eKomi - The Feedback Company:
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

Die Pyramiden von Dahschur

Sie sind fast so gewaltig wie die Pyramiden von Giseh (Giza): die mächtigen Pyramiden des Pharao Snofru in Dahschur, rund 30 Kilometer südlich von Kairo. Neben der imposanten Roten Pyramide und der eigenartigen Knickpyramide sind außerdem noch Ruinen von Ziegelpyramiden aus dem Mittleren Reich und Grabstätten der hohen Beamten erhalten.

Pharao Snofru (Altes Reich, 4. Dynastie) lebte im 27. Jahrhundert v. Chr. Er war der Vater des Königs Cheops, dem Erbauer der großen Pyramide von Giseh. Ihm werden mindestens zwei große Pyramiden zugeschrieben: die Rote Pyramide und die Knickpyramide von Dahschur. Vielleicht wurde auch die Pyramide von Meidum unter seiner Regentschaft gebaut. Diese Meidum-Pyramiden war zunächst als Stufenpyramide geplant, dann versuchsweise zur echten Pyramidenform umgebaut, nahm schließlich Schaden und konnte nicht vollendet werden. Nach diesem Misserfolg von Meidum soll Snofru die beiden Pyramiden in Dahschur errichtet haben lassen.

Snofrus Knickpyramide war ursprünglich 105 m hoch. Heute misst sie 97 m. Ihren Namen hat sie wegen des eigentümlichen Knicks in der Böschung erhalten. Ursprünglich war ein Neigungswinkel von 54,5 Grad geplant. Ab einer Höhe von 49 m änderte man jedoch den Neigungswinkel auf 44,5 Grad. So kam der Knick zustande.

An der Knickpyramide sieht man an mehreren Stellen noch großflächige Überreste der alten Kalksteinverkleidung. Einst waren alle Pyramiden glatt mit Kalkstein verkleidet. Doch in späteren Jahrhunderten wurde oft die Verkleidung von Steinräubern abgerissen, um mit dem Material andere Bauten zu errichten.

Die zweite große Pyramide von Dahschur ist die Rote Pyramide. Sie wurde von Anfang an mit einem Neigungswinkel von 45 Grad angelegt. Die Pyramide ist etwa 101 m hoch, maß jedoch ursprünglich an die 104 m. Ihre Basislänge beträgt 220 m. Im Gegensatz zur Knickpyramide ist bei der Roten Pyramide die ursprüngliche Kalksteinverkleidung vollständig abgetragen.

Näher am Flusstal stehen die Überreste dreier weiterer Pyramiden. Es handelt sich um königliche Pyramiden aus dem Mittleren Reich. Von Nord nach Süd sind dies die Anlagen von Sesostris III., Amenemhet II. und Amenemhet III. (der auch eine Pyramide in Hawara errichten ließ). Alle drei Könige gehörten der 12. Dynastie an und regierten Ende des 20. Jahrhunderts v. Chr. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts v. Chr.

Im Gegensatz zu den beiden Snofru-Pyramiden ist von den drei Pyramiden des Mittleren Reiches nur noch der Kern in Form eines Lehmziegelhügels erhalten geblieben. Dies liegt am Baumaterial: Nachdem Steinräuber die Kaltsteinummantelung abgebaut hatten, war der Lehmziegelkern der Witterung freigegeben – daher ihr schlechter Erhaltungszustand. Ursprünglich waren sie wesentlich größer, als sie heute erscheinen. Die sogenannte „Schwarze Pyramide“ von Amenemhet III. war ursprünglich 81 m hoch, die Pyramide von Sesostris III. 79 m. Damit waren einst beide Pyramiden höher als die Stufenpyramide des Djoser in Sakkara.

Im unmittelbaren Umfeld der drei Mittleren-Reichs-Pyramiden von Dahschur wurden zahlreiche Mastabas und Nebenpyramiden ausgegraben. In einigen Prinzessinnengräbern konnten kleine Goldschätze mit Schmuckstücken geborgen werden, die heute im Kairoer Museum ausgestellt sind.

Unsere beliebtesten Kulturreisen

STERN TOURS © 2018