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Taufstelle Qasr el-Yahud am Jordan

Östlich von Jericho gibt es am Ufer des Jordan einen Ort, der traditionell als Taufstelle Jesu gedeutet wird. Hier soll Jesus Christus von Johannes dem Täufer getauft worden und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube erschienen sein. Außerdem soll an dieser Stelle das Volk Israel auf dem Weg ins gelobte Land den Fluss überquert haben. Der Ort auf der anderen Seite des Ufers wird Bethanien genannt.

Video zur Taufstelle Qasr el-Yahud am Jordan


Taufstelle Qasr el-Yahud am Jordan in Israel - © STERN TOURS

Die Taufstelle ist sowohl von israelischer als auch von jordanischer Seite (Taufstelle in Bethanien) her zugänglich. Die Ufer wurden für Pilger und christliche Gruppen mit hölzernen Stegen und Plattformen präpariert. Die unbefestigten Stellen des Ufers sind beiderseits des Flusses mit hohem Schilf bewachsen. Palmen spenden Schatten.

Christen unterschiedlicher Konfessionen kommen aus aller Welt, um sich hier im Jordan taufen zu lassen oder um ihre Taufe zu wiederholen und somit ihren Glauben zu bestätigen. Meistens tragen sie weiße Gewänder. Bei der Taufe taucht man in der Regel komplett unter Wasser, um dann neu geboren wieder aufzutauchen. Die israelischen Behörden haben eine Art offene Kirchkapelle und Umkleidekabinen für die christlichen Pilger errichten lassen. Außerdem gibt es sanitäre Anlagen und einen Kiosk. Diese Infrastruktur steht allen Konfessionen offen. Manchmal gibt es dort größere Veranstaltungen, Feste und Prozessionen.

Qasr el-Yahud
Die Taufstelle Qasr el-Yahud am Jordan - © STERN TOURS

Der Fluss ist an dieser Stelle nicht breit und nicht tief. An den meisten Stellen kann man aufrecht im Wasser stehen. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Vorstellungen, ähnelt der Jordan eher einem Bach. In der Antike soll er aber mehr Wasser geführt haben. Angesichts des relativ trockenen Klimas spielt der Jordan dennoch eine bedeutende Rolle für die Wasserversorgung der Region, da er der wasserreichste Fluss Israels und Jordaniens ist. Zugleich stellt er heute die Grenze beider Länder dar.

Auf der jordanischen Seite sieht man verschiedene Kirchen, die zum Gedenken an Jesu Taufe und als Ort der Pilger errichtet wurden. Besonders ins Auge fallen die Kuppel und der Turm der griechisch-orthodoxen St.-Johannes-Kirche (St. John The Baptist Church).

Ruinen von antiken Gebäuden, Kirchen und Klöstern sowohl auf israelischer als auch jordanischer Seite bezeugen, dass der Ort bereits seit langer Zeit traditionell als Taufstelle Jesu verstanden wurde.

Der Name Qasr el-Yahud bezieht sich auf die biblische Begebenheit der Durchquerung des Jordanbettes durch die Israeliten auf ihrem Weg in Gelobte Land. Joshua soll ihnen den Weg und die Stelle gewiesen haben, an der sie sicher das Flussbett durchwaten konnten.

Unter Gläubigen umstritten ist, auf welcher Seite des Flusses Jesus getauft worden sein soll, am Ufer des israelischen Qasr el-Yahud oder des jordanischen Bethanien. Jährlich kommen bis zu eine Viertelmillion Pilger an diesen Ort. Die meisten betreten den Jordan von israelischer Seite. Unter den christlichen Touristen und Pilgern sind auch viele US-Amerikaner sowie orthodoxe Christen aus Russland, Weißrussland und der Ukraine.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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