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Israel-Museum in Jerusalem

In Jerusalem, in Sichtweite der Knesset, steht das berühmte Nationalmuseum des Landes. Das Israel-Museum ist Israels größtes Museum, mit Artefakten und Ausstellungsobjekten aus allen historischen Epochen, von der Steinzeit über das Altertum bis hin zur Neuzeit. Berühmt ist die Sammlung antiker Schriftzeugnisse im sogenannten Schrein des Buches.

Video zum Israel Museum


Im Israel-Museum in Jerusalem befindet sich der Schrein des Buches - © STERN TOURS

Im Westen Jerusalems liegt auf einer Hügelkette das Regierungsviertel mit der Knesset (dem Parlament) und wichtigen Ministerien sowie der Nationalbibliothek und der Hebräischen Universität. Nur wenige Gehminuten südlich der Knesset steht das Israel-Museum mit seinem berühmten Schrein des Buches. Es handelt sich um das größte und wichtigste Museum des Landes.

Das Israel-Museum widmet sich zwei thematischen Schwerpunkten. Zum einen wird die Geschichte des Landes und der umliegenden Region dokumentiert, und zwar von den ersten menschlichen Hinterlassenschaften der Altsteinzeit bis hin zur Kunst der Gegenwart. Zum anderen wird die jüdische Geschichte nachvollzogen. Gezeigt wird nicht nur die Entwicklung des jüdischen Lebens in Palästina und Israel, sondern auch in der weltweiten jüdischen Diaspora.

Schrein des Buches

Im Gartenareal des Israel-Museums befindet sich der „Schrein des Buches“. Hierbei handelt es sich um ein architektonisch hoch interessantes Bauwerk, das wichtige Schriftzeugnisse aus der Antike, insbesondere die berühmten Schriftrollen aus Qumran beherbergt.

Das Israel-Museum in Jerusalem - © STERN TOURS

Auffällig ist die Kuppel, die dem Oberteil einer Zwiebel oder einem Rundzelt ähnelt. Sie soll die Form jener Deckel bzw. Verschlüsse wiedergeben, mit denen die Behälter verschlossen waren, in denen die Schriftrollen von Qumran aufbewahrt wurden. Eine äußere Wassersprenganlage sorgt für Kühlung der Kuppel. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 25 Metern.

Die weiße, abgekühlte Kuppel bildet einen symbolischen Gegenpol zur schwarzen Basaltmauer, die sich im Sonnenlicht aufheizt. Form, Farbe und Temperatur spielen symbolisch mit dem religiösen Gegensatz von Gut und Böse, den Mächten des Lichtes und den Mächten der Finsternis, dem wahren Glauben gegen den Unglauben und Aberglauben.

Ausgestellt sind Textfunde und Schriftrollen aus Qumran beim Toten Meer, Briefe des Bar Kochba, dem Anführer des zweiten jüdischen Aufstandes gegen die Römer, Handschriften aus Masada und Ein Gedi am Toten Meer. Außerdem sind Kleidungstücke und Gebrauchsgegenstände der Sekte der Essener ausgestellt, sowie jene der Zeloten, einer alten jüdischen Widerstandsbewegung gegen die Römer, die sich zum Schluss ihres Kampfes auf die Felsenfestung von Masada zurückgezogen hatte.

Hauptstück des Schreins des Buches ist die berühmte Jesaja-Rolle, die an einem drehenden Zylinder befestigt ist. Gekrönt ist der Zylinder von einem monumentalen Gebilde, das dem Griff einer Thorarolle nachempfunden ist. Bei der Jesaja-Rolle handelt es sich um eine rund 7,35 m lange Schriftrolle. Sie ist das älteste komplett erhaltene Manuskript des Jesaja-Buches und gleichzeitig das älteste Textzeugnis eines Bibeltextes. Da das Original stark angegriffen war, hat man sich entschlossen, eine getreue Kopie auszustellen und das Original sicher an einem anderen Ort aufzubewahren.

Stadtmodell des antiken Jerusalem

Ebenfalls im Garten des Israel-Museums befindet sich seit 2006 ein großes Modell der antiken Stadt von Jerusalem. In einem Maßstab von 1:50 wurde das Stadtbild Jerusalems rekonstruiert, wie es kurz vor der Zerstörung durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. ausgesehen haben muss. Das 1966 von Hans Koch finanzierte Modell stand zunächst auf dem Gelände des Holy Land Hotels. Die Bildhauer orientierten sich an archäologischen Befunden und an historischen Textquellen (z.B. an die Bücher des Flavius Josephus, die Mischna, den Talmud sowie das Neue Testament). Wissenschaftlicher Berater des Projektes war der bekannte israelische Archäologe Michael Avi-Yonah. Die rund 1.000 Quadratmeter große Modellanlage wird regelmäßig aktualisiert, um den Stand der archäologischen Erforschung Jerusalems wiederzugeben.

Ein erhöhter Aussichtspunkt neben dem Modell soll die Lage des Ölberges symbolisieren. Stellt man sich darauf, schaut man sozusagen nach Westen über das Kidrontal auf die antike Stadt. Dort, wo man heute die goldene Kuppel des Felsendoms sieht, zeigt das Modell den Zweiten Jerusalemer Tempel, wie ihn Herodes der Große hat errichten und erweitern lassen. Man sieht den blockartigen Kernbau, die einzelnen Vorhöfe, und die gewaltigen Stadtmauern des Tempelberges. An der Nordwestkante des Tempelbezirks schließt sich die Festung Antonia an. Das realitätsnahe Modell zeigt die Architektur der einzelnen Gebäude, den Verlauf der Stadtmauern, die Trennung in Ober- und Unterstadt sowie im Osten, d.h. auf der anderen Seite des Modells, den Palast des Herodes. Auch das antike Theater und die Pferderennbahn (Hippodrom) sind erkennbar.

Archäologische und biblische Sammlung

Die archäologische und biblische Sammlung des Israel-Museums zeigt eine Vielzahl wichtiger archäologischer und historischer Exponate, die seit Gründung des Staates Israel bei Ausgrabungen entdeckt wurden. In mehren Pavillons werden Funde aus allen Epochen gezeigt, angefangen von der Altsteinzeit über das vorbiblische und biblische Altertum bis hin zu Mittelalter.

Zu den Highlights der archäologischen Sammlung gehören die vielen bronzenen und silbernen Statuen und Statuetten kanaanäischer und phönizischer Gottheiten, das bronzezeitliche Stadttor von Hazor, einer bedeutenden archäologischen Stätte im Norden Israels, und ein Sanktuarium aus Arad.

Aus der klassischen Antike sind Funde aus Caesarea Maritima, griechische und römische Architekturbeispiele, Mosaike aus Synagogen und Kunstwerke aus frühchristlichen und byzantinischen Kirchen zu sehen.

Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Judaika

Im Zuge der Volksaufstände und jüdisch-römischen Kriege begann eine neue Welle der jüdischen Diaspora. Viele jüdische Familien verließen Palästina und ließen sich in anderen Provinzen des Römischen Reiches und Ländern des Vorderen Orients nieder. Im Mittelmeerraum und im Nahen Osten gab es an verschiedensten Orten jüdische Gemeinden mit ihren Synagogen. Im Mittelalter setzte sich dieser Prozess europaweit fort, bis schließlich die jüdische Gemeinschaft über die halbe Welt verstreut war. Dementsprechend gibt es jüdische Kunst und Kultur aus allen möglichen Ländern.

Die Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Judaika des Israel-Museum trägt dieser Geschichte Rechnung, in dem sie Kunst-, Ritual- und Alltagsgegenstände jüdischen Lebens aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen zusammengetragen hat. Während einerseits die Juden auch in der Fremde und Ferne an ihren Traditionen festhielten, so gab es andererseits reichhaltigen Einfluss der Kulturen jener Länder, in denen sie Zuflucht gefunden hatten.

Und so sind in dieser Sammlung beispielsweise Synagogenmobiliar, Hannukah-Lampen, Thorarollen, Trachten, Kultgegenstände und Schmuck aus den unterschiedlichsten Ländern vertreten – aus Europa, dem Jemen, Marokko, Ägypten, sogar aus Südamerika. Eine beinahe komplette Synagogeneinrichtung wurde aus Surinam ins Israel-Museum gebracht, auch eine vollständige, aus dem 17. Jahrhundert stammende, Synagogeneinrichtung aus der norditalienischen Stadt Vittorio Veneto nahe Venedig.

Kunstsammlungen

Zum breiten Themengebiet des Israel-Museums gehören die Kunstsammlungen. Eine Sammlung beherbergt interessante Werke europäische Meister von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert. Gezeigt werden neben Gemälden auch wertvolle Einrichtungsgegenstände und Mobiliar aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Ein anderer Sammlungsabschnitt zeigt Werke moderner Kunst. Es handelt sich um Gemälde, Zeichnungen, Plastiken und Fotografien großer Künstler wie beispielsweise Pablo Picasso, Paul Klee, Salvador Dali, und Marc Chagall. Ebenso vertreten sind die Kunstwerke namhafter israelischer Künstler.

Billy-Rose-Kunstgarten

Auf dem Gelände des Israel-Museums wurde ein parkähnlicher Kunstgarten angelegt. Es handelt sich um eine Art Skulpturenpark. Obwohl der Namensgeber der US-amerikanische Kunstmanager und Liedtexter Billy Rose (1899-1966) war, wurde der Park hauptsächlich vom japanisch-stämmigen US-amerikanischen Künstler Isamu Noguchi gestaltet, der auch eigene Kunstwerke dort aufgestellt hat.

Ausgestellt sind rundplastische Kunstwerke berühmter Bildhauer aus aller Welt. Darunter befinden unter anderem Werke von Pablo Picasso, Auguste Rodin, Henry Moore sowie von den israelischen Künstlern Michael Gross, Menashe Kadishman und Ezra Orion.

Kindermuseum

Das Kindermuseum, "Youth Wing" genannt, ist speziell für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Hier werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Die Ausstellungen sind pädagogisch und interaktiv konzipiert, um das Interesse junger Menschen an Kultur, Kunst und Geschichte zu wecken.

Rockefeller-Museum

as Rockefeller-Museum ist eine wichtige Außenstelle des Israel-Museums. Es liegt nordöstlich der Jerusalemer Altstadt. Zwischen Israel-Museum und Rockefeller-Museum verkehrt ein Shuttle-Bus. Im Rockefeller-Museum sind hauptsächlich die archäologischen Funde ausgestellt, die bereits vor der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 gefunden worden waren.

Das Museum ist eines der ältesten archäologischen Museen Israels und wurde 1925 von dem berühmten amerikanischen Archäologen, Historiker und Ägyptologen James Henry Breasted (1865-1935) gegründet. Die eigentliche Eröffnung des Museumsbaus fand im Jahre 1938 statt. Das Museum ist nach seinem wichtigsten Sponsor, John D. Rockefeller, benannt. Im Rockefeller-Museum ist auch die israelischer Behörde für Altertümer untergebracht.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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