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Deir el-Bahari (Tempel der Hatschepsut)

In der Nähe des Tals der Könige in West-Theben schmiegt sich die gewaltige Anlage eines Terrassentempels aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. in eine atemberaubende, steile Felswand. Es handelt sich um den Totentempel der Pharaonin Hatschepsut aus der 18. Dynastie. Direkt daneben stehen die Ruinen der Totentempel von Mentuhotep II. und Thutmosis III. Die Anlage der Hatschepsut ist wegen ihrer besonderen Architektur und landschaftlichen Lage berühmt.

Die Königin Hatschepsut war wie Kleopatra eine prominente Frau auf dem Pharaonen-Thron. Sie regierte wie ein Mann und ließ sich auch so darstellen. In ihrer Zeit wurden zahlreiche Expeditionen ins Innere Afrikas unternommen, ins geheimnisvolle Land Punt.

Ihr Totentempel ist von besonderer Art. Es ist ein seltsames Architektur-Werk, das gleichermaßen altertümlich wie hochmodern wirkt. Ein mächtiger Tempel wächst Stufe um Stufe, von Terrasse zu Terrasse, mit Pfeilerkolonnaden an der Front, zu einem gewaltigen Bauwerk, das sich prächtig in die Landschaft fügt. Der Tempel hatte ursprünglich einen Aufweg, der ihn mit einem Taltempel am Fluss verband, der jedoch heute nicht mehr steht. Im Altertum war der Tempel der Hatschepsut über Prozessionsalleen mit der Tempelstadt von Karnak auf der anderen Seite des Nil verbunden.

Man bewegt sich von Osten über eine große eingeebnete Freifläche auf die Pfeilerfassaden zu. Dann steigt man über eine Rampe auf die Ebene der ersten Terrasse. Über eine weitere Rampe geht es zu den Kultanlagen des Tempels. Im Süden, das heißt auf der linken Seite der Pfeilerfront, geht es zum Heiligtum der Göttin Hathor, die in dieser Gegend besondere Verehrung fand. Ganz rechts ist der Durchgang zu einem Heiligtum des Totengottes Anubis.

In der Frontpfeilerhalle gibt es besondere Darstellungen mit Reliefbildern und Hieroglyphen-Beischriften. In der südlichen Pfeilerhalle, zur linken Seite, werden die Expeditionen nach Punt dargestellt. Die Bildszenen in der nördlichen Pfeilerhalle, das heißt zur rechten Seite, geben Themen rund um die göttliche Geburt der Hatschepsut wieder.

Über die letzte Rampe kommt man in einen Pfeilerhof, von dem die drei anderen Heiligtümer abzweigen. Nach links geht es zu den Totenkapellen der Königin. Rechts zweigt ein Weg zu einem offenen Heiligtum ab, das dem Sonnengott Re geweiht war. In der Mitte führt ein Portal in das Hauptheiligtum, und zwar in das Barken-Sanktuar des Gottes Amun, in das die Statue dieses Gottes während bestimmter Festtage aus Karnak gebracht wurde.

Südlich, vom Betrachter aus gesehen links des Hatschepsut-Tempels, stehen die Ruinen der Totentempel von Thutmosis III. (ebenfalls 18. Dynastie) und Mentuhotep II. (11. Dynastie, um 2000 v. Chr.). Hinter der Felswand liegt das Tal der Könige. Dort hatte sich die Köngin Hatschepsut auf der anderen Seite des Berges in einem Felsgrab bestatten lassen. Dieses Grab wurde so angelegt, dass die Schächte in Richtung Deir el-Bahari zeigen.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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