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Die Geburtskirche Jesu in Bethlehem

Der Überlieferung des Neuen Testamentes entsprechend, soll Jesus Christus in Bethlehem geboren worden sein. Über einer Grotte, die als Geburtsgrotte Jesu gilt, wurde unter Kaiser Konstantin (4. Jahrhundert) die spätantike Geburtskirche errichtet und von Kaiser Justinian (6. Jahrhundert) ausgebaut. Die Kirche ist das Ziel von christlichen Pilgern aus aller Welt.

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Die Geburtskirche in Bethlehem - © STERN TOURS

Neben der Grabeskirche in Jerusalem gilt die Geburtskirche Christi als wichtigster religiöser Wallfahrtsort der christlichen Pilger im Heiligen Land. Auch architektonisch ist sie von besonderer Bedeutung, da sie den größten Teil ihrer byzantinischen Bausubstanz und Dekoration bis heute bewahrt hat, auch wenn sie im Mittelalter von Kreuzfahrern ergänzt und in späteren Zeiten, insbesondere am Dach, repariert werden musste. Angesichts ihrer religiösen, historischen und kulturellen Bedeutung, wurde sie 2012 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Über der Grotte, die in der Antike als Stall gedient haben soll und behelfsweise als Herberge der Heiligen Familie zu Verfügung gestellt wurde, war in römischer Zeit zunächst ein heidnisches Heiligtum errichtet worden. Es war Kaiser Hadrian, der im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. dort einen Tempel des Gottes Adonis errichten ließ. Damit war den Christen der Zugang zum heiligen Ort vorerst versperrt.

Doch im Jahre 325 n. Chr., zur Regierungszeit des später zum Christentum konvertierten Kaisers Konstantin, wurde schließlich das heidnische Heiligtum abgerissen und die eigentliche Geburtskirche über der Grotte errichtet. Wie die Kirche damals ausgesehen hat, lässt sich zum Teil rekonstruieren. Es handelte sich um eine fünfschiffige Basilika spätantiken Stils. Damit begann die Zeit Bethlehems als Pilgerort.

Die Geburtskirche in Bethlehem
Die Geburtskirche Jesu in Bethlehem - © STERN TOURS

Einer der berühmtesten Pilger der Spätantike war der Heilige Hieronymos. Er kam im Jahre 386 nach Bethlehem und blieb dort bis an sein Lebensende. In Bethlehem soll er vier Klöster gegründet haben. In einem Kloster wirkte er als Mönch und als Abt. In einer Höhle unweit der Geburtsgrotte soll Hieronymus die Bibel ins Lateinische verfasst haben. So entstand die Vulgata, die erste Bibelübersetzung überhaupt.

In den beiden folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche stark zerstört. Es gab Erdbeben, und außerdem sollen Samaritaner bei einer Rebellion im Jahre 529 die Kirche stark verwüstet haben. Unter Kaiser Justinian wurde die Kirche wieder aufgebaut. Der Architekt übernahm hierbei das fünfschiffige Grundmuster der Architektur des Vorgängerbaus.

Mit wenigen Veränderungen steht nun die Kirche bis heute. Sie überlebt die Eroberung Palästinas durch die Perser im Jahre 614 ebenso wie die Eroberung durch die Araber wenige Jahre später. Die Perser waren von einem Bild angetan, das die heiligen drei Könige zeigt. Da diese in persischer Tracht dargestellt sind, glaubten sie, dass ihre Vorfahren diese Kirche respektiert haben müssen, und entschlossen sich, die Kirche weder auszurauben noch zu zerstören. Auch die Araber ließen die Kirche unberührt. Nach islamischen Glauben ist Jesus ein wichtiger Prophet, der auch im Koran erwähnt wird.

Von außen mutet die Kirche wie ein Festungsbau an. Viele der äußeren Mauern und Vorbauten wurden in der Kreuzfahrerzeit angefügt. Denn um 1099 eroberten die Kreuzritter das Heilige Land. Im Jahre 1100 wurde am Weihnachtsfest Balduin I. in der Geburtskirche zum König von Jerusalem gekrönt. Damit war in Bethlehem das erste christliche Königreich auf dem Boden des Heiligen Landes ausgerufen worden.

In den 1830er Jahren soll es eine Reihe von Erdbeben gegeben haben, die der Kirche zusetzten. Doch die Schäden wurden nach und nach behoben. Heute wird die Kirche gemeinschaftlich von der griechisch-orthodoxen, römisch-katholischen und armenischen Kirche betreut.

Besichtigung der Kirche

Der Haupteingang zur Kirche ist mehrfach durch nachträgliches Einfügen von Steinen verkleinert worden. Man erkennt noch den alten Bogen des ursprünglichen Eingangs. Weil man sich beim Hineingehen bücken muss, wird sie auch Demutspforte genannt.

Auf dem Eingang folgt eine Querhalle, der Narthex. Dann gelangt man in die fünfschiffige Halle der Basilika. Die beiden äußeren Schiffe zu jeder Seite sind schmaler, das Mittelschiff ist breiter. Die Schiffe werden durch vier Säulenreihen zu je elf Säulen getrennt. In der Mitte des Mittelschiffes sind an einer aufgerissenen Stelle des Bodenniveaus Mosaiken der alten Kirche aus dem 4. Jahrhundert zu sehen.

Abgeschlossen wird die Kirche im Osten mit einem Trikonchos, einer Dreikonchenanlage. Dabei handelt es sich um eine spezifische Grundrissform mit drei halbrunden Apsiden, zwei gegenüberliegende an den Seiten und einer zum Abschluss des Kirchengebäudes. Wenn man so will handelt es sich um eine dreifache Apsis.

Höhepunkt der Besichtigung ist die Grotte unterhalb der Kirche. Es handelt sich um einen Komplex von Grotten, Kammern und Gängen. Man kann sie an zwei gegenüberliegenden Eingängen in der Apsis unweit des Altars betreten. Hauptheiligtum ist die Geburtsgrotte Jesu mit einem silbernen Stern, der in den Marmorboden eingelassen ist. Zum Grottensystem gehören auch die Krippengrotte, in der die Heiligen drei Könige das Christuskind besucht haben sollen, der Altar des Heiligen Josef, die Grotte der unschuldigen Kinder, die durch den Befehl des Herodes beim Massenkindermord zu Bethlehem umgebracht wurden, eine Kammer mit drei Nischengräbern, eine Grotte mit den Bestattungen der Gebeine des Eusebius, der Paula und Julia, die Grotte des Heiligen Hieronymus mit Scheingrab und Altar sowie schließlich die Höhlenkammer, in der Hieronymus seine lateinische Übersetzung der Bibel angefertigt haben soll.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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