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Kairo - die ägyptische Hauptstadt

Die ägyptische Hauptstadt Kairo ist zugleich die größte Stadt des Landes, der arabischsprachigen Welt sowie des afrikanischen Kontinents. Die City hat rund 7 Millionen Einwohner. Zählt man die Metropolregion mit den Vororten dazu, leben im Ballungsraum von Kairo rund 20 Millionen Menschen. Kairo ist eine pulsierende Megametropole mit viel Verkehr und öffentlichem Straßenleben. Die Altstadt von Kairo beeindruckt mit unzähligen Moscheen, Koran-Schulen, Palästen, Bazaren und historischen Bauten. Vor den Toren der Stadt stehen die Pyramiden aus der Zeit der Pharaonen. Das Ägyptische Nationalmuseum in Kairo ist eine der größten Schatzkammern der Welt.

Nil in Kairo
Nil in Kairo - © STERN TOURS

Kairo – das ist orientalisches Flair und Erlebnis, Sightseeing ohne Ende und ein atemberaubendes Abenteuer. Wer nach Kairo kommt, sollte sich auf eine Vielzahl von Eindrücken gefasst machen. Allein die Fahrt vom Flughafen vor den Toren der Stadt durch Heliopolis in die City von Kairo verschlägt vielen Touristen den Atem. Die Metropolregion von Kairo erstreckt sich nach allen Seiten wie ein gewaltiges Häusermeer bis zum Horizont. Die Straßen sind voll, die Autos hupen, überall sieht man Menschen ihrem Alltag nachgehen.

Fünfmal am Tag schallt von den Minaretten aller Moscheen der Gebetsruf. Da es in Kairo Hunderte von Moscheen gibt, hört man die Gebetsrufe nicht nur in Stereo, sondern Dolby Surround. Dann steht der ganze Verkehr still, Millionen Menschen neigen sich zum Gebet.

Das bunte Leben zieht sich durch den ganzen Abend bis spät in die Nacht. Gerade in den heißen Sommermonaten verlegen viele Bewohner Kairos ihre Aktivitäten in die späten Abendstunden. Kairo ist eine Stadt, die niemals schläft.

In Kairo treffen Arm und Reich aufeinander. Die sozialen Gegensätze sind überall sichtbar. Als Gast muss man sich darauf einstellen, von Bettlern angesprochen zu werden. Für Dienstleistung wird Bakschisch – Trinkgeld erwartet.

Kairo ist in jeder Hinsicht das Zentrum Ägyptens. Hier befinden sich die wichtigsten Schulen, Hochschulen und Universitäten, die Geschäftszentren und Konzernzentralen, die Ministerien und Gebäude der Regierung, die wichtigsten Industriezweige und die Crème de la Crème der ägyptischen Kunst- und Kulturszene. In den zentralen City-Vierteln sowie in Heliopolis und auf der Insel Zamalek trifft sich die High Society der ägyptischen Gesellschaft, flaniert und diniert in teuren Restaurants. Diese Stadtszenerien unterscheiden sich deutlich von den Slums der Vorstädte und den ärmeren Gassen der Altstadt.

Die Touristen konzentrieren sich auf den wichtigsten Straßen, Plätzen und in den Bazaren der Altstadt, auf der Nil-Insel Zamalek, im Zentrum in der Nähe des Ägyptischen Museums und im Bereich der Pyramiden. Außerhalb dieser Touristenschwerpunkte gibt es Stadtviertel, in denen sich fast nie Touristen sehen lassen. Hier ist man ganz schnell ein exotischer Besucher.

Alte Stadt in alter Kulturregion

Das eigentliche Kairo ist eine mittelalterliche Stadtgründung. Im 10 Jahrhunderte gründeten die Fatimiden „Al-Qahira“ – „Die Ruhmreiche“, wie Kairo auf Arabisch heißt. Doch Kairo war nichts anderes als eine Verschiebung der Hauptstadt, um der Enge von Alt-Kairo zu entweichen und Platz für eine neue Kalifen-Residenz zu haben. Alt-Kairo, Fustat genannt, ist heute ein Viertel von Kairo, in dem es viele koptische Kirchen, Köster und Bauten aus römischer und byzantinischer Zeit gibt. Fustat wurde im Jahre 642 gegründet, nachdem die Araber Ägypten erobert hatten. Fustat war wiederum die Nachfolgerin von Altbabylon, einer römisch-byzantinischen Stadt bei Fustat. Dort hatten die Römer und später die Byzantiner in einer gewaltigen Festung ihre Garnison stationiert gehabt. Auch Altbabylon war nur ein Ableger einer wiederrum noch älteren Stadt: Memphis war, südöstlich des heutigen Kairo gelegen, die größte Stadt des Pharaonenreiches. Sie wurde vor etwa 5000 Jahren begründet. Ebenso alt ist Heliopolis, eine Stadt mit gewaltiger Tempelanlage zur Verehrung des Sonnengottes. Heute ist Heliopolis ein östlicher Stadtteil von Kairo. Auch wenn das eigentliche Kairo nur tausend Jahre alt ist, so kann man dennoch sagen, dass mitsamt der Vorgängerorte die Stadttradition der Gegend fünf Jahrtausende zurückgeht. Die geographisch prädestinierte Lage am Südzipfel des Nildeltas war als Waage beider Länder (Delta und Niltal) schon immer der strategisch ideale Punkt für eine Hauptstadt.

Altstadt und Zitadelle

Zwischen dem Nil und der mittelalterlichen Zitadelle breiten sich die historischen Stadtviertel von Kairo aus.

Die Zitadelle ist ein Blickfang und ein idealer Orientierungspunkt, wenn man sich in Kairo verlaufen hat. Sie war als gewaltige Festungsanlage im 13. Jahrhundert von Sultan Saladin errichtet worden. Dabei hat man die Pyramiden von Gizeh (Giza) und andere Bauten der Pharaonen als Steinbrüche genutzt. Die Steine, die den Pyramiden als Verkleidung fehlen, stecken heute zum Teil in den Mauern der Zitadelle. Umgeben von Palastbauten und Kasernengebäuden erhebt sich auf der Zitadelle weithin sichtbar die Moschee von Mohammed Ali. Er ließ sie im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der Moscheen in Istanbul errichten. Unterhalb der westlichen Flanke der Zitadelle beginnt die Altstadt. Hier stehen bereits am Eingang mehrere bedeutende Moscheen, von denen die mittelalterliche Moschee des Sultan Hassan besonders beeindruckend ist. Sie kann in der Regel besichtigt werden.

Weitere bedeutende Moscheen und historische Bauten in der Altstadt sind die Ar-Rafai-Moschee, Die Salih-Talai-Moschee, die Qani-Bey-as-Saifi-Moschee, die Al-Hakim-Moschee sowie die berühmten Stadttore Bab Zuweila und Bab Al-Futuh, sowie weiter abseits die Ibn-Tulun-Moschee.

Museen

Auf keinen Fall darf man das Ägyptische Nationalmuseum versäumen. Hier werden die schönsten und bedeutendsten Fundstücke aus dem Reich der Pharaonen ausgestellt. Highlights sind die Funde aus dem Grab des Tutanchamun (18. Dynastie, 14. Jahrhundert v. Chr.) mit der Goldmaske und dem Goldsarg des Königs. Die vielen Schätze und Grabbeigaben aus diesem Grab füllen ganze Säle des Museums.

Bereits im Erdgeschoss erwarten den Besucher großartige Funde aus der Pharaonenzeit. So etwa die uralte Statue des Pharao Djoser und die Sitzfiguren des Pharao Chephren. Auch eine kleine Figur des Königs Cheops, dem Erbauer der größten Pyramide, ist ausgestellt. Unzählige Stelen, Scheintüren, Grabstatuen und Reliefs aus dem Alten und Mittleren Reich bestimmen das Erdgeschoss des rechten Seitenflügels. In der Mittelhalle des Museums sind Highlights aus dem Neuen Reich ausgestellt, darunter einer Monumentalfigur des Pharao Echnaton und Fußböden aus dem Palast von El-Amarna. Ebenso beeindruckend sind die vielen Holzmodelle aus dem Mittleren Reich, die man im Obergeschoss bewundern kann. Sie geben ein lebendiges Bild vom Alltag im alten Ägypten. Für gruselige Momente sorgt die Mumiensammlung. Gegen eine Extragebühr darf man den Mumiensaal betreten. Hier kann man bedeutenden Pharaonen des alten Ägypten von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten.

Ebenfalls sehr sehenswert sind das Museum für Islamische Kunst und das Koptische Museum in Altkairo. Diese Museen sind zwar weniger vom Tourismus frequentiert, decken dafür andere wichtige historische Abschnitte der ägyptischen Kulturgeschichte ab, da das Ägyptische Nationalmuseum sich auf die Zeit der Pharaonen konzentriert.

Bazare

Zum Besuch der Altstadt gehört ein Spaziergang durch die Souks und Bazare Kairos. Hierbei handelt es sich um die alten Wirtschafts- und Handelszentren der Altstadt, in denen früher ein Großteil des Handels abgewickelt wurde. Große Karawansereien wurden errichtet, die den Karawanenhändlern aus fernen Ländern als Herberge dienten. In den Gassen reihen sich unzählige kleine Geschäfte, Werkstätten und Manufakturen. Zum Teil sind die Gassen noch einzelnen Berufsgruppen zugeordnet, wie den Gold- und Silberschmieden.

Viele Bazare haben sich auf die Touristen eingestellt und bieten allerlei Souvenirwaren an. Nach dem Einkaufsbummel kann man in den zahlreichen Restaurants, Cafés und Teehäusern einkehren. Die großen Bazare erstrecken sich über mehrere Quadratkilometer im Osten der Altstadt. Man kann sich in ihnen schnell verlaufen, sollte daher immer eine gute Karte oder einen Führer dabei haben. Der bei den Touristen beliebteste Bazar ist der Khan el-Khalili. Im Umfeld des Khan el-Khalili gibt es zahlreiche historische Gebäude, Moscheen und Koranschulen, darunter die Scheich-Mutachar-Moschee, die Aschraf-Barsbay-Moschee und das Mausoleum des Hussein. Ebenso sehenswert sind die zahlreichen historischen Karawansereien.

Den Besuchern der Basare wird dringend empfohlen vor jedem Kauf mit dem Verkäufer zu verhandeln, da die Preise insbesondere für Touristen absichtlich hoch angesetzt werden. Mit etwas Übung kann das auch Spaß machen. Oftmals wird man zum Tee eingeladen

Pyramiden in der Umgebung von Kairo

Zu jeder Ägyptenreise gehört ein Besuch der Pyramiden. Direkt vom Zentrum von Kairo aus führt eine wichtige Straße quer durch die Stadt westlich des Nil bis nach Giza. Dort erwarten die Besucher die berühmten Pyramiden auf einem Felsplateau. Die Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos stammen aus dem 26. Jahrhundert v. Chr. (4.Dynastie). Die Pyramide des Cheops ist mit einer ursprünglichen Höhe von 146 Metern die größte Pyramide Ägyptens. Sie war über mehr als dreitausend Jahre das höchste Gebäude der Welt. Umgeben sind die Pyramiden von Gräbern der Noblen und Beamten, die sich in Mastabas haben bestatten lassen. Am Rande des Plateaus wacht die berühmte Sphinx. Nördlich des Pyramidenbezirks wird ein Neubau des ägyptischen Museums errichtet. In ihm sollen einige der Exponate aus dem alten Museum ausgestellt werden.

Wer noch weitere Pyramiden sehen möchte, kann von Kairo aus Ausflüge nach Sakkara, Dahschur und Abusir unternehmen. Insbesondere die Stufenpyramide von Sakkara gilt neben den Pyramiden von Giza als Touristenmagnet.

Reiseunterkunft und Besichtigungsschwerpunkt

Für die Individualtouristen, die keine Rundreise gebucht haben, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass der Verkehr in Kairo sehr dicht sein kann und es bei Ausflügen deshalb zu Staus und Verzögerungen kommen kann. Daher kann es sinnvoll sein, seine Unterkunft in Kairo nach dem Schwerpunkt der Interessen zu wählen. Wer seinen persönlichen Reiseschwerpunkt auf die Besichtigung der unterschiedlichen Pyramidengebiete westlich und südwestlich von Kairo setzen möchte, dem sei angeraten, sein Hotel oder seine Unterkunft im Stadtteil Giza (Giseh) zu wählen. Von dort lassen sich fast alle Pyramiden und Nekropolen per Tagesausflug besichtigen. Wer jedoch Kairo in seiner Gesamtheit kennenlernen will, der wäre besser beraten, sich ein Hotel in der Nähe des Stadtzentrums zu suchen und von dort aus sternförmig die Besichtigungsziele anzupeilen.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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