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Kitchener-Insel und Botanischer Garten

Auf einer Insel im Nil bei Assuan ließ der britische Generalfeldmarshall Kitchener vor über hundert Jahren einen botanischen Garten mit Pflanzen aus unterschiedlichen Ländern Afrikas und Asiens anpflanzen. Die Insel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und Erholungsgebiet für Touristen und Einheimische. Hier lässt sich im Schatten der Bäume die Sommerhitze gut ertragen.

Ein botanisches Kleinod in Assuan ist die dicht bewachsene Kitchener-Insel. Auf Arabisch wird sie Geziret el-Nabatat (Gazirat an-Nabatat) genannt. Das heißt „Pflanzeninsel“. Sie war einst Privatbesitz des britischen Generalfeldmarshalls Lord Horatio Kitchener (1850 bis 1916). Kitchener war begeisterter Hobby-Botaniker und sammelte Pflanzen aus aller Welt, insbesondere aus dem tropischen Asien und Afrika. Da er selbst einige Zeit in Indien und Teilen Afrikas verbracht hatte, kannte er sich mit der dortigen Vegetation gut aus.

Die Kitchener-Insel ist sehr gepflegt. Im Gegensatz zu den meisten umliegenden Inseln, auch der Insel Elephantine, hat man bei der Kitchener-Insel künstliche Uferböschungen angelegt, um ihre Ränder zu festigen. Die Insel ist etwa 650 Meter lang und maximal 150 Meter breit. Es gibt dort einen großen Baumbestand. Es gibt Mahagonibäume, Mangobäume, Brotfruchtbäume sowie allerlei Palmen, Blumen und Sträucher. In den Bäumen hört man das ganze Jahr über die Vögel zwitschern.

Lord Horatio Herbert Kitchener war eine prominente Figur der britischen Geschichte. Der Adlige machte Karriere beim Militär und in der Politik. Er war maßgeblich an militärischen Expeditionen des Britischen Empire in dessen Kolonien beteiligt. Als Militärchef organisierte er die Armee in Ägypten und British Indien. Als Truppenbefehlshaber kommandierte er den britischen Feldzug zur Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes im Sudan 1896 bis 1898. Auch im Burenkrieg in Südafrika kommandierte er die britischen Truppen. Dann war er Generalgouverneur und Vizekönig in den britischen Protektoraten Ägypten und Sudan. Während des Ersten Weltkrieges war er britischer Kriegsminister. 1916 starb Kitchener im Alter von 65 Jahren. Das Kriegsschiff, auf dem er sich zu dieser Zeit befand, war auf einen Mine gestoßen, die zuvor ein deutsches U-Boot gelegt hatte. Das Schiff ging mit nahezu der kompletten Besatzung unter.

Die Kitchener-Insel in Assuan ist heute Eigentum des ägyptischen Staates und wird zum Gemeinwohl der Bevölkerung gepflegt. Außerdem gibt es dort ein botanisches Forschungsinstitut.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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