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Berg Nebo

Der Berg Nebo, auf Arabisch Dschebel Nibu genannt, ist ein 817 Meter hoher Berg nordöstlich des Toten Meeres, am Jordan-Tal direkt gegenüber von Jericho gelegen. Von hier aus soll einst Moses seinen Blick auf das gelobte Land gerichtet haben, bevor er starb. Neben der herrlichen Fernsicht kann man auf dem Gipfel spätantike Kircheruinen und Mosaike besichtigen.

Video zum Berg Nebo in Jordanien


Für Juden, Christen und Muslime ist der Berg Nebo ein wichtiger Ort - © STERN TOURS

Der Berg Nebo liegt rund 10 km nordwestlich von Madaba. Dieser Berg ist sowohl den Christen und Juden als auch den Muslimen heilig. Nach der biblischen Überlieferung war der Berg Nebo jenes Massiv im Lande Moab, von dem aus Moses zum ersten Mal einen Blick auf das Land Kanaan warf. Daraufhin soll Gott dem Moses dieses Land als jenes Land der Vorväter Abraham, Isaak und Joakob vorgestellt haben, welches nun wieder Heimat der Israeliten werden sollte. Nach diesem Ereignis soll Moses an diesem Berg gestorben sein. So wird es im Fünften Buch Mose (Deuteronomium) geschildert (Übersetzug nach Lutherbibel): „Und der Herr redete mit Moses am selben Tage und sprach: Geh auf das Gebirge Abarim, auf den Berg Nebo, der da liegt im Lande Moab gegenüber Jericho, und schaue auf das Land Kanaan, das ich den Israeliten zum Eigentum geben werde. Dann stirb auf dem Berge, auf den du hinaufgestiegen bist, und lass dich zu deinem Volk versammeln, wie dein Bruder Aaron starb auf dem Berge Hor und zu seinem Volk versammelt wurde.“ (5. Mose 32, 48-50)

Der Berg Nebo in Jordanien - © STERN TOURS

„Und Moses stieg aus dem Jordantal der Moabiter auf den Berg Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und der Herr zeigte ihm das ganz Land: Gilead bis nach Dan und das ganze Naftali und das ganz Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen und das Südland und die Gegend am Jordan, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar. Und der Herr sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben. Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du sollst nicht hinübergehen. So starb Moses, der Knecht des Herrn, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des Herrn.“ (5. Mose 34, 1-5)

Dieses Ereignis war Anlass für den Bau eines byzantinischen Klosters und einer Kirche auf dem Berggipfel und weiterer Kirchen in der Umgebung. Die gefundenen Fundamente und Ruinen der Georgs-Kirche, der Lot-Kirche, der Kirche des Casiseos und des Amos und der Johannes-Kirche sowie die spätantiken Klosterruinen stammen allesamt aus byzantinischer Zeit – also aus dem 4. bis 6. Jahrhundert. Die älteste Kirchengründung auf dem Berg Nebo geht auf das Jahr 394 zurück.

Die Kirchen und das Kloster waren bereits in der Spätantike zu einem bedeutenden Ziel für Pilger geworden. Auch im islamischen Mittelalter blieb die christliche Enklave erhalten. Erst im 16. Jahrhundert wurde sie aufgegeben. Die Gebäude zerfielen daraufhin zu Ruinen und wurden vergessen.

Reisende stießen Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Ruinen. Seit den 1930er Jahren haben Franziskaner Teile der Gegend aufgekauft. Sie initiierten auch die archäologischen Forschungen und Ausgrabungen auf dem Bergmassiv, um die Hinterlassenschaften der antiken Kirchen zu bergen. Heute gibt es hier nicht nur eine Franziskanerkirche und ein Franziskanerkloster, sondern auch ein von Franziskanern betriebenes archäologisches Forschungsinstitut und Museum.

Video zum Museum auf dem Berg Nebo in Jordanien


Museum auf dem Berg Nebo in Jordanien - © STERN TOURS

Für die Gläubigen der drei Weltreligionen sind auf dem Gipfelplateau zahlreiche Denkstellen aufgestellt worden. Für die Christen gibt es eine moderne Kapelle. Ein Denkmal mit einer kupfernen Schlange erinnert an eine markante Bibelstelle (Übersetzung nach Lutherbibel):

„Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier und uns ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Moses eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb stehen.“ (4. Mose 21, 4-9)

Den historisch und archäologisch interessierten Besuchern werden in einem kleinen Museum die Funde und Artefakte vom Berg Nebo und der näheren Umgebung gezeigt. Schautafeln und Karten erläutern die Lage der Bauten und Fundobjekte. Die schönsten Mosaike sind ebenso ausgestellt.

Besonders eindrucksvoll ist der gesondert ausgestellte Mosaikfußboden der Georgskirche. Alle drei Schiffe der alten Basilika waren mit einem solchen Mosaikboden ausgestattet. Typisch für den Mosaikstil sind die vielen floralen Elemente und dargestellten Tiere. Aber auch Menschen mit ihren alltäglichen Handlungen sind abgebildet: Jäger, Nomaden und Bauern bei ihren Tätigkeiten. Ein ebenfalls bedeutendes Mosaik aus dem antiken Klostergebäude zeigt in vier Registern oben Jäger zu Fuß gegen wilde Tiere kämpfend, im zweiten Register Jäger zu Pferde, im dritten Register einen Hirten mit seinen Schafen und Ziegen und im untersten Register Männer in persischer Kleidung mit zwei exotischen Wildtieren, Strauß und Zebra, sowie einem Dromedar.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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