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Zitadelle von Amman

Wie über viele historische Städte, ragt auch über Amman ein Zitadellenhügel mit Festungsbauten, Tempeln und Palästen aus alter Zeit. Auf dem Jebel el-Qala genannten Hügel befindet sich auch das sehenswerte archäologische Museum von Amman mit Fundobjekten und Artefakten aus ganz Jordanien. Vom Plateau des Hügels hat man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt.

Video zur Zitadelle von Ammman


Die Zitadelle von Amman auf dem Zitadellenhügel - © STERN TOURS

Sieben Hügel prägen die Stadt Amman. Einer davon diente als Festungshügel für die Herrscher und als Zitadelle für den antiken Tempel. Der Zitadellenhügel von Amman wird Jebel el-Qala genannt, was schlicht so viel wie „Festungshügel“ bedeutet. Seit dem späten 2. Jahrtausend v. Chr. war der Hügel fast durchgehend besiedelt.

Der im Osten der Stadt gelegene Hügel befindet sich in Sichtweite des antiken Theaters und des römischen Forums. Der Hügel hat von oben gesehen die grobe Form des Buchstaben L. Die obere Zitadellenfestung befand sich auf dem nördlichen Ausläufer des Hügels, die untere Zitadellenfestung auf dem östlichen Ausläufer. Von den Gebäuden auf dem unteren bzw. östlichen Arm des Hügels ist allerdings kaum etwas erhalten. Dafür sind noch viele Ruinen auf dem zentralen und nördlichen Hügel zu besichtigen.

Die Zitadelle von Amman in Jordanien - © STERN TOURS

Die Mauern, mit denen die Zitadelle befestigt war, stammen größtenteils aus der römischen Zeit. Sie wurden im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Hier residierten die römischen Statthalter und waren die römischen Truppen stationiert. In frühislamischer Zeit, in der Epoche der Omayyaden-Dynastie, d.h. im 7. und 8. Jahrhundert, wurden die Festungsmauern erneuert und erweitert.

Aus der römischen Zeit stammt der große Tempel an der Südwestecke des Hügels. Von ihm stehen noch einige Säulen aufrecht. Der Tempel war dem Gott Herkules geweiht. Vermutlich stand hier zuvor ein Vorgängerbau aus der hellenistischen Zeit.

Nur wenige Meter nordöstlich des Tempels befinden sich die Ruinen, Grundmauern und Säulen einer byzantinischen Kirche. Es handelt sich hierbei um die Reste einer dreischiffigen Basilika aus dem 6. Jahrhundert.

Weiter nördlich breiten sich die Ruinen des „Qasr“ aus, einer arabischen Burgfestung aus der Zeit der Omayyaden. Zu erkennen sind die Grundmauern, Zisternen, Reste von Wachtürmen, der Audienzbereich der Kalifen und ihrer örtlichen Stellvertreter sowie die die Gemächer für die Noblen.

Archäologisches Museum auf dem Zitadellenhügel

Das 1951 eröffnete archäologische Museum Jordaniens befindet sich ebenfalls auf dem Zitadellenhügel, und zwar in unmittelbarer Nähe des römischen Tempels und der byzantinischen Kirche. Das Museum ist unbedingt sehenswert, weil dort die wichtigsten Funde verschiedner jordanischer Ausgrabungen zusammengetragen sind. Auch wenn ein Teil der Artefakte ins neu gegründete „Jordan Museum“ ausgelagert wurde, ist das Museum auf dem Zitadellenhügel immer noch die bedeutendste archäologische Sammlung Jordaniens. Die Art der Ausstellung ist – entsprechend ihrer Gründung in den 1950ern – noch etwas archaisch und wenig museumspädagogisch organisiert. Die Objekte stehen zum Teil in alten und überfüllten Vitrinen. Doch was zählt, sind die Fundstücke, die zum Teil von herausragender historischer Bedeutung sind.

Ausgestellt sind Kunstwerke und Alltagsgegenstände aus der Jungsteinzeit, dem bronzezeitlichen Altertum, der biblischen Zeit, der klassischen Antike, aus dem christlichen-byzantinischen Zeitalter und dem arabisch-islamischen Mittelalter. Die Dauerausstellung ist chronologisch angelegt. Ein Highlight erwartet den Besucher gleich zu Beginn: Die uralten Statuen aus Ain Ghazal, einem Fundort bei Amman, stammen aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. und gehören zu den ältesten Statuen der Welt.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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