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Der Isis-Tempel von Philae bei Assuan

Südlich von Assuan, im Staubecken zwischen dem alten Damm und dem neuen Hochdamm, stehen auf einer Insel die Tempelanlagen von Philae. Hier war das Kultzentrum der Göttin Isis. Besonders zur Zeit der Ptolemäer und in römischer Zeit war hier ein wichtiger Wallfahrtsort entstanden. Der Isis-Kult blieb bis in 5. Jahrhundert n. Chr. bestehen und war somit einer der letzten Zentren der altägyptischen Religion.

Philae gehört zu den schönsten und besterhaltenen Tempelanlagen Ägyptens. Die Tempel stehen auf der Nil-Insel Angilkia. Ursprünglich standen sie auf einer benachbarten Insel, die jedoch vom Stausee des alten Dammes geflutet wurde, so dass der Tempel lange Zeit zur Hälfte unter Wasser stand. Schließlich wurde die komplette Anlage Stein für Stein auf die höher gelegene Insel Angilkia verlegt.

Der Tempel geht auf ein Heiligtum aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zurück, dass Pharao Nektanebos I. (30. Dynastie) errichten ließ. Der Kult wuchs schnell an Bedeutung, so dass Pharao Ptolemäus II. das kleine Heiligtum durch einen großen Tempel ersetzen ließ. Schließlich wurde die Anlage von Philiae von Generation zu Generation um weitere Gebäude erweitert. Auch in römischer Zeit wurde weitergebaut. Die letzten Bauten stammen vom Kaiser Mark Aurel.

Obwohl Kaiser Theodosius der Große im Jahre 391 n. Chr. alle heidnischen Kulte im Römischen Reich verbot und nur noch das Christentum duldete, blieb der Isis-Kult auf Philae noch zwei weitere Jahrhunderte bestehen, bis schließlich der byzantinische Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert das Heiligtum endgültig schloss. Stattdessen wurde hier eine koptische Kirche errichtet und Philae zum Verehrungsort des Heiligen Stephanus erklärt, bis schließlich im 13. Jahrhundert die Muslime mit der Christlichen Gemeinde das machten, was zuvor die Christen dem Isis-Kult antaten. Seitdem war die Insel mehr oder weniger unbewohnt.

Neben dem eigentlichen Isis-Tempel, der das Herzstück der Insel ist, gibt es noch weitere Gebäude und Ruinen. Dazu gehören der monumentale Kiosk des römischen Kaisers Trajan an der Südostseite der Insel, der Tempel des Weisen Imhotep (von den Griechen mit Asklepius gleichgesetzt), der Tempel des Arensnuphis, der Kiosk des Pharao Nektanebos I. aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. an der Südspitze der Insel, der Tempel des Harendotes, ein Heiligtum des römischen Kaisers Augustus und eine mittelalterliche koptische Kirche zur Verehrung des Heiligen Stephanus.

Der Isis-Tempel

Der in den letzten drei Jahrhunderten v. Chr. erbaute Isis-Tempel unterstreicht die Bedeutung des Isis-Kultes in der ptolemäischen Zeit. Man betritt den Tempel von Süden, vom Vorplatz neben dem Asklepius-Heiligtum. Das auffälligste Bauwerk ist der mächtige, 18 Meter hohe, Eingangspylon von Ptolemäus (Ptolemaios) XII. Neos Dionysos. Die Motive der Frontreliefs entsprechendem dem altägyptischen Bildrepertoire für solche Pylone: Dargestellt ist der Pharao beim Erschlagen der Feinde und beim Kultvollzug vor den Gottheiten. Statt Falkenfiguren – wie beim Edfu-Tempel – ist der Eingang von zwei Löwenfiguren flankiert. Neben dem östlichen Pylon steht das Tor von Ptolemäus II. Philadelphos. Es folgt der offene Hof des Tempels. Dann schreitet man durch den 12 Meter hohen Zweiten Pylon in den Tempelbau mit seinen Säulenhallen, Nebenkammern und dem Sanktuarium als Kultziel.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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