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Beit Alfa

In der Nähe des Berges Gilboa, des Kibbuz Beit Alfa und der Ortschaft Afula, im Norden Israels, wurden die Ruinen einer antiken Synagoge gefunden. Die Besonderheit dieser Synagogenruine ist der hervorragend erhaltene 10 mal 5 Meter große Mosaikfußboden.

Video zu Beit Alfa Mosaikfussboden


Die Synagoge von Beit Alfa mit dem berühmten Mosaikfussboden - © STERN TOURS

Aus der byzantinischen Zeit des 6. Jahrhunderts stammt die Synagoge von Beit Alfa (Beth Alpha, Bet Alfa, arabisch: Beit Ilfa). Sie war das religiöse und gemeinschaftliche Zentrum einer Ortschaft gleichen Namens. Diese Siedlung war nicht lange bewohnt, da sie bereits im selben Jahrhundert einem Erdbeben zum Opfer fiel. Im Zuge dieses Erdbebens wurde auch die 27,7 mal 14,2 Meter im Grundriss messende Synagoge zerstört. Die Trümmer und der Staub fielen auf den Mosaikboden und bedeckten ihn. So blieb der Boden lange Zeit verschollen und vor weiteren Zerstörungen geschützt.

Später entstand in unmittelbarer Nachbarschaft die arabische Siedlung Beit Ilfa, dann, gegen 1921, wurde anstelle des später verlassenen arabischen Ortes ein jüdischer Kibbuz gegründet, der nach dem Ort Beit Alfa genannt wurde.

Die spätantike Synagoge bestand aus einem Vorraum, einer Querhalle mit drei Eingangsportalen und einem dreischiffigen Hauptsaal mit einer halbrunden Apsis an dessen Ende, wo einst der Schrein der Thora stand. Die Apsis ist nach Süden, nach Jerusalem ausgerichtet. Der Mosaikboden bedeckt fast den gesamten Bereich des Mittelschiffes. Auch Mosaikabschnitte eines Seitenschiffes sind zum Teil noch erhalten. In den andern Räumen sind die Bodenmosaike nur für einzelne Teilflächen erhalten.

Der Mosaikfußboden von Beit Alfa
Der Mosaikfußboden von Beit Alfa © STERN TOURS

Zum Schutz der wertvollen Mosaike, die zu den wertvollsten archäologischen Funden Israels gehören, wurde ein Museum errichtet, in dem unter anderem die Bedeutung und die Geschichte solcher Mosaike erläutert werden.

Die meisten Mosaike der Synagoge geben geometrische Muster wieder und haben einen rein dekorativen Charakter. Das 10 mal 5,3 Meter große Hauptmosaik jedoch ist voller religiöser Symbolik, die in einer seltsam anmutenden naiven Gestaltungsform komponiert wurde.

Eingerahmt in geometrische Muster ergeben sich drei Hauptfelder. Das nördliche, welches man zuerst sieht, wenn man durch den Eingang in den Hauptsaal kommt, zeigt die religiösen Szenen rund um die Anekdote der Opferung des Isaak, wie es im Alten Testament (Genesis 22) beschrieben wird. Man erkennt einen Altar mit Flammen. Die zentrale Figur ist der bärtige und mit einem langen Gewand bekleidete Abraham, der in einer Hand seinen Sohn Isaak hält, in der anderen ein Opfermesser. Beide Figuren sind namentlich gekennzeichnet, so dass die Identifikation keine Schwierigkeiten bereitet. Isaak hat seine Hände gebunden. Vom Himmel, der durch eine Wolke symbolisiert wird, streckt ein Engel seine Hand zu Abraham, um ihn vom Vollzug des Opfers abzuhalten.

Das mittlere Feld zeigt ein Tierkreiszeichen, den Zodiak. Der Zodiak steht für das Kalenderjahr und die jährliche Erneuerung des Lebens. Im Zentrum ist der Sonnengott Helios dargestellt. Dies war keine Verehrung eines griechischen Gottes, sondern ein Symbol für die Kraft und Präsenz des jüdischen Gottes Jahwe, der sich auch in Form der Sonne zum Ausdruck bringt. Die Bilder demonstrieren, wie damals das monotheistische Bilderverbot noch nicht sehr ausgeprägt war. Ebenfalls dargestellt sind die Symbole für den Mond und die Sterne. Sie symbolisieren den Kreislauf des Kosmos. Dieses Motiv wird durch die vier Frauenköpfe vervollständigt, die für die vier Jahreszeiten stehen.

Das dritte, südliche Feld des Fußbodenmosaiks zeigt typisch jüdische Symbole. Man erkennt die heilige Bundeslade. Zwei Vögel fokussieren sich auf ein strahlendes Dreieck, das sich zum Himmel zuspitzt und das Licht Gottes symbolisiert. An beiden Seiten stehen jeweils ein siebenarmiger Leuchter, der heute als allgemeines Sinnbild des Judentums gilt, sowie zwei Raubkatzen, bei denen es sich wohl um Löwen handelt, die vermutlich für den Stamm Juda stehen.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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