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Aussichtspunkt Skopusberg in Jerusalem

Nordöstlich der Jerusalemer Altstadt erhebt sich der 826 m hohe Skopusberg (Mount Scopus). Er liegt rund einen Kilometer nördlich des Ölberges. Wegen seiner Höhe und Lage gilt er seit historischen Zeiten als idealer Aussichtsberg, denn von hier aus lässt sich ganz Jerusalem überblicken.

Video zur Sicht vom Skopusberg auf Jerusalem in Israel


Aussichtspunkt Skopusberg in Jerusalem - © STERN TOURS

In historischen Zeiten waren der Berg und die Landschaft an seinen Hängen dünn besiedelt. Heute stehen hier zahlreiche Gebäude. Bereits im Altertum war er als Aussichtshügel bekannt, den besonders Feldherren gern für ihre Belagerungen der Stadt nutzten. Dieser Umstand wird auch in seinem Namen ausgedrückt. „Scopus“ ist das griechische Wort für „Sicht“ bzw. „Aussicht“. Im Hebräischen wird er „Har HaTsofim“ – „Berg der Wachleute“ genannt, was darauf hindeutet, dass hier früher Wachposten aufgestellt waren, um herannahende Feinde in der Ferne zu erkennen. Auch der arabische Name „Dschebel el-Mascharif“ bedeutet soviel wie „Berg der Aussicht“. Angeblich soll man bei guter Sicht von einer bestimmten Stelle bis zum Toten Meer schauen können.

In den Jahren 66 und 77 n. Chr. errichteten die römischen Legionen auf dem Berg ihre Feldlager, um von hier aus den jüdischen Aufstand in der Stadt niederzuschlagen. Auch die Kreuzfahrer machten sich bei ihrer Eroberung der Heiligen Stadt die strategische Lage des Berges zunutze.

Aussichtspunkt Skopusberg in Jerusalem - © STERN TOURS

Einer Überlieferung zufolge diente der Berg auch als Aussichtspunkt der Sehnsucht. In den Jahren 132 bis 135 n Chr. war Palästina durch den jüdischen Bar-Kochba-Aufstand in Unruhe versetzt worden. Die Römer schlugen diesen Aufstand blutig nieder. Anschließend wurde es den Juden verboten, Jerusalem zu betreten. Damit war ihnen der Weg in ihre heilige Stadt und zum Tempelberg verwehrt. Die Juden sollen in dieser Zeit den Skopusberg genutzt haben, um von hier aus einen sehnsuchtsvollen Blick auf ihre einstige Hauptstadt und ihr religiöses Zentrum zu werfen.

Für heutige Touristen lohnt sich der Panoramablick besonders bei gutem Wetter, um einen Überblick über die Ausbreitung Jerusalems bekommen. Man erkennt deutlich den Tempelberg und die nordöstlichen Mauern der Altstadt.

Heute befinden sich auf dem Berg ein Krankenhaus und ein Campus der Hebräischen Universität. Ein weiterer Hauptcampus der Universität befindet sich auf der anderen Seite der Stadt in der Nähe der Knesset. Außerdem gibt es dort einen britischen Militärfriedhof, auf dem die Gefallenen des britischen Palästinafeldzuges während des Ersten Weltkrieges bestattet sind.

Zwischen der Staatsgründung Israels 1948 und dem Sechstagekrieg von 1967 war der Skopusberg eine israelische Enklave auf palästinensischem bzw. jordanischem Gebiet. Das hatte Probleme geschaffen, die mittels einer demilitarisierten und von der UNO überwachten Zone um den Berg gelöst wurden.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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