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Berg Nebo in Jordanien – Auf den Spuren des Alten Testaments

Ein 817 Meter hoher Berg zählt zu den am häufigsten besuchten Reisezielen Jordaniens. Der Berg Nebo gilt allen drei großen Religionen als Heiligtum. Nach dem Alten Testament ist die Erhebung in den Ausläufern des Gebirges Abarim der Ort, von dem aus Moses einen Blick auf das Gelobte Land warf. Gott hatte dem Hebräer verheißen, dass er Kanaan vom Lande Moab aus sehen, das Land der Juden aber nicht selbst betreten dürfe. Der biblischen Überlieferung nach ist Moses auf dem Berg gestorben und wurde im Tal an unbekannter Stelle bestattet.

Reise zu den historischen Stätten der Bibel

Für viele Juden, Muslime und Christen gehört auch heute noch ein Ausflug auf den Berg zu den Höhepunkten einer Reise durch Jordanien. Sie alle möchten einmal an dem Punkt stehen, an dem sich der Überlieferung nach Moses der atemberaubende Anblick auf das Land Kanaan erschloss. Bei guten Sichtverhältnissen lässt sich von hier aus über das weite Jordantal bis hin zu den Felsen der Stadt Jerusalem schauen. Für gläubige Menschen ist der Berg eine Reise zu den biblischen Stätten der Menschheit. Schon in der Spätantike machten sich Pilger auf, um auf den Spuren von Moses zu wandeln. Darunter war auch die vermutlich aus Spanien stammende Nonne Egeria, die, wie aus späteren Aufzeichnungen hervorgeht, zwischen 380 und 415 eine Pilgerreise auf den Nebo unternommen hatte. Die erste Kirche auf dem Berggipfel wurde bereits im Jahre 394 errichtet. In den darauf folgenden Jahrhunderten entstanden unter byzantinischer Herrschaft weitere Gotteshäuser und ein Kloster.

Restaurierungen durch die Franziskaner

Bis zum 16. Jahrhundert zog es Pilger auf den Berg Nebo. Mit der Aufgabe des Klosters geriet der Berg in Vergessenheit und die Gebäude verfielen. Erst im 20. Jahrhundert rückte diese Stätte aus biblischer Zeit wieder in den Mittelpunkt des Interesses, als Reisende die Ruinen der religiösen Kirchenanlagen entdeckten. Mönche des Franziskanerordens kauften ab den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Liegenschaften um und auf dem Berg auf. Sie ermutigten Archäologen und Forscher dazu, die noch vorhandenen Gebäudereste freizulegen und für die Nachwelt zu erhalten. Außerdem errichteten sie auf dem Gipfel eine neue Kirche und ein Kloster, die heute das Ziel vieler Touristen sind.

Die Moses-Gedächtnis-Kirche

Während von den meisten Gebäuden aus der byzantinischen Zeit nur noch die Fundamente erhalten sind, blieb die eindrucksvollste Kirche vor dem Verfall bewahrt. Die Moses-Gedächtnis-Kirche auf dem Gipfel gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Berg Nebo. Der Baubeginn der Basilika wird auf das fünfte bis sechste Jahrhundert datiert. Als Fundament wurden die Reste der ehemaligen Kirche verwendet. Unter der Leitung der Franziskaner wurde die Kirche im 20. Jahrhundert restauriert und häufiger umgebaut. Dadurch blieben die einzigartigen Mosaikfußböden erhalten, die in frühchristlicher Zeit in der Gegend der jordanischen Stadt Madaba am Fuße des Berges alle religiösen Gebäude zierten.

Spektakuläre Mosaik-Fußböden

Der schönste Mosaikboden ist in der Taufkapelle zu sehen. Eine griechische Inschrift nennt das Jahr 532 nach Christus. Die feinen Mosaikarbeiten zeigen Motive der Jagd, wilde Tiere und florale Muster, die mit geometrischen Formen durchsetzt sind. In einer Mauer der Altarnische sind einige Steine der frühchristlichen Kirche zu sehen. Auch ein Mosaikkreuz aus dieser Zeit hat die Zerstörungen überstanden und steht neben dem modernen Taufbecken. Ein weiterer sehr schöner Mosaikboden befindet sich in den Ruinen des alten Klosters. Die Mosaike zeigen Szenen aus dem alltäglichen Leben der Menschen des fünften Jahrhunderts. Jagd- und Hirtenszenen, Reiter und Menschen in persischer Kleidung sind darauf zu sehen.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Berg Nebo

Eine Skulptur in der Nähe der Kirche zeigt eine kupferne Schlange, ein Sinnbild, wie es im Alten Testament im fünften Buch Moses beschrieben wird. Die Skulptur ist eine Kombination aus Schlange und Kreuz und stellt damit die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament her. Selbst Kirchenfürsten zieht es auf den Berg des Moses. Eine Steinplatte erinnert an den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000. Auch der Olivenbaum, den das Oberhaupt der katholischen Kirche anlässlich dieses Ereignisses pflanzte, zählt zu den Sehenswürdigkeiten des Bergs Nebo. Als zweiter Papst war 2009 Benedikt XVI. ebenfalls auf dem Berg zu Gast.

Abstecher in das Museum

Ein Abstecher in das von den Franziskanern errichtete Museum lohnt sich für alle, die sich für antike Bauten und archäologische Forschung interessieren. Hier werden viele Fundstücke ausgestellt, die die Ausgräber in den Ruinen fanden. Schautafeln informieren die Besucher über die antiken Gebäude und die Orte, an denen die Artefakte aufgefunden wurden. Außerdem werden einige der schönsten Mosaiken im Museum aufbewahrt.

Von Madaba auf den Berg Nebo

Ausgangspunkt für eine Besteigung des auch unter dem islamischen Namen Dschabal Nibu bekannten Bergs Nebo ist die Stadt Madaba. Die schon seit 4.500 Jahren bewohnte biblische Stadt liegt am King’s Highway ungefähr 35 Kilometer entfernt von der jordanischen Hauptstadt Amman. Vier Kilometer von Madaba liegt der Berg, der zu Fuß oder mit dem Taxi erreichbar ist.

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