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Alanya: Beliebter Badeort in der Türkei

Der an der türkischen Riviera gelegene Badeort Alanya, ist zudem die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Alanya liegt im Osten des Landkreises und hat rund 100.000 Einwohner. Durch ihre bewegte Geschichte besitzt Alanya heute einige faszinierende Sehenswürdigkeiten, die einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt geben.

Geografie/Geschichte

Alanya entstand in der Antike auf einem weit ins Meer hinausragenden Felsvorsprung. Aufgrund dieses ungewöhnlich hügeligen Standorts, hieß die Stadt in der griechischen Zeit Korakesion, was Rabenhorst bedeutet. In der hellenistischen Zeit wurde Alanya durch eine Verteidigungsmauer geschützt und konnte Anfang des 2. Jahrhunderts vor Christus einer Belagerung von Antiochos III. standhalten, einem der bedeutendsten Könige des Seleukidenreiches. Nach dem Ende der Belagerung wurde Alanya zur Basis für kilikische Piraten, die lange Zeit das östliche Mittelmeer beherrschten. Im Jahr 67 vor Christus besiegte der römische Feldheer Pompeius die Piraten und Alanya fiel unter die Herrschaft Roms.

Unter byzantinischer Herrschaft wurde die Stadt in 'Kalon oros' umbenannt, was Schöner Berg bedeutet. 1221 übernahm Sultan Alaeddin I., ein Herrscher des Reiches der Seldschuken, die Stadt und benannte sie erneut um - in Alaiye. Nach dem Ende der Seldschuken wurde das Gebiet um Alanya im Jahr 1471 dem Osmanischen Reich zugeordnet. In den kommenden Jahrhunderten fiel Alanya erst Zypern und dann Konya zu, bis die Stadt im Jahr 1868 seine heutige Zugehörigkeit zur Provinz Alanya erhielt.

Bevölkerung

Alanya ist bekannt für seine wunderschönen Strände und seine Besucherfreundlichkeit. Die über 26 Kilometer Strände der Stadt sind durch die Halbinsel auf natürliche Weise in einen Ost- und einen Weststrand unterteilt. Auf beiden Stränden können Besucher sportlichen Aktivitäten nachgehen oder sich für einen gemütlichen Nachmittag eine Sonnenliege mieten. Der Sand ist fein, die Strände sauber und zudem gibt es überall Möglichkeiten, sich mit Getränken und Speisen zu versorgen.

In Alanya leben über 10.000 deutsche Aussiedler, das ist die größte Anzahl in der gesamten Türkei. Als einzige Stadt des Landes, hat Alanya daher einen Ausländerbeirat, der an Stadtratssitzungen teilnehmen darf. Viele Bewohner Alanyas sprechen neben Türkisch auch Deutsch und Englisch, um sich mit ausländischen Gästen verständigen zu können, die Jahr für Jahr zahlreich nach Alanya strömen, um sich die Stadt, ihre Strände und vor allem ihre Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Sehenswürdigkeiten

Burgberg

Der Burgberg von Alanya besteht aus drei Bereichen, die von Mauern umfasst und auf diese Weise geschützt wurden. Im äußeren Bereich finden sich wichtige Gebäude aus der Zeit der Seldschuken, wie der Rote Turm und die Werft. Im mittleren Bereich können die Süleymaniye Moschee, ein öffentliches Badehaus, die Aksebe Moschee, ein Mausoleum, der Marktplatz und die byzantinische Kapelle besichtigt werden. Der dritte Bereich ist die 'Ic Kale' Zitadelle. Sie befindet sich auf dem höchsten Punkt des Berges und bildete einst den Ursprung der gesamten Anlage. Zudem sind dort der Palast des Sultans, Schulen, Zisternen, Baracken und eine byzantinische Kirche zu finden.

Roter Turm

Der Rote Turm wurde zwischen den Jahren 1224 und 1228 für den Schutz des Hafens von Alanya errichtet. Er ist in Backsteinbauweise gebaut und wird heute als Museum für für völkerkundliche Schätze genutzt. Der Rote Turm ist eines der monumentalen Bauwerke aus der seldschukischen Zeit und gilt als Wahrzeichen von Alanya. Mit seiner Höhe von 33 Metern und einem Durchmesser von 29 Metern, hatte er für die damalige Zeit gewaltige Ausmaße. Vom Erdgeschoss bis hoch zu den Zinnen gab es unzählige Schießscharten, um für Angriffe auf die Stadt gerüstet zu sein.

Der türkische Entdecker Celebi schrieb 1671 in seinem Reisebuch, dass der Turm bis zu 2.000 Männer gleichzeitig aufnehmen konnte. Er wurde rund um die Uhr von 40 Soldaten bewacht. Durch die Fenster und Schießscharten wurde Pech oder heißes Wasser auf Angreifer gegossen, weshalb Celebi annahm, dass der Rote Turm für den Schutz der Stadt von großer Bedeutung war. Laut einer Inschrift in der Nordfassade des Turms, wurde er von Ebu Ali erbaut, einem syrischen Architekten.

Seldschukische Werft

Sultan Alaeddin Keykubat ließ im Jahr 1227 in Alanya die Seldschukische Werft errichten, um mit ihrer Hilfe die Gefahren des Ostens abzuwehren. Die Werft ist die einzige erhaltene Werft aus dem Mittelalter und wurde bis ins Jahr 1950 von den Bewohnern Alanyas genutzt. Sie hat fünf gewölbte Docks, von denen jedes über 7 Meter breit und fast 43 Meter tief ist. Die Werft besitzt Mauern von knapp 2 Metern Dicke und ist insgesamt über 56 Meter lang. Die einzelnen Docks sind durch Spitzbögen miteinander verbunden. Die Seldschukische Werft kann zu Fuß über die alte Stadtmauer erreicht oder mit einer Bootstour erkundet werden.

Inschriften über dem Eingang der Werft sind mit Rosetten verziert und Tragen das Wappen von Sultan Keykubat. Ein Gebets- und ein Aufenthaltsraum im Inneren der Werft sind genauso gut erhalten wie der Bau selbst. Es gibt sogar einen Brunnen, der heute jedoch versandet ist. Die Werft von Alanya war die erste Seldschukische Schiffswerft in der Mittelmeerregion überhaupt.

Damlatas Magarasi

Alanya hat neben seinen Stränden und Sehenswürdigkeiten etwas ganz Besonderes zu bieten - die Tropfsteinhöhle Damlatas Magarasi. Sie liegt im Westen der Stadt, am Fuß des Burgbergs und wurde erst im Jahr 1948 zufällig bei Abbrucharbeiten in einem Steinbruch entdeckt. Die Damlatas Magarasi ist etwa 30 Meter lang und im Ganzen rund 200 Quadratmeter groß. Um sie zu erreichen, müssen Besucher einen 50 Meter langen Durchgang am Eingang der Höhle durchqueren, die sie in einen zylinderförmigen Raum führt. Von dort aus wird die Tropfsteinhöhle betreten, in der bis zu 15 Meter hohe und farbenfrohe Tropfsteinsäulen zu finden sind. Sie entstanden durch Regenwasser und werden auf ein Alter von bis zu 15.000 Jahren geschätzt.

Neben den wunderschönen Tropfsteinsäulen ist die Damlatas Magarasi außerdem für ihre Luft berühmt, die vor allem von Asthmakranken als sehr wohltuend empfunden wird. Sowohl Sommer als auch Winter liegt die Temperatur in der Höhle bei konstanten 22 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent.

Anamur Kalesi

Rund 120 Kilometer östlich von Alanya liegt die Stadt Anamur. Von ihr aus gelangen Besucher innerhalb weniger Minuten zur 'Mamure Kalesi', einer der am besten erhaltenen und zugleich ältesten Kreuzritterburgen an der Südküste der Türkei. Die Mamure Kalesi liegt direkt am Meer und wurde im 3. Jahrhundert nach Christus als römische Befestigungsanlage gebaut. Sie hat Ausmaße von 240 x 170 Meter und ist von einem Wassergraben umgeben, der im Norden und Osten bis zum Meer führt.

Funde bei im Jahr 1988 durchgeführten Ausgrabungen deuten darauf hin, dass die Burg nicht nur als Befestigungsanlage diente, sondern auch bewohnt wurde. Überreste von Mosaikfußböden, die Bädern und Wohnhäusern zugeordnet wurden, sowie der Fund einer Moschee im Innenhof bestätigten die Vermutungen der Archäologen. Neben der zweistöckigen Außenmauer, die von 36 Türmen flankiert wird, gibt es ein System von Gängen und Treppen, die die gesamte Burg durchziehen. Zum Teil waren die Stallungen, Badehäuser, Wohn- und Lagerräume direkt in die Festungsmauer integriert.

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