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Khan el-Khalili

In Kairo gibt es viele Souks und Bazare. Der bekannteste ist der Khan el-Khalili. Er geht auf eine Karawanserei aus dem 14. Jahrhundert zurück. Heute ist er unter Touristen der beliebteste Bazar. Hier kann man Souvenirs und Kunsthandwerk einkaufen, in Cafés und Teehäuser einkehren und dem orientalischen Treiben zusehen.

Im Zentrum der Altstadt, in den Gassen, die von der Hussein-Moschee wegführen, breitet sich nördlich der „Sharia el-Azhar“ und östlich der „Sharia el-Muizz il-Din Allah“ der Souk „Khan el-Khalili“ aus. Man kann sich dorthin leicht mit dem Taxi befördern lassen. Alle Taxifahrer Kairos kennen irgendeinen schnellen Weg oder eine Abkürzung dorthin.

Zugegeben: Der Khan al-Khalili ist eine Touristenfalle – wenn man unvorbereitet einkauft. Für Ausländer ist hier alle etwas teurer, zwar nicht so teuer wie in im Touristenbazar von Hurghada oder im Souvenirgeschäft auf dem Nilkreuzfahrtschiff, aber deutlich teurer als auf den kleinen Märkten, wo die Ägypter in der Regel unter sich bleiben. Doch wer sich nicht scheut, zu handeln und zu feilschen, wird die Preise drücken können und nebenbei etwas von der herzlichen Mentalität der Ägypter erfahren, denn Feilschen ist in den Bazaren eine Leidenschaft, die gern mit einem Glas Tee bekrönt wird. Übrigens: Die Plauderei und der Tee verpflichten nicht zum Kauf.

Freitags sind die Geschäfte im Souk geschlossen. Unter der Woche beginnt der Geschäftsalltag zwischen 10 und 11 Uhr vormittags. So richtig lebendig wird es dann am Nachmittag und am Abend. Viele Geschäfte haben bis 21 Uhr geöffnet.

Neben dem Trubel und orientalischem Flair, den Gerüchen nach Gewürzen und Lederwaren, dem Duft von Kaffee und Tee und Wasserpfeife, dem Hämmern der Schmiede, dem Feilschen der Juweliere, ist es vor allem die Fülle der Eindrücke, die die Touristen begeistert. Es kann es allerdings an manchen Stellen etwas weniger sauber sein als in einer europäischen Einkaufsstraße. Festes Schuhwerk ist empfohlen.

Lange Zeit waren alle Gassen und Höfe nach Berufsgruppen geordnet. Lederwaren, Holzmöbel, Gold- und Silberschmuck, Gewürze, Teppiche und Wasserpfeifen konzentrieren sich zwar noch in bestimmten Gassen, doch die strenge Aufteilung ist nicht mehr vorhanden. Alles hat sich auf die Tourismus eingestellt. Die Bazarhändler sprechen die Gäste in mehreren Sprachen an. Verständigungsschwierigkeiten gibt es kaum. Selbst Japaner und Chinesen werden mittlerweile in ihrer Muttersprache angesprochen. Was der eine Händler an Sprachen nicht gelernt hat, kennt sein Nachbar umso besser. So hilft man sich gegenseitig aus.

Historisches Viertel mit langer Tradition

Der Khan el-Khalili geht auf eine Karawanserei zurück, die der Emir Djaharks el-Khalili im Jahre 1380 gegründet hatte. Schnell entwickelte sich um die Karawanserei ein Markt, dann ein Bazar, der bis heute seine Tradition fortgeführt hat.

Vielen Reisegästen fällt bei all dem Trubel gar nicht auf, dass sie sich an historisch wertvollen Bauwerken vorbeibewegen. Zentraler Ausgangspunkt für die Spaziergänge in den Souk ist in der Regel der Platz vor der Hussein-Moschee. Schon nach wenigen Metern begegnet man der Fassade des Wakala el-Silahdar, einer Karawanserei aus dem 19. Jahrhundert. Insbesondere entlang der „Sharia el-Muizz il-Din Allah“ kommt man, von der Koranschule “Madrasa Achrafija“ nach Nordosten folgend, immer wieder an historisch bedeutenden Moscheen, Palästen, Karawanserein, prächtigen Wohnhäusern und Koranschulen vorbei, bis man irgendwann an der berühmten Al-Hakim-Moschee angelangt.

Besucher, die sich auf die Gassen des Souks konzentrieren wollen, orientieren sich am besten an der Hussein-Moschee und folgen von dort aus den Längst- und Quergassen, um jederzeit wieder zum Ausgangspunkt zurückfinden zu können.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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