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Wadi Ara

Das Wadi Ara ist eine Wadi-Landschaft, welche die Sharon-Ebene mit der berühmten Jezreel-Ebene verbindet und das Karmel-Gebirge vom Hochland von Samaria trennt.

Von Westen nach Osten bestimmen drei geologische Reliefformen die Landschaft Israels. Am Mittelmeer befindet sich die Küstenebene, die im Abschnitt zwischen Tel Aviv und dem Karmel-Gebirge Scharon-Ebene genannt wird. Dann folgt das Hochland mit den Mittelgebirgslandschaften. Im Osten wird das Relief vom tiefen und flachen Jordangraben abgeschlossen.

An einer Stelle zieht sich die Mittelgebirgskette bis ans Mittelmeer. Es handelt sich um das Karmel-Gebirge, das bei Haifa bis an die Küste reicht. Das Karmel-Gebirge trennt die Scharon-Eben von der berühmten Jezreel-Ebene, die ebenfalls von Haifa sich tief ins Inland erstreckt. Das Wadi Ara ist ein Bruch, der in Form eines Wadis das Karmel-Gebirge vom Hochland von Samaria trennt. Gleichzeitig ist es eine Verbindung zwischen der Scharon-Ebene und der Jezreel-Ebene.

In der Geschichte, vom Altertum bis zur Neuzeit, war das Wadi Ara immer wieder Durchgangsstelle von militärischen Heeren. Denn meist zogen diese entlang der Küstenebene. Das Wadi Ara war der ideale Pass, um zur anderen Ebene zu gelangen. Eine historisch überlieferte Anekdote aus dem Altertum ist der Feldzug des ägyptischen Pharaos Thutmosis III. im 15. Jahrhundert v. Chr. Er zog mit seinen Truppen durch die Sharon-Ebene und war auf dem Weg nach Megiddo, dem biblischen Amargeddon, um dort eine feindliche Koalition aus kanaanitischen Fürsten zu zerschlagen. Dazu musste sein Heer über das Karmel-Gebirge in die Jezreel-Ebene ziehen. Der Pharao hatte kurz vor dem Gebirgszug Halt gemacht und die Meldungen der Kundschafter abgewartet, die das Terrain ausgekundschaftet hatten. Schließlich besprach sich der Pharao mit seinen Generalen. Die Generale empfohlen einen Umweg über den Westen oder einen Osten zu machen, um von der Seite in die Jezreel-Ebene vorzustoßen und auf Megiddo zuzumarschieren. Doch Thutmosis entschied sich für den mittleren Weg, direkt durch das Wadi Ara, das in den ägyptischen Texten Aruna benannt wird. Durch diese Entscheidung überraschte der Pharao seine Gegner, was schließlich zum Sieg über Megiddo beitrug.

Heute führt die Landstraße 65 durch dieses Durchgangstal. Sie ist der schnellste Weg von der Sharon-Ebene in die Jezreel-Ebene.

In der Region des Wadis befindet sich die historische und archäologische Stätte von Harosheth Haggoyim. Hierbei handelt es sich um eine kanaanitische Festung und Siedlung aus der Bronzezeit und frühen Eisenzeit, die in den 1990er Jahren von italienischen Forschern und Archäologen der Universität Haifa ausgegraben wurde. Es wurden Überreste von alten Befestigungswällen und Gebäuden gefunden.

Ebenfalls in der Nähe des Wadis befindet sich der 15.000 Einwohner zählende Ort Kafr Kara (Kafr Qara, Kufur Qara). Der auf einem kleinen Hügel gelegene Ort rühmt sich wegen seiner hohen Akademiker- und Ärztedichte. Die meisten Einwohner von Kafr Kara sind Palästinenser beziehungsweise Araber. Die Mehrheit sind Muslime.

Eine seltsame Situation begegnet dem Reisenden im kleinen Dorf Shuk von Kfar Bartaa. Dieses Dorf liegt direkt auf der Grenze, der sogenannten grünen Linie, die einst zwischen dem Staat Israel und den Palästinensergebieten gezogen wurde. So kam es, dass jede Dorfhälfte einer jeweils anderen Administration unterlag. Dies hatte Konsequenzen für das Zusammenleben der Menschen. Zeitzeugen berichten hier gern über Sinn und Unsinn der politischen Verhältnisse im Lande und die Schwierigkeiten und Chancen des Zusammenlebens von jüdischen Israelis und arabisch-muslimischen Palästinensern.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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