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Madaba (Madeba)

Madaba ist eine jordanische Kleinstadt zwischen Amman und dem Toten Meer. In Madaba wurden mehr als ein Dutzend antike Kirchenruinen gefunden. Viele waren mit fantastischen spätantiken Mosaiken ausgestattet. Zu den bedeutendsten Funden zählt ein großes Fußbodenmosaik aus byzantinischer Zeit mit der Landkarte des Heiligen Landes.

Video zu Madaba und dem berühmten Mosaikboden in Jordanien


In Madaba ist der berühmte Mosaikboden aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. zu sehen. - © STERN TOURS

Prächtige und höchst interessante archäologische Stätten gibt es viele in Jordanien. Doch nirgendwo sonst wurden solch einmalige Mosaiken gefunden wie in Madaba. Die archäologischen Funde sind das Highlight der 70.000 Einwohner großen Stadt. Nur 30 Kilometer südlich von Amman gelegen, lässt sich ein Besuch in Madaba wunderbar in jede Jordanienreise einplanen.

Die Geschichte der Stadt Madaba ist historisch und archäologisch noch nicht ausreichend erforscht, obwohl vieles darauf hinweist, dass die Stadt rund 3000 Jahren alt ist und auch in biblischer Zeit bewohnt war. Doch bisher konzentrierten sich die Forschungen auf die Hinterlassenschaften der spätrömischen und byzantinischen Antike. Aus dieser Zeit sind viele Kirchenruinen gefunden worden.

Das Mosaik in der St. Georgskirche in Madaba - © STERN TOURS

Ihre Blütezeit erlebte die Stadt von der römischen Kaiserzeit im 1. Jahrhundert n. Chr. bis zur Eroberung durch die Araber im 7. Jahrhundert. Doch schon im 8. Jahrhundert wurde sie wegen mehrerer Erdbeben aufgegeben und verlassen. Im Mittelalter blieb der Ort unbewohnt. Erst im 19. Jahrhundert siedelten sich wieder christliche und muslimische Araber an.

Kirchen und Mosaiken der Spätantike

Die St. Georgskirche steht im nördlichen Teil des Stadtzentrums von Madaba. Sie stammt im Wesentlichen aus zwei Epochen. Der Großteil der heutigen Kirche wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Doch die Fundamente und Grundmauern stammen aus byzantinischer Zeit bzw. aus dem 6. Jahrhundert. Das Innere der Kirche beeindruckt durch die vielen Heiligenbilder und die orthodoxe Einrichtung.

Video zu Mosaikboden der St. George Kirche in Madaba


Auf dem Fußboden der St. George Kirche in Madaba liegt das berühmte Mosaik - © STERN TOURS

Beim Wiederaufbau dieser Kirche wurde das weltberühmte antike Landkarten-Mosaik aus dem 6. Jahrhundert gefunden, welches in stilisierter Form einen Landschaftsausschnitt von Nordägypten bis zum Libanon zeigt, mit Palästina und Jerusalem in der Mitte. Das Fußboden-Mosaik misst etwa 6 mal 15 Meter. Beeindruckend sind die zahlreichen Details. Beim Bildausschnitt Jerusalems wurde sogar versucht, eine Art Stadtplan wiederzugeben. Zu erkennen sind einzelne bedeutende Gebäude und Stadttore. Die Mosaik-Karte ist zum Teil zerstört, so dass sozusagen Puzzleausschnitte erhalten sind, die man sich als Teil eines großen Ganzen vorstellen muss. Die Zerstörungen begannen in der frühislamischen Zeit, als figürliche Elemente entfernt wurden. Dann taten Brände und Beschädigungen des Kirchengebäudes ihr Übriges, um Teile der Landkarte zu zerstören.

Die St. Georgskirche in Madaba - © STERN TOURS

Neben den stilisierten Orten und Landschaften wurden figürliche Elemente eingefügt, darunter auch Pflanzen- und Tierdarstellungen. Die Schriftzüge der Kartenlegende sind auf Griechisch verfasst, der damaligen Lingua Franca des Oströmischen Reiches und der Liturgiesprache der oströmischen Kirche.

Neben der Stadtkarte Jerusalems sind unter anderen auch die Orte Askalon, Gaza und Pelusium mit beeindruckender Detailtreue wiedergegeben. Somit ist die Karte eine wertvolle Quelle zur Gestalt des Heiligen Landes in der Spätantike.

Die St. Georgskirche war nicht die einzige Kirche in Madaba. Da die Stadt bereits im 4. Jahrhundert Bischofsitz war, gab es zahlreiche weitere Kirchen, von denen einige ausgegraben werden konnten. Fantastische Mosaiken kamen zum Vorschein, so in der sogenannten Apostelkirche, die im 6. Jahrhundert errichtet worden war. Fast alle Kirchen der damaligen Zeit waren in der Form einer dreischiffigen Basilika errichtet worden. Ebenfalls sehenswert ist eine 1913 erbaute römisch-katholische Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist und auf den Fundamenten einer antiken Krypta errichtet wurde.

Die bedeutenden Mosaikfunde aus Madaba sind größtenteils im eigens dafür errichteten Mosaikenmuseum ausgestellt. Dieses Museum liegt einige Gehminuten südlich der St. Georgskirche. Neben wichtigen Mosaiken sind auch andere archäologische Objekte und völkerkundliche Exponate ausgestellt. Ebenfalls sehenswert ist der kleine Archäologische Park im Stadtzentrum.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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