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Hallo liebe Stern Tourer,

Sie baten um eine Rückmeldung nach der Reise ... gern.

Der Flug von Berlin nach Kairo verlief unspektakulär, Egypt Air können wir empfehlen. Economy mit Decken und Kissen, gutem Service und wirklich leckerem Essen. Vorab, für die anderen 3 Egypt Air Flüge gilt das selbe.

In Kairo angekommen erwartete uns Mohammed der Erste noch in der Sperrzone und nahm uns an die Hand für Visa, Gepäck einsammeln usw. Sehr schön. Dann ging es zum Hotel. Das ist für Mitteleuropäer ein wahrer kleiner   Kulturschock, denn dieser quasi regelfreie Straßenverkehr ist ein ganz eigenes Erlebnis. Ohne Hupe geht gar nichts, dafür ist Licht, Spur halten oder Blinken fakultativ. Wir haben es genossen. Die Fahrt ging quer durch Kairo zum Hotel an den Pyramiden. Wir können dieses Hotel sehr empfehlen, und auch der Aufpreis für den Pyramidenblick hat sich gelohnt. Eine Suite mit eigenem Balkon, und auf die Pyramiden schauen oder wahlweise auf den chaotischen Verkehr ...

Am kommenden Morgen nach dem guten Frühstück holte uns Mohammed der Zweite ab. Erstaunt waren wir, dass unsere Reisegruppe nur aus Fahrer, Reiseführer und uns beiden Gästen bestand. War das geplant? Wir haben es jedenfalls sehr genossen. Die Pyramiden von Gizeh, der Ausflug mit den Kamelen - alles gut soweit. Ja, Kamel reiten kostet extra, und Ausländer zahlen höhere Preise als Einheimische. Wer das seltsam findet, sollte sich mal die Einkommensstruktur der Ägypter anschauen. Gegen Bakschisch macht der Kamelführer auch noch hübsche Fotos vor einmaliger Kulisse. Wir empfehlen noch einen Besuch des Bootes neben der Cheopspyramide. Ja, der Eintritt kostet etwas extra. Muss man in die Cheopspyramide rein? Ja, damit man sagen kann "man war drin". Es gibt aber schönere Pyramiden von innen.

Bei den überall anzutreffenden Straßenhändlern hilft in erster Instanz ein stoischer Tunnelblick. Final hilft auch die ablehnend erhobene Hand und ein laut gesagtes NEIN. Und wenn man doch was kauft, kann man seine Fähigkeiten zum Feilschen trainieren. Den kleinen "Laden" betreten sollte man aber nur, wenn man auch eine feste Kaufabsicht hat.

Danach ging es durch chaotischen Straßenverkehr und "eine andere Welt" zur Knickpyramide, der Roten Pyramide, Memphis und zur Stufenpyramide mit Teti-Pyramide und Priestergrab. Ja, wir hatten die Extras vorab mit unserem Reiseleiter besprochen, er rief einen Preis dafür auf, und beide Seiten waren einverstanden. In der Roten Pyramide waren wir auch drin, es gilt das Gesagte zum Besuch der Cheopspyramide. In die Teti-Pyramide muss man rein, wunderschön. Und ein Besuch im Priestergrab daneben ist auch Pflicht. Zwischendurch eine kleine Verkaufsshow bei einem Papyrushersteller - aber auch das war vorab abgesprochen und ok. Beim Abendessen folgten wir der Empfehlung von Mohammed und besuchten ein Restaurant, in das wir freiwillig nie reingegangen wären. Auf dem Parkplatz sitzen Frauen um einen Ofen und backen Brot. Es gibt frischen Lemmonjuice, das Essen ist erstklassig mit Hühnchen, Lamm, Dips und allerlei anderer Futterage. Es war das beste Essen der ganzen Reise. Auf dem Heimweg machten wir einen - wieder freiwilligen - Abstecher zum Wollzeughändler.

Der zweite Tag führte unsere Minireisegruppe in das Ägyptische Museum, die Alabastermoschee, die Zitadelle und den Bazar. Wir haben als Extras noch eine Stadtrundfahrt eingeschoben und dabei die Stadt der Toten und das koptische Viertel besichtigt. Essen gab es direkt am Nil in der Sonne. Das muslimische Viertel ist ein Muss, und der Bazar war so hektisch wie wir erhofft hatten. Im Gewürzladen spielten die Sinne verrückt. Danke an Mohammed den Zweiten für tolle zwei Tage und das elegante Erfüllen unserer Extrawünsche.

Es ging dann zum Flieger nach Assuan. Dort kamen wir nach Mitternacht an und wurden bereits erwartet. Der Fahrer brachte uns zur Anlegestelle für die Fähre zum Hotel, wo wir uns dann kurz vor zwei endlich schlafen legen konnten. Wir hatten vorher in Kairo mit Mohammed besprochen, dass die Fahrt nach Abu Simbel nicht am Tag nach dem Flug stattfinden soll, man muss ja mal schlafen.

Am Morgen trafen wir uns mit Mahmoud, der ab nun die Führung übernahm. Ein sehr lockeres Stern-Tour-Paar aus Berlin gesellte sich zu uns, unsere Reisegruppe zählte nun 2 Leute mehr. Alles immer noch sehr exklusiv.

Wir besuchten den Obelisk, den Staudamm, Philae und machten nach Rückfrage einen Abstecher zu einem Händler für Parfüme und Öle. Sehr angenehm, dass wir auch hier vorab gefragt wurden. Abends besuchten wir als Extra ein nubisches Dorf. Dieser Punkt sollte unserer Meinung zur Standardreise gehören. Sehr aufschlussreich, und sehr interessant diese Menschen kennenzulernen. Und wer kann von sich behaupten, ein lebendes Krokodil in den Händen gehalten zu haben ...

Am nächsten Morgen ging es "in der Nacht" 300 km durch die Wüste Richtung Abu Simbel. Ein Sonnenaufgang in der Wüste ist etwas sehr sehenswertes. Abu Simbel war wie erwartet überlaufen, aber gut. Es war die Reiseanstrengungen und das viel zu frühe Aufstehen wert. Zurück in Assuan besuchten wir noch die Kitchener Insel. Die Feluke musste mangels Wind gegen ein Motorboot getauscht werden.

Das Einschiffen verlief problemlos, und "Luxusschiff Oberdeck" gilt als unsere Empfehlung. Wir empfehlen Deck 3, also das Deck unter dem obersten Deck. Das Personal war mehr als freundlich, man fühlte sich wie ein Pharao. Dabei half bestimmt auch das eine oder andere Pfund in Form von Bakschisch. Geben und Nehmen, wenn man sich mal darauf einlässt ist in Ägypten wirklich alles sehr einfach. Unsere Reisegruppe ist nun nur noch zu dritt: unser liebgewonnener Mahmoud, und wir beide.

Der kommende Tag war nun die eigentliche Nilkreufahrt, unterbrochen von Stops in Kom Ombo und Edfu. Beide Tempel sind sehenswert. Am Abend gab es auf dem Schiff den obligatorischen "Sozialisierungsabend", in Form eine Arabischen Nacht mit Spaß, Tanz und Spiel. Es ist erheiternd, einer japanische Reisegruppe zuzuschauen beim Auftauen. Wir meinen das so wie es hier steht.

Am nächsten Morgen geht es ins Tal der Könige. Wir können hier nur empfehlen, auch das Grab von Ramses 5. und Ramses 6. anzuschauen, auch wenn das im regulären Preis nicht inbegriffen ist. Man wird belohnt. Viele Menschen bleiben draußen ("ich bezahl doch nicht 5 Euro Extra"), es ist daher angenehm einsam im wirklich sehenswerten Grab. Wieder einmal hat es sich gelohnt, dem Reiseleiter zu vertrauen. Für etwas Bakschisch machen die Wächter auch Fotos von Stellen im Grab, die man selber nicht betreten kann.

Danach geht es - wieder mit Vorabfrage - zu einem Steinmetz, Alabaster anschauen. Es ist nicht nur plumper Verkauf, sondern man kann den Steinmetzen auch über die Schulter schauen und es gibt Kaffee. Außerdem lassen sich die Fähigkeiten im Feilschen so ausbauen. Es gilt aber: leben und leben lassen.

Der Tempel der Hatschepsut war die nächste Station. Viel zu viele Leute, aber es ist Freitag, und damit freier Tag hier in Ägypten. Nun gut. Die Memnoskollosse sind sicher sehenswert. Danach setzten wir mit einem Boot nach Luxor über. Der Tempel da ist gut besucht, aber immer noch erträglich. Danach geht es nach Karnak. Mannometer ist das riesig. Wir kommen am Abend noch mal her zur Licht- und Tonshow. Nunja, es war ... nett. Wir stehen wohl nicht auf sowas.

Eigentlich wäre hier unsere Reise zu Ende. Wir würden am Sonnabend ausschiffen, und in ein Hotel umziehen um uns moralisch auf die Heimreise einzurichten. Was sollen wir aber in einem Hotel, den ganzen Tag? Also fragten wir zwei Tage vorher Mahmoud, und er bot uns an nach Abydos und Dendera zu fahren. Nicht ganz günstig mit immerhin 125 EUR je Person, aber in Anbetracht der Entfernungen, der notwendigen Genehmigungen und Gebühren sicher ein fairer Preis.

Nun, Abydos und Dendera sind sicher Highlights unserer Reise. Beide Tempel sind wunderschön, voll mit farbigen Malereien, und fast frei von größeren Reisegruppen. Allein die Fahrt nach Abydos durch die ländliche Gegend und die Wüste war der Knaller. Und das "Frühstück der Einheimischen" in Abydos ist eine echte Wucht. Käse, Brot, Bohnen und Ei ... für ganz kleines Geld.

Wir kommen abends im Hotel an, schlafen kurz, und sitzen am nächsten Morgen im Flieger nach Hause.

Danke für die Orga dieser Reise, danke den Leute vor Ort, und besonderen Dank an Mohammed den Zweiten, an Mahmoud und an den Taxifahrer Mohammed in Luxor, welcher uns nach Abydos und Dendera transportierte. Wir sind völlig begeistert, und werden sicher noch lange an diese Reise denken.

شكرا لك
إلى اللقاء

Ein paar allgemeine Hinweise an andere Reisende:

Ist Ägypten sicher? Quasi überall stehen bewaffnete Polizisten, es wird immer wieder kontrolliert. Wenn ich einen Anschlag verüben wollte... nicht in Ägypten. Um die Frage zu beantworten: Entlang des Nils fühlten wir uns sehr sicher und gut aufgehoben.

Ja, ihr steht jeden Morgen zeitig auf, manchmal auch verdammt zeitig. Ertragt es! Das Tal der Könige früh am Morgen zu besuchen bedeutet, sich das ganze Tal mit 20 anderen Touristen zu teilen, und nicht mit 2000. Zwei Stunden später war der Busparkplatz voll! Vertraut den Guides!

Gewöhnt euch daran, dass alles und jeder mit Bakschisch belohnt werden will. Dein Zimmer hat Einzelbetten, aber du willst ein Doppelbett? 20 Pfund und alles wird gut. Extra Wasser oder andere Dinge, auch mal ohne offizielle Rechnung? Bakschisch ist der Schlüssel.

Dabei haben wir uns auf folgende Größen festgelegt, aktuell ist der Kurs 1 EUR = 18 Pfund:

Reiseleiter: 150 je Tag Reisenden
Fahrer: 100 je Tag und Reisenden, bei Ausflügen >  6 Stunden auch mehr, je nach Fahrer
Kofferträger oder andere Gefälligkeiten: 50 je Handlung
Hilfe bei Fotos durch die Wächter der Gräber: 50

Schiffspersonal: an der Rezeption gibt es Umschläge und einen Briefkasten. In den Umschlag tut man am letzten Abend Geld rein, es wird unter der Mannschaft aufgeteilt. Schreibt eure Zimmernummer auf den Umschlag, und dann ab damit in den Briefkasten. Wir empfehlen ca. 50 je Person und Nacht.

Wichtig für das eigene Wohlbefinden: es ist hilfreich, dem Lieblingskoch oder Lieblingskellner bereits am ersten Abend etwas zuzustecken, und diese kleine Spritze regelmässig zu wiederholen. Er wird euch dafür einen unvergesslichen Aufenthalt bescheren. Hier mal 50 und da mal 50 tun niemanden weh, der gerade einen guten vierstelligen Eurobetrag in ein Reiseticket investiert hat.

Wenn eine Leistung besonders gut war, haben wir die o.a. Summen einfach erhöht, manchmal verdoppelt.

Überhaupt steht und fällt eure Reise mit eurer Bereitschaft, sich auf das Land und seine Bräuche einzulassen. Ein arabisches Guten Morgen oder Danke öffnet Türen und erzeugt ein Lächeln beim Gegenüber, und Bakschisch ist Standard. Wenn ihr wollt, wollen die Ägypter euch auch - versprochen.

Die Reiseführer sind für euch da, nutzt das auch. Ob ihr nun arabisch lernt, Fragen zum Koran habt, oder mehr über Land und Leute erfahren wollt: bei uns beantworteten beide Reiseführer sehr offen alle noch so blöden Fragen. Hört auf die Reiseführer: die Vorschläge sind Gold wert. Und gönnt ihnen den kleinen Nebenverdienst, wenn sie euch in irgendeine Verkaufsveranstaltung schleppen. Wir wurden jedes Mal vorab gefragt, das war wirklich fair. Und hört ihnen zu: sie haben viel zu erzählen, wenn ihr sie erzählen lasst. Ihr bekommt nach den Erklärungen noch genug Zeit für Rundgang und Selfies machen.

Verbesserungsvorschläge

Wir konnten keine Sitzplatzreservierung im Flieger vornehmen. Eventuell kann man das verbessern. Gerade wenn einer der Reisenden Flugangst hat will man gern zusammensitzen.

Überhaupt war das unsere erste Pauschalreise. Wir hätten uns mehr Informationen gewünscht zum ganzen Handling. Es ging alles gut, und die Guides haben alle Fallstricke erkannt und beseitig. Wir hätten uns keine Sorgen machen müssen - aber das wussten wir erst vor Ort.

Einzig der Rückflug lässt Fragen offen: In Luxor konnten wir zwar das Gepäck als Transit aufgeben, aber keine Bordkarten bis Berlin bekommen. Wir mussten in Kairo kurz abbiegen und einen Schalter suchen um die Bordkarten nach Berlin zu bekommen. Das war relativ stressig, zumal der Flieger aus Luxor 45 Minuten Verspätung hatte. Das Zeitfenster wurde sehr eng dadurch. Außerdem lagen beide Gates gefühlt 500 km auseinander. Vielleicht lässt sich hier die Organisation verbessern? Man holt diese Bordkarten übrigens am Schalter für "Domestic Flights", da muss man erst mal drauf kommen. Außerdem braucht man auch beim Ausreisen wieder eine Pappkarte, die findet man neben der Passkontrolle... Das Stresslevel am Flughafen Kairo mit immerhin 3 Securitychecks zwischen beiden Gates war für unseren Geschmack deutlich zu hoch.


Fazit:

Es war unsere erste Pauschalreise. Und es war toll. 9,9 von 10 Punkten, liebe Stern-Tourer. Vielen Dank für diese unvergesslichen Tage. Wenn uns jemand nach Ägpyten fragt, bekommt er nur Lobeshymnen zu hören. Und wenn er nach dem "wie komme ich dahin" fragt, wird die Antwort "Stern Tours" sein.


Beate und Peter

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