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Siq el-Barid - Little Petra

„Little Petra“ – „Das kleine Petra“ – so lautet einer der Namen der Ruinenstätte Siq el-Barid, rund acht Kilometer nördlich des eigentlichen Petra gelegen und zum gleichnamigen Nationalpark von Petra gehörend. Wie beim großen Petra gibt es auch in Klein-Petra Fassaden von Gräbern, Kultstätten und Wohnhöhlen, die in die Felswände geschlagen sind. Zwar sind die Anlagen kleiner, dafür weniger touristisch frequentiert.

Das sogenannte „Kleine Petra“ war in der Antike eine Art Vorort von Petra und ein wichtiger Handelsumschlagplatz. Die Landschaft, die Felsen und die Fassaden der Felsgräber und Wohnhöhlen erinnern stark an das eigentliche Petra, das nur rund acht Kilometer südlich liegt. Der arabische Name des Ortes lautet Siq el-Barid, was so viel wie „kalter Schacht“ oder „kühler Schluchtdurchgang“ bedeutet, vermutlich weil es im Vergleich zur Wüstenlandschaft eng, schattig und luftig ist.

Man betritt des Areal von Klein-Petra von Osten durch eine enge Schlucht, die an den Siq von Groß-Petra erinnert, aber viel kürzer ist. Dann kommt man in ein schmales Tal. Die Felsformationen entsprechen geologisch jenen von Groß-Petra. Gleich im östlichen Teil der Schlucht stößt man auf Überreste eines alten Dammes, der das Wadi-Wasser einst staute. Außerdem befinden sich dort Überreste von Wasserzisternen.

Entlang der Felswände sind die Gräber und Kultstätten mit ihren Schmuckfassaden gereiht. Die Architektur und der Dekorationsstil der Fassaden entsprechen im Grunde ihren Vorbildern aus Groß-Petra. Die Gräber von Klein-Petra sind allerdings weniger monumental. Die meisten Gräber sind einfache Höhlen oder Nischen in den Felswänden.

Es gibt mehrere Felsanlagen, die für Festgelage zu Ehren der Toten gedacht waren, so wie das Triklinikum in Groß-Petra. In Klein-Petra gibt es mindestens vier Bauten im Stil eines Triklinikums, das heißt mit bankartigen Erhöhungen an drei Wänden, die dem Festgelage zu Ehren der Toten dienten.

Auch ein Biklinikum gibt es, mit zwei Bänken. Es liegt etwas erhöht über mehrere kleine Höhlenlöcher in der Felswand. An der Decke des Biklinikums sind noch Überreste von Malereien zu erkennen: Das Deckenfresko zeigt florale Muster mit Weinreben, Ranken, Trauben, Blumen und Vögeln dazwischen. Sogar ein paar kleine Eroten mit Flügeln und Pfeil und Bogen sieht man zwischen dem Geäst der Weinreben.

Es ist davon auszugehen, dass durchaus noch mehr Gräber, Wohnräume und Totenfesträume in den Felsen von Klein- und Groß-Petra dekoriert waren. Doch in den meisten Fällen ist die Dekoration nicht mehr erhalten. Viele Nischen und Felsenräume waren zudem je nach Epoche unterschiedlich genutzt worden, etwa zuerst als Grabanlage oder Totenspeisefestraum und später von Beduinen der Umgebung zum Unterschlupf als Wohnraum, in dem gelebt und gekocht wurde. Vom oberen und westlichen Teil des Tales führt eine Treppe durch einen schmalen Felsweg weiter in die Fels- und Schluchtenlandschaft.