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Die Pyramiden von Ägypten

Sie allein rechtfertigen eine Reise an den Nil: die unvergleichlichen Pyramiden des alten Ägypten. Über Jahrtausende waren sie die größten Monumentalbauten der Menschheit. Als Grabstätten der Pharaonen waren sie Teil des komplexen Toten- und Gottkönigkultes. Alle königlichen Pyramiden waren von Tempeln und Kultanlagen umgeben.

Video zu den Pyramiden von Giseh bei Kairo


Die Pyramiden von Giseh in Ägypten - © STERN TOURS

Wer die Pyramiden nicht gesehen hat, hat Ägypten nicht gesehen. Auch wenn Sie ursprünglich nur einen Badeurlaub am Roten Meer geplant haben oder ihren Besuch auf Oberägypten konzentrieren, sollten Sie auf keinen Fall Kairo und die Pyramiden versäumen.

Neben dem Tal der Könige und den großen Tempeln von Karnak und Luxor sind die Pyramiden von Giseh (Giza) die herausragenden Denkmäler der Pharaonenzeit. Giseh liegt direkt am westlichen Rand der Millionenmetropole Kairo.

Die Pyramiden von Giseh - © STERN TOURS

Doch nicht wenige Besucher Ägyptens wissen kaum um die anderen Pyramidenstätten Ägyptens. Denn nicht nur in Giseh, sondern auch in Sakkara (Saqqara), Abusir, Dahschur und anderen Orten (sonstige Pyramiden) erheben sich die Ruinen der alten Grabmähler in den Himmel. Besonders Sakkara mit seiner Stufenpyramide des Pharao Djoser und Dahschur mit den gewaltigen Pyramiden des Pharao Snofru sind unbedingt einen Ausflug wert. Weitere Beschreibungen zu den einzelnen Pyramidenorten finden Sie in der linken Menüleiste als Unterpunkte zu den Pyramiden aufgelistet.

Historischer Hintergrund

Die Epoche des großen Pyramidenbaus reichte mit einer Unterbrechung von 2700 bis 1700 v. Chr. Das entspricht einen Jahrtausend. Anfangs hatten sich die Pharaonen in Mastabas bestatten lassen. Dabei handelt es sich um kastenartige Bauten mit zugänglichen Kulträumen, in denen die Priester und Angehörigen Fürbitten aussprechen und Kultgaben opfern konnten. Nicht zugänglich war der unterirdische Bereich dieser Mastabas. Denn dort waren die Kammern für die Särge und Grabbeigaben angelegt.

Während der 3. Dynastie, also etwa um 2700 v. Chr., begannen die Architekten des Königs Djoser mit der Mastabaform zu experimentieren. Sie schufen eine mehrstufige Mastaba, die schließlich zur Stufenpyramide erweitert wurde. Zu Beginn der 4. Dynastie, etwa gegen 2600 v. Chr., wurde diese Stufenform in Dahschur und Giseh zur richtigen Pyramidenform weiterentwickelt.

Die Pyramidenzeit wurde zum Ende des Alten Reiches (im 22. Jahrhundert v. Chr.) unterbrochen. Grund: Der Zentralstaat war kollabiert. Das Land war in viele separate Provinzfürstentümer zerfallen. Diese Phase nennt man „Erste Zwischenzeit“, weil sie zwischen zwei großen Staatsepochen liegt. Denn auf die Erste Zwischenzeit folgte das sogenannte Mittlere Reich. Und mit der 12. Dynastie, der zweiten des Mittleren Reiches, wurde wieder an die Pyramidentradition angeknüpft. Die Pharaonen residierten wieder in der Näher ihre Pyramiden. Doch mit dem Ende des Mittleren Reiches (im 18. Jahrhundert v. Chr.) endetet auch die Pyramidenzeit.

Die Pharaonen des Neuen Reiches, wie etwa Thutmosis III. oder Ramses II., ließen sich im Tal der Könige westlich von Luxor bestatten. Doch auch diese Felsgrabtradition knüpfte an die Pyramidenidee an. Denn die Spitze des Berges El-Qurn, der sich über dieses Tal erhebt, ähnelt einer natürlichen Pyramide. Warum also eine Pyramide bauen, wenn die Natur bereits eine pyramidenförmige Bergspitze geschaffen hat?

Bau der Pyramiden

Das Pyramidenfeld von Giseh (Giza) ist übersät mit groben Steinschotter. Dieser Schotter stammt von den alten Steinbrüchen am Rande des Pyramidenplateaus. Er entstand als Abfallprodukt beim Abbruch der Steinblöcke und wurde zum Bau der Transportrampen verwendet. Denn vermischt mit Lehm und Schotter waren die Rampen errichtet worden, um die schweren Steinblöcke der Pyramiden Schicht für Schicht übereinander zu türmen.

Die meisten Pyramiden bestehen aus einem gerippeartigen Steinkern und hatten eine Kalksteinummantelung. Die Zwischenräume waren mit Schotter oder Lehmziegeln aufgefüllt worden. Lediglich die großen Pyramiden der 3. und 4. Dynastie bestehen zum überwiegenden Teil aus massiven Steinblöcken. Doch niemand kann ausschließen, dass auch innerhalb der großen Pyramiden mittels Auffüllung durch Schotter nachgeholfen wurden.

Über die nötige Infrastruktur für die Bauprojekte ist viel geforscht und geschrieben worden. Mittlerweile geht man davon aus, dass die Pyramiden nicht von Sklaven, sondern hauptsächlich von professionellen Handwerkern errichtet wurden, die saisonal – und zwar während der Jahreszeit der Nilschwemme – von Arbeitern aus der bäuerlichen Bevölkerung unterstützt wurden. Die großen Pyramiden haben mindestens 10 bis 20 Jahre Bauzeit in Anspruch genommen. Die kleineren Pyramiden konnten in wenigen Jahren fertig gestellt werden.

Der Pyramidenkomplex

Zu einer Pyramide gehört ein großer Kultkomplex mit Nebenpyramiden, Totentempel, Opferkultanlagen sowie einem Taltempel am Fluss oder Kanal, der durch einen Aufweg mit der Pyramide verbunden war. Die Struktur und Gestaltung dieser Kultkomplexe hat sich im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach gewandelt. Aber wichtige Elemente blieben konstant. Eine Pyramidenanlage war niemals vollständig ohne die mit ihr verbundenen Tempel und Kultanlagen.

Schließlich gab es noch die sogenannte Pyramidenstadt. Hier, in unmittelbarer Nähe der Pyramidenbaustellte, residierte der amtieren Pharao. In der Pyramidenstadt wohnten auch die Beamten, Höflinge, königlichen Familienmitglieder sowie die professionellen Bauarbeiter und Architekten.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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