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Sardes - Stadt des reichen Krösus

Die einstige Hauptstadt des lydischen Königreiches war die Stadt Sardes. In der heutigen türkischen Provinz von Manisa gelegen, befinden sich die Ruinen der antiken Metropole etwa zehn Kilometer westlich der Stadt Salihli. Sardes zählt heute zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten der Türkischen Ägäis.

Video zur Stadt Sardes


Sardes - © STERN TOURS

Bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde das antike Zentrum der Stadt auf den etwa fünfhundert Meter hohen Hängen an der Nordseite des Berges Timulus errichtet. Darüber hinaus fand Sardes bereits biblische Erwähnung in der Offenbarung des Johannes. Die Siedlung galt als ein hochentwickeltes Zentrum der Handwerkes und Gewerbes in jener Epoche. Von zentraler Bedeutung für den Wohlstand der Stadt war die Herstellung und das Einfärben hochwertiger Teppiche und Wollmaterialien sowie die Prägung erster Geldmünzen in der Menschheitsgeschichte. Der Goldstaub des nahegelegenen Flusses Poktolus trug ebenfalls zum Reichtum der Stadt mit bei.

Neben ihrer einstigen militärischen Stärke und dem unmittelbaren Einfluss auf die fruchtbaren Ebenen des Hermostales, lag die Bedeutung der Stadt Sardes in ihrer strategisch wichtigen Lage. Die Lydier kontrollierten von Sardes aus eine vom Landesinneren an die ägäische Küste führende Straße, die für die gesamte Region von zentraler Bedeutung war. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage auf dem Berg Timulus, war Sardes als natürliche Festungsanlage leicht von oben zu verteidigen. Die Stadt konnte nur von einer Seite über eine kurvenreiche und sehr enge Straße erreicht werden.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. zunächst von den Persern erobert, wurde Sardes zu einer der mächtigsten Festungen des westlichen Großreiches sowie zur politischen Hauptstadt Kleinasiens. Die Menschen lebten in Wohlstand, welches aus dem Handel mit Parfüms, Juwelen und anderen Luxuswaren resultierte. Nach der Einnahme der Stadt durch Alexander den Großen, nahm Sardes zunehmend mehr den Charakter einer griechischen Metropole an.

Nach einer wechselhaften Geschichte unter der Regentschaft von Römern, Byzantinern, Osmanen und Syrern wurde die ehemalige Hauptstadt Lydiens im Jahr 1402 vollständig zerstört. Seit dem beginnenden 20. Jahrhundert ist Sardes nun fortwährendes Ziel archäologischer Expeditionen. So konnten nach und nach der Artemistempel, die Akropolis und das Gymnasion freigelegt und für Besucher wieder zugänglich gemacht werden.

Sehenswürdigkeiten

Artemistempel

Der Artemistempel war bis zu seiner Ausgrabung vollständig mit Erde und Geröllresten überdeckt. Lediglich die oberen Enden zweier mächtiger Säulen ragten aus dem Erdreich empor und deuteten auf das einstmals machtvoll Bauwerk, welches zu Ehren der Göttin Artemis errichtet worden war. Bereits um 300 v. Chr. begann der Bau des Artemistempels, der in den folgenden Jahrhunderten fortgesetzt, jedoch nie vollendet wurde. Besonders eindrucksvoll sind die 78 majestätischen Säulen des Tempelkomplexes mit einer Länge von 100 und einer Breite von 50 Metern. Im hinteren Bereich des Artemistempels befindet sich eine kleine christliche Kirche, die inmitten der Ruinen eher bescheiden und zurückgenommen wirkt.

Akropolis

Die einstiege Akropolis von Sardes befindet sich auf einem etwa 300 Meter hohen Hügel, welcher auch in der Gegenwart noch von einer dreifachen Mauer umgeben ist. Als Festungsbau nahezu unbezwingbar, konnte die Akropolis von Sardes in ihrer Geschichte nur zweimal erobert werden. Persischen Truppen und Eroberern aus Kreta gelang es, den Gipfel zu erstürmen, nachdem dessen Wachen zuvor unaufmerksam gewesen waren. Den Unbilden der Jahrhunderte ausgesetzt, ist die Akropolis heutzutage weitgehend verwittert. Insbesondere die Bauwerke am Fuße der Festung sind stark in Mitleidenschaft gezogen und von herunter gespültem Erdreich nahezu vollständig verschüttet.

Gymnasion

Zweifelsohne zählt das Gymnasion gegenwärtig zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten von Sardes. Weithin von der Fernstraße nach Izmir aus zu sehen, weist es Reisenden den direkten Weg nach Sardes.

Das rekonstruierte Gymnasion von Sardes ist eine etwa 23000 Quadratmeter große Sport- und Badeanstalt, die von den einstiegen Einwohnern von Sardes als Stätte der Begegnung und Unterhaltung genutzt wurde. Entlang einer geraden Achse, waren die Räume und Hallen des Gymnasions symmetrisch angeordnet. Im Zentrum des Komplexes befand sich die Palaestra, die Sport- und Turnhalle des Gymnasions. Der in seinen Ausmaßen gewaltige Bau des Gymnasions besitzt eine zweigeschossige Fassade und stammt aus dem dritten Jahrhundert. Erbaut wurde der mächtige Gebäudekomplex unter dem späteren römischen Kaiser Septimius Severus.

Über die Funktion als Unterhaltungs- und Begegnungsstätte hinaus, war das Gymnasion auch öffentliche Therme und Trainingsstätte für die sardischen Athleten. Wie in jener Epoche üblich, entkleideten sich die Athleten und trainierten nackt für bevorstehende Wettkämpfe. Von dem aus der altgriechischen Sprache stammenden „gymnós“ – welches so viel wie „nackt“ bedeutet – rührt auch der heutige Name „Gymnasion“ des einstigen antiken Trainingsortes her.

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