische Felstürme, Klippen und Felswände aus dem Wüstensand, durchkreuzt von breiten flachen Sandflächen der Wadi-Landschaft. Die Felsen schimmern je nach Lichteinfall und Tageszeit in allen rötlichen, bräunlichen und gelblichen Tönen. Die Rede ist vom legendären Wadi Rum.

Beim Wadi Rum handelt es sich um eine gewaltige Felswüstenlandschaft, die im Laufe der tektonischen Erdbewegungen vor mehr als 30 Millionen Jahren als Ausläufer des großen Grabenbruches entstanden war und durch wind- und regenbedingte Erosion geformt wurde.

Das Wadi Rum ist Beduinenland. Über Jahrtausende zogen durch dieses Gebiet die Handelskarawanen entlang der uralten Handelsrouten. Die wichtigste Route kommt von Südarabien, aus dem Jemen und Oman. Von dort wurde Weihrauch entlang der ostarabischen Gebirge des Hedschas transportiert. Über das Wadi Rum und die Handelsstadt Petra ging es weiter zu den Städten des Mittelmeeres, nach Gaza und Alexandria, oder nach Sidon, Beirut und Tyros.

Wadi Rum Wüste in Jordanien
Wüstenlandschaft Wadi Rum in Jordanien - Quelle: STERN TOURS

Von den alten Zeiten zeugen Inschriften an den Felswänden. Viele stammen aus vorislamischer Zeit und sind in früharabischen Schriften verfasst, dem Thamudischen, Nabatäischen und dem Minaischen. Die Felszeichnungen sind ebenfalls aus dieser Zeit. Manche sind sogar noch wesentlich älter und reichen bis in die Jungsteinzeit (Neolithikum) und Kupfersteinszeit (Chalkolithikum) zurück, d.h. sind mehr als 5.000 Jahre alt.

Der Dschebel Rum (Gebel Rum, 1754 m) und der Dschebel Um Adaami (Gebel Um Adaami, 1882 m) sind die höchste Felsenberg in der Landschaft. Am Fuße des Dschebel Rum wurden archäologische Überreste einen antiken Tempels aus der Zeit der Nabatäer entdeckt Sie stammen aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. und waren Bestandteil einer Siedlung, die noch in römischer Zeit bewohnt war. Zu dieser Siedlung gehörte auch eine antike Brunnenanlage, die via Wasserleitung von einer alten Quelle gespeist wurde. Überhaupt gibt es im Wadi Rum zahlreiche versteckte Quellen. Sie entstanden während feuchterer Zeiten. Das Regenwasser sickerte durch den weichen Sand und porösen Felsboden, bis es auf wasserfeste Schichten stieß und von dort an bestimmten Stellen wieder aus dem Fels quillt.

Lawrence von Arabien und das Wadi Rum

Während des Ersten Weltkrieges gelangte der britische Archäologe, Agent und Offizier des britischen Militärs, Thomas Edward Lawrence, mit einer kleinen Heerschar ostarabischer Beduinenkämpfer in diese Region. Dort verbündeten sie sich mit dem im Wadi Rum lebenden Beduinenstamm der Howeitat. Gemeinsam zogen sie gegen Akaba und konnten die von den Türken gehaltene Stadt einnehmen. Wegen der einfachen Bewaffnung der Beduinen galt diese Eroberung als militärischer Geniestreich, für den Lawrence von den Briten gefeiert wurde. Tatsächlich lag der Trick in der ausspionierten Erkenntnis, dass alle türkischen Waffen und besonders die Artillerie aufs Meer gerichtet waren. Mit einem Angriff aus dem Hinterland hatten die Türken nicht gerechnet.

Die Geschichten rund um T.E. Lawrence waren der Stoff zum Oscar-prämierten Kinofilm „Lawrence von Arabien“. Dieser Film wurde im Jahre 1961 gedreht, bevor er 1962 in die Kinos kam. Viele der Filmaufnahmen waren in Jordanien und insbesondere in der Landschaft des Wadi Rum gedreht worden. So wurde die einzigartige Naturkulisse weltweit berühmt.

Touren im Wadi Rum

Ein Ausflug zum Wadi Rum ist jedem Jordanienreisenden unbedingt zu empfehlen. Er kann auch spontan von Akaba aus gebucht werden. Von dort ist das Wadi mit dem Auto via Straßenroute Nr. 15 in weniger als zwei Stunden Fahrtzeit erreichbar (ca. 70 Kilometer). Vor Ort kann man dann einen Jeep mieten, sich einer Jeepsafari durch die Täler und Wadis anschließen oder sogar hoch zu Kamel die Wüstenlandschaft erkunden. Viele Reisende blieben dort über Nacht, um einmal den klaren Sternenhimmel und die Stille der nächtlichen Wüste erlebt zu haben.

Die dort ansässigen Beduinen sind auf die Wüstentouristen eingestellt. Ein Gästehaus bietet Übernachtungsmöglichkeiten an. Beliebt sind auch die zum Teil komfortablen Zeltlager in der Wüste, wie zum Beispiel das Rahayeb Camp, das seinen Gästen Annehmlichkeiten wie sanitäre Anlagen im Zelt bietet. Bezaubernd sind die abendlichen Beduinenfestessen mit Musik und Tanz.

Für Sicherheit sorgt eine Wüstenpolizeistation. Die Polizeitruppe der Region ist nicht nur per Jeep, sondern auch hoch zu Kamel unterwegs. Die Beduinen in der Region verhalten sich den Touristen gegenüber distanziert, freundlich und höflich.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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