eKomi - The Feedback Company:
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

Kom Ombo - Tempelruinen am Nilufer

Ein beliebtes Ausflugs- und Besichtigungsziel für Ägyptenreisende sind die Tempelruinen von Kom Ombo. Direkt am Nilufer, auf halber Strecke zwischen Assuan und Edfu gelegen, halten am Tempel zahlreiche Nilkreuzfahrtschiffe auf ihrem Weg nach Luxor.

Kom Ombo
Die Tempelruinen von Kom Ombo liegen direkt am Nil, auf halber Strecke zwischen Assuan und Edfu - Quelle: STERN TOURS

Pittoresk am Ufer gelegen, spiegeln die Ruinen von Kom Ombo gleichermaßen Pracht und Zerfall der pharaonischen Kultur wider. Der Tempel stammt aus der griechischen-römischen Antike, aus einer Zeit, in der zunächst ptolemäische Pharaonen und dann römische Kaiser über das Land herrschten, die Bevölkerung jedoch noch an alten Traditionen, Bräuchen und Glaubensvorstellungen aus der Pharaonenzeit festhielt.

Wichtige Bauherren des Tempels von Kom Ombo waren unter anderem die Könige Ptolemäus VI., Ptolemäus XII. und die römischen Kaiser Augustus, Tiberius und Domitian. Allerdings ist der Tempel die letzte Version einer langen Tradition von Vorgängerbauten, die bis ins Mittlere Reiche der Pharaonen, also ins frühe 2. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen.

Geweiht war der Tempel zwei Gottheiten. Die eine Gottheit war der Krokodilsgott Sobek, griechisch Suchos genannt, der auch im Fajum verehrt wurde. Bei der anderen Gottheit handelt es sich um Haroeris, einer Erscheinungsform des wichtigen Reichsgottes Horus, dem Sohn des Totengottes Osiris.

Der Name Kom Ombo bedeutet soviel wie „Hügel von Ombos“. Ombos war der Name der antiken Stadt. Die moderne Stadt ist einige Kilometer vom Tempel entfernt.

Im 19. Jahrhundert war der Tempel von Kom Ombo ein beliebtes Motiv zahlreicher malender Reisender, welche die damals noch halb im Sand bedeckte Anlage in vielen Bildern und Gemälden festhielten. Da die meisten Ägyptentouristen bereits das eine oder andere Bild schon einmal gesehen haben, gibt es häufig ein Déjà-vu-Erlebnis. Viele Reisende kennen das Motiv des Tempels auch aus dem Film „Tod auf dem Nil“ von 1978, bei dem der Tempel fälschlicher Weise als ufernaher Bereich des Karnak-Tempels dargstellt wurde.

Besichtigung des Tempels

Obwohl der Erhaltungszustand ruinenhafter ist als jener des perfekt erhaltenen Edfu-Tempels oder des Tempels von Dendera, die beide aus derselben Zeit stammen, ist die Doppeltempelanlage von Kom Ombo ein beeindruckendes Relikt der ägyptischen Antike.

Für Reisende auf einer Nilkreuzfahrt präsentieren sich die Ruinen gut vom Schiff aus sichtbar am Ufer, rund 15 m oberhalb des Flussspiegels. Die Schiffe legen in unmittelbarer Nähe des Tempels an. Von der Anlegestelle kann man dann zu Fuß zum Ruinenareal hinübergehen.

Vorbei an einem Mammisi, einem halbzerstörten Geburtshaus, d.h. einem Geburtskulttempel für das Götterkind, tritt man vor die Ruinen des Haupttempels. Die Anlagen wirken wegen ihres ruinenhaften Charakters etwas verwirrend. Doch wenn man sich den Grundriss genauer anschaut, stellt man fest, dass die Architektur einem typischen und klaren Grundmuster folgt.

Der Tempel ist in Form einen Doppeltempels angelegt, der aus zwei parallelen Kultachsen besteht, einer für Horus und einer für Sobek. Bereits der Eingangs-Portikus besteht aus zwei Durchgängen, die zum Vorhof mit Säulenumgang führen, der heute nur noch in seinen Fundamenten und Stümpfen erhalten ist.

Dann betritt man die Vorhalle des Tempels mit zwei Eingängen an seiner Front und zehn großen Säulen in seinem Inneren. Auf die Vorhalle folgt eine kleinere Säulenhalle mit ebenfalls zwei Hauptdurchgängen und insgesamt zehn Säulen. Unter den in den Reliefbildern dargestellten Herrscherpersönlichkeiten gibt es auch ein Abbild der berühmten Königin Kleopatra VII.

Es folgen zwei Querhallen und schließlich eine Haupthalle mit einem zweifachen Sanktuarium als Allerheiligstes, in dem einst die beiden Götterstatuen aufgestellt waren. Links war der Ort des Horus, rechts des Sobek. Die Steinblöcke in der Mitte der Sanktuarien waren als Sockel für die Kultbarken gedacht, auf denen die Götterstatuen standen. Zum Anlass großer Götterfeste wurden die Götterstatuen auf ihren Barken in Form eines zeremoniellen Kultumzuges aus dem Allerheiligsten durch die Hallen und Gänge nach draußen getragen. Umgeben ist das Allerheiligste von Nebenräumen, die als Kultkrypten und zum Teil auch als Lagerräume dienten.

Wer noch Zeit hat, das Gelände genauer abzuschreiten, wird feststellen, dass die Anlage des Doppeltempels schalenartig angelegt ist. Das bedeutet: Der Eigentliche Kern des Tempels ist von einer Schutzmauer umgeben, die vorn mit dem Pronaos, d.h. der Vorhalle abschließt. Dieser Komplex ist wiederum von einer weiteren Mauer umgeben, die vorn mit dem Tempelvorhof und dem Eingangsportal abschließt. Zwischen diesen Gebäudeeinheiten und ihren Schutzmauern gibt es Umgänge, die zum Teil wegen der Reliefs recht interessant sind. Anhand der Darstellungen, die meistens den König im Ritualgestus vor einer Gottheit zeigen, kann man erkennen, dass auch die römischen Kaiser sich als Pharaonen vorgestellt oder zumindest in ebensolcher Tracht dargestellt wurden. Der Pharao, König oder Kaiser war als oberster Kultherr offiziell für den Opferkult zuständig, der im Alltag jedoch stellvertretend von den Priestern ausgeführt wurde.

Südöstlich, d.h. rechts des Tempeleingangs sind noch Überreste eines alten Tores erhalten, das einst Teil der Schutzumwallung war. Denn die ganze Tempelanlage mit all ihren Nebengebäuden war einst von einer hohen Lehmziegelmauer umgeben. Ein Teil dieses Tores war einst, wie auch eine Hälfte des Mammisi, durch hohe Nilfluten und dadurch bedingte Erdrutsche abgebrochen und in den Nil gestützt.

Neben dem Tempel sind in einer kleinen Kapelle der Göttin Hathor kleine Krokodilsmumien von einem nahe gelegenen Tierfriedhof ausgestellt. Der Hintergrund ist, dass im Tempelbezirk dem Gott Sobek zu Ehren heilige Krokodile gehalten und verehrt wurden.

Anfahrt:

Kom Ombo ist in der Regel Teil des Besichtigungsprogramms der klassischen Nilkreuzfahrten, weil die Sehenswürdigkeit auf halber Strecke zwischen Assuan und Edfu direkt am Nil liegt. Aber auch mit dem Auto und dem Bus kann der Tempel bequem angefahren werden. Von Assuan aus sind es nur rund 50 km, von Edfu etwa 70 km.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

Unsere beliebtesten Kulturreisen

STERN TOURS © 2017