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 »  Untergang des Alten Reichs

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Der dramatische Untergang des Alten Reichs

Wer kennt sie nicht, die Namen aus den Geschichtsbüchern ägyptischer Historie: Tut-ench-Amun, Ramses II. und Nofretete zählen zu den wohl eindrucksvollsten und faszinierendsten Persönlichkeiten dieser alten Kultur. Doch bereits lange vor ihnen erfuhr Ägypten eine erste echte Hochkultur. Das sogenannte Alte Reich, dessen Vermächtnis in Form der Sphinx und der großen Pyramiden von Gizeh bis heute erhalten und unerreicht blieb, erreichte seine Blütezeit in etwa in den Jahren 2700 – 2200 v. Chr. und galt als wohlhabendste und stabilste Epoche des antiken Ägypten. Und selbst der frühdynastischen Zeit mit ihrer 1. und 2. Dynastie ab ca 3000 v. Chr., die den wirtschaftlichen und politischen Grundstein für das Alte Reich durch eine Zentralisierung Ägyptens legte, wird eine stabile und sich fortschreitend weiterentwickelnde Zivilisation und Verwaltung zugesprochen. Doch mit dem Ende der 6. Dynastie um 2184 v. Chr. verschwindet diese einstige Hochkultur plötzlich. Warum?

Die ersten Dynastien Ägyptens und ihr Untergang

Obwohl in der Prädynastischen Zeit (1. und 2. Dynastie ab ca. 3000 v. Chr.) zeitweilige Landesteilungen geherrscht haben sollen, entwickelte sich das alte Ägypten stets weiter, bis hin zum sogenannten Goldenen Zeitalter. Sozial und politisch schien alles gefestigt, der König (Pharao) als Alleinherrscher genoss ungeahnten gottesgleichen Status, der Handel mit angrenzenden Völkern boomte und kurbelte die Wirtschaft an, Verwaltungszentren und Ämter wurden errichtet und gigantische Bauwerke geschaffen. Die Kunst und die Dichtung erreichte einen Höhepunkt und das ägyptische Reich erstreckte sich über fast 1.000km entlang des Nils. Über 1.000 Jahre Stabilität und steigender Wohlstand, bis vor 4.200 Jahren plötzlich alles ins Wanken geriet. Bislang wurden politische Unruhen als Ursache für den Untergang des Alten Reichs angenommen, politische Unruhen und Machtkämpfe, wie sie zu vielen Dynastien zuvor und danach auch schon herrschten. Doch Fekri Hassan, ein ägyptischer Archäologe, forscht bereits seit 3 Jahrzehnten am Untergang des antiken Ägyptens und hat eine ganz andere Theorie, die inzwischen mehr und mehr anerkannt wird: Keine politischen Machtkämpfe haben das Reich in den Untergang gestürzt, sondern ausgerechnet die Quelle allen Wohlstands des alten Ägypten, der Nil, soll auch für dessen Kollaps verantwortlich gewesen sein. Gerade viele seiner ägyptischen Kollegen weigern sich, diese Theorie anzuerkennen: Der Nil war und ist Quelle allen Lebens des Landes und wird geradezu vergöttert. Die vorherrschende Meinung lautet: Der Nil war schon immer und ist es noch – zuverlässig und gut und die Mutter aller Ägypter.

Ein Mal jährlich zur Nilschwemme gegen Ende August führte der Nil 50 – 60 % mehr Wasser als üblich, was ohne den Assuan-Staudamm auch noch heute so wäre. Der Pegelstand lag zu diesem Zeitpunkt bis zu 8 Meter über normal und konnte sich kilometerweit ins Landesinnere ausbreiten. Der zurückgelassene Schlamm machte die trockene Wüste fruchtbar und begünstigte die Entwicklung der Hochkulturen nicht nur, er ermöglichte sie vermutlich sogar erst. Fekri Hassan vermutet, dass der Nil plötzlich aufhörte, das Land mit seinem fruchtbaren Schlick zu düngen. Die Folge war eine verheerende Hungersnot und der Untergang des Alten Reichs.

Umstrittene und doch eindeutige archäologische Belege

Zweifelsohne geschah der Zerfall des Alten Reichs nicht über Nacht. Die Pharaonen verloren immer mehr an Macht und es folgte eine fast 200 Jahre andauernde Phase des Elends. Doch der Zeitpunkt wirft Fragen auf, denn dem Reich ging es besser denn je. Die Inschriften eines in den 70er Jahren entdeckten Felsengrabes im Süden des Landes, der letzten Ruhestätte eines hohen Beamten namens Anch-tifi, erzählen jedoch die Geschichte eines entsetzlichen Leidens des Volkes zu Beginn der 1. Zwischenzeit, von Hungersnöten und ihren erschütternden Folgen: „Ganz Oberägypten kam vor Hunger um, sodass die Menschen schließlich ihre Kinder aßen“, heißt es in einem Abschitt dieser Überlieferung, die in ihrer Einfachheit und Klarheit als einzigartig gilt. Sie widerspricht damit sämtlichen bisherigen Überzeugungen dessen, was damals geschehen sein muss, einen endgültigen Beweis dafür, dass es sich hierbei jedoch nicht einfach nur um „echte ägyptische Rhetorik“ handelte, also eine Übertreibung, blieb die Geschichte aber viele Jahre schuldig. Die ersten archäologischen Hinweise auf eine Echtheit der Aussagen der Überlieferung fanden sich erst 1996. Im Norden des Landes, fernab der Pyramiden und im Nil-Delta gelegen, fand Prof. Donald Redford eine Grabstätte direkt unter der Erdoberfläche – fast 9.000 Körper konnten hier ausgegraben werden, die mit einfachen Schilfmatten bedeckt und teilweise so dicht bei einaner gestapelt worden waren, dass man „darüber stolpern konnte“. Seltsam an diesem Fund ist aber weniger die Zahl der toten Körper, sondern die Tatsache, dass scheinbar gänzlich auf den zu dieser Zeit sehr ausgeprägten Totenkult verzichtet wurde. Sie alle mussten in etwa zur gleichen Zeit gestorben sein und die Grabbeigaben zeugten von einer sehr armen Siedlung. Eine Siedlung, die heute stellvertretend für das existiert, was zu dieser Zeit im gesamten Land geschah. Dieser Fund lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Inschriften in Anch-tifi´s Grab der Wahrheit entsprachen. Doch politische Unruhen allein können kaum derart apokalyptische Ausmaße annehmen.

Der Nil – Geschenk der Götter?

Die jährlichen Überschwemmungen des Nils machten die Ufer des Flusses zur „Kornkammer Nordafrikas“ und formten den Wohlstand des Alten Reichs. Doch in dieser Zuverlässigkeit und der damit verbundenen Abhängigkeit der alten Ägypter steckte scheinbar auch die Gefahr: Würde die Nilschwemme ausbleiben, dann gäbe es auch kein fruchtbares Land. Die Wüste würde Oberhand gewinnen, Ernten ausbleiben und die rasch gestiegene Bevölkerungszahl vor einer Katastrophe stehen. Blieb die Nilschwemme wirklich aus? Eine Säule in Kairo, die sogar noch zur Zeit der Araber in Ägypten den Wasserstand des Nils dokumentierte, sollte Aufschluss über diese Frage geben. Das Ergebnis waren teils stark schwankende Wasserhöhen über Jahre, Jahrzehnte und sogar Jahrtausende hinweg. Von einer echten Regelmässigkeit konnte also kaum mehr die Rede sein, denn etwa jede fünfte Flut fiel sogar äußerst schwach aus. Doch das alleine provoziert noch keine landesweite Hungersnot. Das Ausmaß muss erheblich größer gewesen sein. Die unwirtliche Wüste Ägyptens ist ein gutes Beispiel hierfür. Noch vor 7.000 Jahren wuchsen hier Akazien und Gräser, es gab Grundwasser und Säugetiere. Heute ist sie einer der unbewohnbarsten Orte der Welt. Die Antwort lieferte am Ende eine Tropfsteinhöhle im benachbarten Israel, die einmalige Daten über die klimatischen Veränderungen bot. Ein 4200 Jahre alter Stalaktit erzählte im Massenspektrometer davon, dass zu dieser Zeit die Niederschlagsmenge gut 20% niedriger war als üblich. Dadurch ergibt sich die dramatischste und rasanteste Klimaveränderung der letzten 5.000 Jahre, wobei durch Geologen festgestellt werden konnte, dass diese Veränderung nicht nur lokaler Natur war, sondern die gesamte Erde umfasste. Ist es nur ein Zufall, dass diese drastische klimatische Veränderung und der Untergang des Alten Reichs zeitgleich stattfanden?

Das Klima geriet außer Kontrolle und Ägypten wurde Zeuge und Opfer dieser Klimaverschiebung, dessen sind sich viele Wissenschaftler inzwischen einig. Hinzu kommt, dass neueste Untersuchungen an Mumien zeigten, dass die Ägypter sich hauptsächlich vegetarisch ernährten und trotz der Nähe zum Nil so gut wie keinen Fisch aßen. Auch antike Lohnlisten zeigen, dass Arbeiter in Naturalien ausgezahlt wurden. Viele Menschen bauten also gar nicht selbst an, sondern erhielten Nahrung als Lohn für ihre Arbeit. Kaum auszumalen, würden die Felder trocken und die Ernten ausbleiben. Die erschreckenden Ausgrabungen aus dieser Zeit zeigen, dass die Toten kaum mehr bestattet wurden – äußerst unüblich für diese Zeit und Zeugnis dafür, dass die Bevölkerung nicht nur machtlos gegen die Auswirkungen der Klimakatastrophe waren, sondern auch, dass alles sehr plötzlich geschah. Viele Leichen deuten außerdem darauf hin, dass sie ermordet wurden. Zahlreiche Ausgrabungsstätten zeigen ein Bild, das Redford nur als „Massaker“ bezeichnen kann und niemand kümmerte sich um die Toten. Ein Volk, das den Tod so sehr ehrt, würde nicht leichtfertig oder grundlos auf seine Rituale verzichten.

Der letzte Beweis

Vom Nil zweigt der Bahr Yusuf ab und speist einen kleinen See, der zur Nilschwemme stets an Fläche gewann. Untersuchungen der Sedimente des Grunds sollten Aufschluss darüber geben, wie sehr der Wasserpegel damals tatsächlich schwankte, doch zur Überraschung aller fanden sich rein gar keine Ablagerungen aus dieser Zeit. Einzige logische Schlussfolgerung: der See muss seinerseits komplett ausgetrocknet gewesen sein. Doch das ist nur dann möglich, wenn der Wasserstand des Nils derart niedrig war, dass der See nicht mehr mit Wasser gespeist werden konnte. Hassan sieht hierin den Beweis, dass die Klimaveränderungen auch dazu führten, dass die Nilschwemme ausblieb und das Land in eine einzige Dürreperiode katapultierte, die Jahrzehnte andauerte und das Alte Reich schlussendlich förmlich ausradierte. Doch dass der Nil indirekt sowohl für das Leben als auch das Verderben der alten Ägypter verantwortlich gewesen sein soll, grenzt an vielen Stellen bis heute an Blasphemie, selbst auf wissenschaftlicher Ebene.

Quelle: „Katastrophen der Vorzeit – Tod auf dem Nil“ (ARD TV-Dokumentation)