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Assuan

Ägyptens südlichste Großstadt ist eine der landschaftlich reizvollsten Orte des Landes. Der tiefblaue Nil schlängelt sich durch eine urtümliche Landschaft von Granitfelsen und hohen Sanddünen. Im Altertum galt Assuan als Südgrenze Ägyptens, als Tor ins Innere Afrikas. In der Umgebung von Assuan gibt es zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten, darunter die berühmten Tempelanlagen von Philae. Weltbekannt wurde Assuan durch den Bau des Hochdammes.

Assuan ist eine rasant wachsende Stadt. Rund 300.000 Einwohner hat Assuan heute, inklusive der Vororte. Durch den 13 Kilometer südlich gelegenen Assuan-Staudamm „Sadd el-Ali“ liegt die Stadt an der Quelle von Ägyptens größtem Stromnetz. Das begünstigt die Ansiedlung von Industrie. Überall sieht man Überlandleitungen und Stromtrassen. Energie ist im Überfluss vorhanden.

Doch das moderne Assuan ist es nicht, was die Reisegäste aus aller Welt suchen. Es ist das alte Assuan mit seiner herrlichen Lage am Nil, das die Touristen begeistert. Eingebettet in eine wunderschöne Flusslandschaft aus vielen kleinen Inseln, Granitfelsen, Schilfhainen und mit hohen Sanddünen am Ufer, zeigt sich an vielen Stellen Assuan von seiner bildromantischen Seite. Überall sieht man die weißen Segel der kleinen Segelboote, Feluken genannt, die den Strom auf- und abfahren.

Das Klima in Assuan ist sehr angenehm. Das ganze Jahr über ist es trocken und es scheint die Sonne. Allerdings kann es in den Sommermonaten extrem heiß werden. Von Mai bis September sollte man seine Ausflüge und Besichtigungen auf die frühen Morgenstunden und späten Abendstunden verlegen.

Die meisten Hotels der Stadt befinden sich in der Nähe der Corniche, der Uferstraße der Stadt. Einige wenige Hotels durften auf Nilinseln gebaut werden. Den ganzen Tag über gibt es regelmäßige Fährverbindungen zu den wichtigsten Inseln und zum anderen Nilufer.

Nil-Insel Elephantine

Wenn man vom Ostufer auf den Nil schaut, erkennt man eine deutlich hervorstechende, große Insel. Es handelt sich um die Nil-Insel Elephantine. Hier befinden sich nicht nur ein Hotel und ein nubisches Dorf, sondern auch die Ruinen einer uralten altägyptischen Handelsstadt und mehrerer Tempel. Von der Frühzeit der ägyptischen Kultur bis in die Neuzeit lässt sich die Siedlungsgeschichte an diesem einzigartigen Ort erforschen.

Deutsche und schweizerische Archäologen untersuchen seit Jahrzehnten das südliche Gelände auf der Insel und haben beeindruckende Stadtarchitektur ausgegraben. So konnte die Architekturgeschichte des Tempels der Lokal-Göttin Satet erforscht und in ihren verschiedenen Baustufen rekonstruiert werden. Auch die Überreste des großen Chnum-Tempels sind beeindruckend. Im Zentrum der alten Siedlung hat man das Heiligtum des Hekaib ausgegraben und rekonstruiert. Die Geschichte des Heiligtums illustriert, wie aus einer historischen Persönlichkeit ein Lokalheiliger wurde, dem man noch Jahrhunderte später verehrte. Das Grabungsgelände ist gegen eine Eintrittsgebühr für Touristen zugänglich. In einem kleinen Museum sind einige wichtige Funde dieser Grabung ausgestellt.

Mausoleum des Aga Khan

Ein weiteres auffälliges Denkmal steht weithin sichtbar auf einem Hügel auf der anderen Seite des Nil. Es handelt sich um das Mausoleum des Aga Khan III. (geboren 1877, gestorben 1957). Sein eigentlicher Name war Sultan Mohammed Shah. Er war das religiöse Oberhaupt einer besonderen islamisch-ismaelitischen Konfessionsgruppe. Der Aga Khan war bis in die 1950er Jahre eine öffentliche Person der internationalen Prominenz. Im Alter hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen nach Assuan zurückgezogen. Das trockene Klima von Assuan wurde zur Linderung rheumatischer Beschwerden verschrieben. Nach seinem Tode wurde er in diesem prächtigen Mausoleum beigesetzt. Das Mausoleum konnte lange Zeit von Innen besichtigt werden. Heute darf man es nur von außen sehen. Vom Hügel des Mausoleums hat man eine herrliche Sicht über den Nil und Assuan.

Die Felsengräber aus der Pharaonenzeit

Ein anderer Blickfang ist eine weiter nördlich gelegene, sandige Hügelkette. Hier sind bereits von weitem Eingänge in der Felswand sichtbar. Es handelt sich um den Hügel „Qubbet el-Hawa“ – „Hügel des Windes“. Die Felsgräber stammen aus dem Alten und Mittleren Reich. Sie waren für die Gaufürsten und Gouverneure angelegt worden, die im Altertum die Provinz Assuan verwalteten. Einige Gräber können besichtigt werden. Sehenswert ist vor allem das 4000 Jahre alte Grab des Gaufürsten Sarenput II. aus der 12. Dynastie.

Simeonskloster

Hinter dem Mausoleum des Aga Khan und den Hügeln des Westufers befinden sich die Ruinen des alten Simeonsklosters. Es handelt sich um die Überreste einer großen koptischen Klostersiedlung aus dem Mittelalter. Sie war vom 7. bis zum 13. Jahrhundert bewohnt. Erhalten sind zahlreiche Gebäude, darunter auch die Gebets- und Wirtschaftsräume der Mönche. Das Kloster war wie eine Festung von hohen Mauern umgeben. In der Apsis der Gebetshalle sind noch mittelalterliche Fresken erhalten.

Unvollendeter Obelisk

Ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen in Assuan ist der unvollendete Obelisk. Im Altertum waren die Obelisken wichtige Bauelemente der großen Tempel. Sie wurden aus einem Stück gefertigt. Dazu musste ein riesiger Block aus dem anstehenden Granitfelsen geschlagen werden. Nirgendwo in Ägypten gibt es geeignetere Granitfelsen als in Assuan. Schon zur Zeit der Pharaonen hat man hier den Granit für Bauwerke und Denkmäler gebrochen.

Der unvollendete Obelisk wäre mit 42 Metern Länge und mehr als 1000 Tonnen Gewicht der größte Obelisk Ägyptens geworden. Allerdings brach in diesem Fall der Stein während der Arbeiten, das Projekt musste eingestellt werden. Diese Baustelle demonstriert, welche monumentalen Maßstäbe die alten Ägypter bei ihrem Tempelbau anlegten.

Assuan-Hochdamm

Der große Staudamm, Sadd el-Ali genannt, ist das moderne Bauwunder Ägyptens. Der Staudamm wurde 1970 fertiggestellt und 1971 eingeweiht. Er hat eine Länge von 3600 Metern und eine Höhe von etwa 110 Metern. Der Assuan-Hochdamm staut den Nil zum 500 Kilometer langen Nasser-Stausee auf, der bis in den nördlichen Sudan hineinreicht.

Der Isis-Tempel von Philae

Philae ist eine antike Tempelanlage südlich von Assuan. Sie steht auf der Insel Angilkia, einer Insel im Nilbecken zwischen dem alten Staudamm und dem neuen Hochdamm. Ursprünglich stand der Tempel von Philae auf einer benachbarten Insel. Da die Insel im Stausee unterzugehen drohte und lange Zeit bis zur Hälft unter Wasser stand, hat man sie – wie Abu Simbel – versetzt. Philae war im Altertum das bedeutendste Heiligtum der Göttin Isis. Die meisten Bauten des Tempelkomplexes stammen aus der Ptolemäerzeit und aus römischer Zeit. Noch bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. wurde hier die Göttin Isis verehrt, während der Rest Ägyptens bereits größtenteils christlich war. Damit war Philae die letzte Kultstätte der altägyptischen Religion, bevor sie für immer erlosch.

Kalabscha und Beit el-Wali

Rund einen Kilometer vor dem Hochdamm, auf einer Insel im Nassersee, stehen die ebenfalls versetzten Tempel von Kalabscha und Beit el-Wali. Wie die Felsentempel von Abu Simbel und das Heiligtum von Phiale, wurden auch der Mandulis-Tempel von Kalabscha und der Felsentempel von Beit el-Wali versetzt, um vor den Fluten gerettet zu werden. Der Madulis-Tempel von Kalabscha stammt aus ptolemäischer und römischer Zeit. Der Felsentempel von Beit el-Wali wurde von Pharao Ramses II. (13. Jahrhundert v. Chr.) errichtet. Die Insel lässt sich nur per Boot erreichen.

Kitchener-Insel

Hinter der Insel Elephantine bei Assuan, zieht eine kleine, besonders grüne Insel die Besucher an. Es handelt sich um die Kitchener-Insel, die nach dem britischen Feldmarshall Lord Horatio Herbert Kitchener (1850-1916) benannt wurde. Kitchener war als Militärberater nach Ägypten und in den Sudan entsandt worden, um den Aufstand des Mahdi im Sudan niederzuschlagen. Nach seinem Sieg wurde Kitchener Generalgouverneur des britischen Protektorats Ägypten.

Die Insel war Kitcheners Privatbesitz. Er frönte dort seiner Leidenschaft für Botanik und ließ Pflanzen aus aller Welt dorthin bringen. Heute ist die Insel eine Mischung aus Park und Botanischer Garten, vor allem jedoch ein perfekter und schattenreicher Erholungsort für die heißen Tage.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

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