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Die Sphinx von Giza

Vor den Pyramiden von Giza wacht die Sphinx. Sie ist die wohl bekannteste Monumentalfigur Ägyptens und des Altertums schlechthin. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Ansicht, stellt die Sphinx ein männliches Wesen dar: einen Löwen mit dem Kopf eines Königs.

Streng genommen müsste man von dem Sphinx sprechen, da es sich um die Darstellung eines männlichen Wesens handelt, nämlich eines Königs mit Löwenkörper und Menschenkopf. Da sich jedoch im deutschen Sprachgebrauch seit über hundert Jahren die weibliche Form durchgesetzt hat, ist es legitim, "die Sphinx" zu sagen, statt "der Sphinx".

Von den Vordertatzen bis zum Schwanz miss die Kolossalfigur rund 70 Meter. Sie ist etwa 20 Meter hoch. Der Kopf ist mit einem königlichen Kopftuch bedeckt. Die Nase ist abgebrochen. Die genauen Umstände des Abbruchs sind nicht bekannt.

Auch wenn einige Steinlagen (die in späteren Zeiten angefügt wurden) suggerieren, die Sphinx sei Stein für Stein aufgerichtet, so ist sie tatsächlich direkt aus dem anstehenden Fels geschlagen worden. Die Felswände am Rande des Giza-Plateaus wurden als Steinbrüche genutzt. Nur die Kalksteinverkleidung und die wenigen Granitblöcke kamen von anderswo. Der Grundstock des Materials wurde vor Ort gebrochen. Eine übrig gebliebene markante Felsformation gestalteten die Ägypter zu einer monumentalen Sphinx um. Vermutungen, wonach die Sphinx 10.000 Jahre als sei, sind nicht haltbar, da der anstehende Fels, der zu dieser Datierung untersucht wurde, selbstverständlich älter ist als das Kunstwerk, das man aus diesen Fels herausgemeißelt hat. Es gibt kaum einen Archäologen, der bezweifelt, dass die Sphinx parallel zum Pyramidenbau entstand.

Damit wären wir auch schon bei der Datierung. Die Sphinx stammt aus dem 27. oder 26. Jahrhundert v. Chr. (4. Dynastie). Umstritten ist lediglich die Frage, ob Pharao Cheops oder Pharao Chephren dargestellt ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Sphinx immer wieder vom Wüstensand bis zum Hals zugeweht. Wind und Wetter ließen das Material erodieren. Doch bereits im ägyptischen Altertum und in der klassischen Antike wurde sie immer wieder ausgegraben und teilrestauriert. Lediglich im christlichen und islamischen Mittelalter verwahrloste ihre Gestalt zunehmend, bis die Europäer sie im 19. Jahrhundert wieder vom Sande befreien ließen. Die erste schriftlich überlieferte Ausgrabung und Restaurierung der Sphinx ist im Hieroglyphentext einer Stele überliefert, die zwischen den Beinen der Sphinx gefunden wurde. Der Text erzählt, dass Pharao Thutmosis IV. (18. Dynastie, 14. Jahrhundert v. Chr.) nach einem Wüstenjagdausflug im Schatten der Sphinx Rast gemacht habe. Plötzlich sei ihm im Traum der Sonnengott erschienen, mit dem Auftrag, die Sphinx vom Sande zu befreien.

Auf Arabisch wird die Sphinx "Abu el-Hol" genannt: "Vater des Schreckens". Sie hat ihren Blick nach Osten gerichtet, wo die Sonne aufgeht. Damit markiert sie eine der beiden Koordinaten, nach denen die Pyramiden ausgerichtet sind: die Ost-West-Achse des Sonnenlaufes und die Nord-Süd-Achse, die zu den Zirkumpolarsternen am nördlichen Firmament weist.

Vermutungen, wonach es in der Sphinx geheimnisvolle Gänge und Kammern geben soll, haben sich nicht bestätigt. Auch eine vermutete geheime Verbindung zwischen der Sphinx und der Cheops- oder Chephren-Pyramide wurde nicht gefunden.

Direkt vor der Sphinx liegen die massiven Ruinen zweier Tempel. Der eine Tempel ist der Taltempel des Chephren-Bezirks. Beim anderen Tempel handelt es sich um ein Heiligtum des Harmachis (Hor-em-Achet), dem "Horus vom Horizont". Sowohl der Name als auch die unmittelbare Lage des Tempels vor der Sphinx legen nahe, dass es eine kultische Verbindung zwischen diesem Tempel und der Sphinx gab. Vermutlich wurde die Sphinx im Altertum tatsächlich als "Horus vom Horizont" angesprochen. Der Pharao galt seit jeher als irdische Verkörperung des Gottes Horus.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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