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Esna

Bei der oberägyptischen Stadt Esna wird der Nil von einem Damm unterbrochen. Die Kreuzfahrtschiffe müssen durch eine Schleuse. Dies ist die ideale Gelegenheit, den berühmten Chnum-Tempel von Esna zu besichtigen und durch die Bazare der Stadt zu schlendern.

Der Chnum-Tempel von Esna
Der Chnum-Tempel von Esna - © STERN TOURS

Hauptsehenswürdigkeit von Esna ist ein Tempel aus ptolemäischer und römischer Zeit, der jedoch in seiner Architektur, seinem Stil, seiner Ikonographie und mit seinen Hieroglyphen-Inschriften ein spätes Produkt der altägyptischen Kultur ist. Während die Griechen und Römer in Alexandria größtenteils ihren mediterranen Bräuchen und Kulten huldigten, verehrten die Ägypter im Niltal weiterhin ihre alten Gottheiten.

Der Tempel ist Teil der antiken Stadt Latopolis, deren Ruinen unterhalb des heutigen Ortes liegen. Um sie archäologisch zu erforschen, müsste man theoretisch die ganze Stadt abreißen, was natürlich nicht umsetzbar ist. Der heutige Name Esna geht auf das koptische „Sene“ zurück, das wiederum eine Kurzform des altägyptischen Begriffes „Ta-Sene(t)“ ist.

Chnum, der Gott der in diesem Tempel verehrt wurde, war ein alter Schöpfergott, der oft in Gestalt eines Widders dargestellt wurde. Ein anderer wichtiger Kultort des Chnum ist die Insel Elephantine bei Assuan. Weitere Gottheiten dieses Tempels waren die Göttin Neith und Heka, der Gott der Magie.

Auffällig ist die Lage des Tempels. Inmitten der Stadt liegt der Tempel in einem 10 m tiefen Geländeabschnitt, weit unterhalb des städtischen Bodenniveaus. Dies liegt daran, dass die Stadt im Laufe der Jahrtausende durch die Flussablagerungen und Neubauten, die auf alten Bauten errichtet wurden, in die Höhe gewachsen ist.

Die Tempelfront ist 39 m breit und 17 m hoch. Da der Tempel niemals vollendet wurde, ist nur der große Pronaos, d.h. die große Säulenvorhalle erhalten. In der Halle stehen 24 Kompositsäulen in vier Reihen. Die Reliefbilder der Wände zeigen typische Szenen des Götterkultes, meistens den Pharao im Opfergestus vor einer Gottheit. Die Namen der Pharaonendarstellungen zeigen an, dass die Ägypter sich ihre damaligen Herrscher, die ptolemäischen Könige und römischen Kaiser, in Pharaonentracht vorstellten. An der Decke des Pronaos sind astronomische und kalendarische Darstellungen zu erkennen.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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