Top Kundenservice
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

El-Beidha (Tell el-Beidha, Tall al-Baidha)

Die archäologische Ausgrabungsstätte von El-Beidha (Tell el-Beidha, Tall al-Baidha) nördlich der Felsenstadt Petra zeigt Ruinen früher Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit und beweist, wie alt die Besiedlung der Region ist.

Ein Besuch der archäologischen Ausgrabungsstätte von El-Beidha (Tell el-Beidha, Tall al-Baihda) rundet idealerweise den Ausflug nach Petra ab. Denn während Petra hauptsächlich mit Bauwerken aus der klassischen Antike glänzt, zeugen in El-Beidha Ruinen von den ersten uralten Besiedlungen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum). Zwar sind diese Ruinen nicht so spektakulär wie jene in Petra, beeindrucken dafür durch ihr schier unvorstellbares Alter. Man sieht hauptsächlich Grundrisse und Mauern von steinzeitlichen Behausungen.

Bereits während der Mittelsteinzeit haben sich hier einige Menschen zeitweise aufgehalten (während des sogenannten Natufiens im 11. Jahrtausend v. Chr.). Zu dieser Zeit waren die Menschen im Nahen Osten noch Jäger und Sammler. Steinwerkzeuge und Hinweise auf Jagdwaffen lassen vermuten, dass die Jäger häufiger an diesem Ort rasteten.

Doch erste richtige Siedlungsspuren in El-Beidha stammen aus der Jungsteinzeit, dem Neolithikum. Im 7. Jahrtausend v. Chr. hatten sich frühe Bewohner hier dauerhaft niedergelassen. Anfangs gehören die Siedlungsspuren dem sogenannten vorkeramischen Neolithikum an, einer Zeit, in der es die ersten Häuser gab, aber noch keine Keramik für den Alltagsgebrauch hergestellt wurde. Keramik ist wie Steinwerkzeuge sehr lange haltbar und eine wichtige Spur für Archäologen. Was man aber gefunden hat, waren Korbgeflechte, die mit Teer abgedichtet waren.

Die frühen Behausungen dieser Zeit waren runde Lehmstampfbauten, die wie Bienenwaben Wand an Wand gebaut wurden. Holzpfosten fungierten als Stützpfeiler, um das Dach zu halten. Später ist man dazu übergegangen, Häuser mit rechteckigem Grundriss zu errichten. Die Räume wurden größer. Man vermutet sogar, dass einige Häuser zweistöckig waren.

Die Bewohner des jungsteinzeitlichen Dorfes waren bereits Ackerbauern. Es wurden Hinweise auf den Anbau von Gerste und Emmer gefunden. Auch von Früchten hat man sich ernährt. Die Jagd schien dennoch weiterhin ein Teil der Nahrungsbeschaffung gewesen zu sein. Weiterhin gab es bereits domestiziertes Kleinvieh wie Ziegen und Schafe.

Gegen 6500 v. Chr. wurde die Siedlung aufgegeben. Die Gründe sind unklar. Jahrtausende später, im 2. Jahrhundert v. Chr., haben sich in El-Beidha die Nabatäer niedergelassen. Es war eine Nebensiedlung von Petra.

ie Ruinen von El-Beidha wurden gemeinsam mit der Felsenstadt Petra zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

Unsere beliebtesten Kulturreisen