Top Kundenservice
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

Sakkara (Saqqara)

Sakkara ist einer der archäologischen „Hot Spots“ in Ägypten. Auf dem von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Gelände steht die älteste Pyramide Ägyptens, die 4.700 Jahre alte Stufenpyramide des Pharao Djoser (3. Dynastie, Altes Reich). Insgesamt besteht Sakkara aus zwei gewaltigen Nekropolen mit insgesamt 11 königlichen Pyramiden, zahlreichen Mastaba-Gräbern, Felsgräbern, Totenkultanlagen, Katakomben und antiken Heiligtümern.

Video zur Stufenpyramide von Sakkara


Stufenpyramide von Sakkara - die älteste Pyramide Ägyptens - © STERN TOURS

Sakkara (Saqqara) ist eine der wichtigsten Gräberfelder (Nekropolen) des alten Ägypten, rund 20 km südwestlich von Kairo am Rande des Niltals gelegen. Die Nekropole besteht aus zwei Teilen: Sakkara-Nord und Sakkara-Süd.

Der Nordteil der Nekropole ist neben den Pyramiden von Giseh (Giza) und dem Tal der Könige bei Luxor eines der Highlights jeder Ägyptenrundreise. Rund um die uralte und gewaltige Stufenpyramide des Djoser stehen verstreut die Ruinen zahlreicher Pyramiden, Grabkapellen und archäologisch bedeutsamer Denkmäler. Um nur die wichtigsten aufzuzählen: die Pyramiden des Unas und Userkaf (5. Dynastie), die Pyramide des Teti (6. Dynastie), der Grabkomplex des Königs Horus-Sechemchet (3. Dynastie), die erste Grabanlage des Pharao Haremhab (18. Dynastie), das Jeremias-Kloster (christlich-koptische Zeit), das Serapeum (Katakomben für die heiligen Apis-Stiere, vornehmlich aus der Spätzeit und Ptolemäerzeit), ein Isis-Tempel mit Tiernekropolen sowie zahlreiche Mastabas und Felsgräber aus dem Alten Reich und mehrere Königsgräber aus der 1. und 2. Dynastie.

Das Gräberfeld von Sakkara-Süd ist für Touristen nur bedingt zugänglich. Hier befinden sich die Pyramiden und Totenkultanlagen wichtiger Pharaonen aus der 5. Dynastie (Djedkare-Asosi, Pepi I., Merenre, Pepi II.), der 8. Dynastie (Ibi) und 13. Dynastie (Chendjer) sowie eine königliche Mastaba-Anlage des Pharao Schepseskaf (4. Dynastie). Erwähnenswert sind zudem die kleinen Königinnen-Pyramiden der Iput, Neith und Udjebten, die im Umfeld der Anlage des Königs Pepi II. errichtet wurden. Direkt vor der Nekropole von Sakkara-Süd befindet sich das gleichnamige Dorf, nach dem Sakkara benannt ist. Ursprünglich geht der Ortsname auf den altägyptischen Totengott Sokar zurück, der zugleich eine wichtige Lokalgottheit der hiesigen Nekropolen war.

Museum von Sakkara

Die meisten Touristen reisen mit dem Bus oder Taxi an und halten auf dem Parkplatz östlich des Djoser-Pyramiden-Komplexes. Einige hundert Meter weiter südöstlich an der Straße befindet sich ein kleines Museum. In diesem neuen Museum sind wichtige Funde aus Sakkara ausgestellt. Wer genügend Zeit mitgebracht hat, sollte sich vor der Besichtigung von Sakkara unbedingt dieses Museum anschauen, zumal dort auch die geschichtlichen Zusammenhänge der Nekropole erläutert und veranschaulicht werden.

Grabkomplex des Pharao Djoser

Sie ist die älteste Pyramide des alten Ägypten: die Stufenpyramide des Königs Djoser-Netjerichet (3. Dynastie, etwa 2700 v. Chr.). Als weithin sichtbares Wahrzeichen von Sakkara ist sie der Anziehungsmagnet für jährlich hunderttausende Touristen. Das sechsstufige Grabmonument ist etwa 60 m hoch und hat eine recheckige Grundfläche von 121 x 109 m.

Im Inneren der Pyramide führt ein höchst komplexes und verwirrendes System von Gängen, Korridoren und Kammern zur königlichen Grabkammer, die am Fuße eines gewaltigen Grabschachtes liegt. Entlang der Ostseite der Pyramide führen mehrere Schächte zu kleinen Nebenkammern königlicher Familienmitglieder. Wegen Einsturzgefahr ist das Betreten des Pyramideninneren strengstens verboten.

Die Pyramide ist Teil eines 545 x 278 m großen, von Nord nach Süd ausgerichteten Totenkultkomplexes. Der Besucher betritt die Anlage an der Südostecke durch eine restaurierte, von Halbsäulen flankierte Eingangskolonnade. Man gelangt zunächst in einem riesigen offenen Hof. In der Mitte des Hofes sind zwei B-förmige Kultanlagen, die als Endpunktes für den Kultlauf des Königs beim Jubiläumsfest (Sed-Fest) dienten. Der König hatte in Form eines Laufes seine körperliche Tüchtigkeit zu demonstrieren. Die Bauten der Anlage dienten dazu, dass der König auch im Jenseits das Jubiläumsfest unendliche Male wiederholen konnte. Direkt vor der Südflanke der Pyramide befindet sich ein Altar für den Opferkult. Nach Osten führt ein Durchgang zu einem kleineren Hof mit steinernen Kultbauten und Kapellen, die ebenfalls im Zusammenhang mit dem religiösen Jubiläumsfest stehen. Es handelt sich um steinerne Nachbauten von Zelten und Ziegelbauten.

Weiter nach Norden folgen ein weiterer Hof und zwei steinerne Bauten, die als Südhaus und Nordhaus angesprochen werden und vermutlich für die beiden Landesteile Ägyptens stehen, die der Pharao beherrschte. An der Nordseite der Stufenpyramide schließt sich der eigentliche Totentempel an, der bei den späteren Pyramiden (etwa in Giseh) stets an der Ostseite gebaut wurde. Interessant ist eine Anlage, die als „Serdab“ bezeichnet wird. Es handelt sich um ein Statuenhaus, in dem eine lebensgroße Statue des Königs aufgestellt war, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet. Die jetzige Statue im Serdab ist eine Kopie. Durch einen Sehschlitz in der Mauer kann man in Blickkontakt mit der Statue des Königs treten, die einen Seelenaspekt des Königs (nämlich seinen „Ka“) darstellt.

Im Süden des Djoserkomplexes gibt es eine unterirdische Anlage, die die königlichen Kammern und Korridore des Pyramideninneren kopiert. Es handelt sich hierbei um das sogenannte „Südgrab“. Hier wurden, wie in der Pyramide, Korridore mit dekorierten Wänden gefunden, die mit Fayencekacheln geschmückt waren. Von Scheintüren umrahmte Reliefbilder zeigen den König Djoser beim Kultlauf. Leider ist das Südgrab ebenso wie das Pyramideninnere für Besucher nicht geöffnet.

Pyramide des Unas und benachbarte Gräber

Südlich des Djoserkomplexes schließt sich der Pyramidenkomplex des Pharao Unas (5., Dynastie, 24. Jahrhundert v. Chr.) an. Die ursprünglich 43 m hohe Pyramide ist zu einem Schutthügel zerfallen. Dennoch sind die Gänge im Innern intakt. Die Wände der Grabkammer des Unas sind mit Hieroglyphentexten beschriftet. Es handelt sich um den alten Textkorpus der Pyramidentexte. Diese Texte beinhalten Themen aus der ägyptischen Mythologie und Szenen vom Himmelsaufstieg des verstorbenen Pharao.

Im unmittelbaren Umfeld der Pyramide und im Bereich des Pyramidenaufwegs, der vom Taltempel des Unas heraufführt, sind zahlreiche Mastabas und Felsgräber aus unterschiedlichen Epochen gefunden worden. Erwähnenswert sind die Mastabas des Pyramidenaufsehers Chenu (Ende 6. Dynastie), der Prinzessin Seschdet-Idut (Anfang 6. Dynastie) und des Wesirs Mehu (Anfang 6. Dynastie ), die allesamt zwischen dem Unas-Aufweg und dem Djoserkomplex stehen. Weiter östlich sind die Felsgräber des Priesters und Leiters der Opferschlachthöfe Irukaptah (5. Dynastie), in dem noch die Farben der Wandmalereien gut erhalten sind, und das Grab des Nefer (5. Dynastie) von kunsthistorischer Bedeutung. Noch etwas weiter östlich befindet sich direkt am Unas-Aufweg die Doppel-Mastaba des Nianch-Chnum und des Chnumhotep (5. Dynastie, 24. Jahrhundert v. Chr.), die besonders durch die Farbigkeit und Lebendigkeit der Reliefbilder besticht.

Pyramide des Userkaf

Nordöstlich schließt sich an den Djoserkomplex der Pyramidenkomplex des Userkaf (5. Dynastie, gegen 2500 v. Chr.) an. Die ursprünglich rund 49 m hohe Pyramide kann wegen Einsturzgefahr heute nicht mehr besichtigt werden. Das besondere an ihrem Kultkomplex ist die für jene Zeit untypische Nordsüdorientierung: Während fast alle Pyramiden ihre Totentempel im Osten haben und die Djoserpyramide ihn im Norden hat, befindet sich der Totentempel des Userkaf im Süden.

Pyramide des Teti

Von außen sieht sie nicht mehr schön aus. Doch innen ist die Teti-Pyramide restauriert und zeigt Wände mit langen Pyramidentexten. Einst war die Pyramide von Pharao Teti (6. Dynastie, um 2300 v. Chr.) mit glattem Kalkstein verkleidet und 52 m hoch. Durch dem Raubbau des Mittelalters verlor sie ihre Verkleidung und viel in sich zusammen. Die Teti-Pyramide gehört zu den wenigen Pyramiden Sakkaras, die in der Regel für den Tourismus geöffnet sind und innen besichtigt werden können.

Familiengrabanlage des Mereruka

Ein hoher Beamter und Wesir unter Pharao Teti war Mereruka. Direkt neben der Pyramide seines Herren ließ er sich eine prachtvolle Mastaba errichten, die zu den schönsten und größten nichtköniglichen Grabanlagen ihrer Zeit gehört. Die insgesamt 32 Gänge, Kammern und Totenkulträume sind zu einem großen Teil mit detaillierten Reliefbildern und Hieroglyphentexten dekoriert. Besonders beeindruckend ist eine lebensgroße Statue des Verstorbenen, die aus einer Scheintür heraustritt. Einige Räume sind dem Totenkult seiner Frau, seiner Tochter und seines Sohnes gewidmet.

Mastaba des Kagemni

Direkt neben der Mastaba des Mereruka ließ sein Zeitgenosse und Kollege Kagemni seine Grabanlage errichten. Auch Kagemni war Beamter und Wesir unter König Teti. Die leicht erhabenen Reliefs sind von besonderer Sorgfalt. Allerdings sind die Farben kaum noch erhalten.

Mastaba des Ti

Zu den Sehenswürdigkeiten im nordwestlichen Bereich von Sakkara gehört das Grab des Pyramidenbezirkverwalters und Vorstehers der Sonnenheiligtümer namens Ti (5. Dynastie). Die Anlage ist wegen ihrer vorzüglichen Reliefbilder eine der berühmtesten Mastabas. Man gelangt durch einen Eingangsportikus mit zwei Säulen in einen offenen Hof mit Pfeilerumgang. Von dort zweigt ein schmaler Gang ab, der zu einer engen Seitenkammer und einer großen Grabkapelle führt. Durch drei Sehschlitze kann man in den Serdab (Statuenraum) sehen, in dem Figuren des Ti aufgestellt sind. Berühmt ist die Darstellung des Ti auf einem Boot im Papyrusdickicht, die an der Nordwand der Grabkapelle zu sehen ist.

Die Doppelanlage des Ptahhotep und des Achethotep

Ebenfalls aus der 5. Dynastie stammt das Doppelgrab der Beamten Ptahhotep und Achethotep. Zentrum der Anlage ist ein großer Saal mit vier Pfeilern, von dem mehrere Gänge, Kammern und Korridore abzweigen, die zu den beiden Opferkammern der Verstorbenen führen. Vor den dort in die Wände gemeißelten Scheintüren wurden die Opferkulte zelebriert.

Das Serapeum

Östlich der Mastaba-Anlagen des Ti, Ptahhotep und Achethotep befinden sich die Katakomben des Serapeums. Es handelt sich um eine, über mehrer Epoche ausgebaute und erweiterte, komplexe Anlage mit zahlreichen Gängen, Galerien, Korridoren und Grabkammern, in denen die mumifizierten Apis-Stiere bestattet wurden, die im Tempel von Memphis als heilige Tiere Verehrung fanden.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

Unsere beliebtesten Kulturreisen