eKomi - The Feedback Company:
  • Spezialist für Kulturreisen
  • Reiseexperte seit 1998
  • Beratung für individuelle Reisen

Alexandria

Alexandria, die Stadtgründung Alexanders des Großen am Mittelmeer, ist Ägyptens zweitgrößte Stadt und größter Hafen, Ägyptens Tor zur Welt. Rund vier Millionen Menschen leben in dieser lebendigen Metropole, die sich über vierzig Kilometer entlang der Küste erstreckt. In der griechisch-römischen Antike war sie die größte Stadt Ägyptens und einer der bedeutendsten Handelsorte des östlichen Mittelmeeres.

Alexander der Große gründete die Stadt im Winter 332/331 v. Chr. Sie war eine von vielen Stadtgründungen, die seinen Namen trugen. Niemand konnte ahnen, dass ausgerechnet diese Stadt seine berühmteste werden sollte. In der folgenden Dynastie der Ptolemäer, die über drei Jahrhunderte das Land am Nil regierten, wurde Alexandria Hauptstadt und Residenzstadt. Auch als Ägypten Provinz des Römischen Reiches wurde, blieb die Bedeutung Alexandrias unangetastet. Das setzte sich in byzantinischer Zeit fort, als Alexandria eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Christentums zufiel. Hier soll der Evangelist Sankt Markus angekommen sein und die ersten christlichen Gemeinden außerhalb Palästinas gegründet haben. In der Spätantike war Alexandria neben Rom und Byzanz ein christlich-theologisches Zentrum.

Erst als die Araber im 7. Jahrhundert Ägypten eroberten, nahm die Region von Memphis an der Südspitze des Nil-Deltas wieder ihre alte führende Rolle ein, und zwar mit der Gründung von zunächst Fustat (Altkairo) und dann Al-Qahira (Kairo). Nichtsdestotrotz blieb Al-Iskandariyya, wie Alexandria auf Arabisch gesprochen wird, bis heute die wichtigste Hafenstadt Ägyptens.

Alexandria war schon immer eine multikulturelle Stadt. In der Antike lebten dort nebeneinander Ägypter, Griechen, Juden, später auch Römer. Diese multikulturelle Tradition setze sich bis in die Neuzeit fort, als neben den Griechen auch Armenier, Türken, Italiener, Libanesen und Syrer dort wohnten. Allerdings hat sich das multikulturelle Bild in den letzten Jahrzehnten etwas gelichtet. Während der Zeit des Präsidenten Gamal Abdel Nasser haben viele Europäer Alexandria verlassen, und während der israelisch-arabischen Kriege viele Juden. Stattdessen sind mehr Palästinenser gekommen. Vor allem aber hat sich der massenhafte Zuzug der ägyptischen Landbevölkerung bemerkbar gemacht.

Obwohl Port Said und Suez am Suezkanal wichtige Häfen und Handelsumschlagplätze sind, werden auch heute noch zwei Drittel des Überseehandels über Alexandria abgewickelt. Ägypten exportiert von hier aus landwirtschaftliche Güter in alle Welt und importiert Industriegüter aus Europa. Da der historische Hafen zu klein ist, legen die großen Containerschiffe an einem eigenen Industriehafen an.

Alexandria ist ein beliebter Urlaubsort – besonders für die Ägypter selbst. Während die europäischen Touristen sich lieber am Roten Meer erholen und dort tauchen oder surfen, lieben die Ägypter das bunte Strandleben und das Treiben an der Corniche von Alexandria. Besonders in den heißen Sommermonaten sucht man hier die frische Brise des Mittelmeeres.

Alexandria – Stadt der Kultur

Alexandria hat einen weltweiten Ruf als Kulturstadt. Dieser Ruf geht auf die Antike zurück. Als Handels- und Hafenstadt angelegt, lockte Alexandria Kaufleute und Intellektuelle aus dem ganzen Mittelmeerraum an. Vor allem Griechen, Makedonier, Syrer, Juden und Phönikier mischten den ägyptischen Bevölkerungsanteil auf. Schon in der Antike war Alexandria eine schnell wachsende Stadt. Das Amalgam aus hellenistischer, ägyptischer und altorientalischer Kultur wirkte sich fruchtbar auf das kulturelle und intellektuelle Schaffen aus. Alexandria war zu einer Weltstadt geworden, die mit Athen und Rom konkurrieren konnte. Schulen wurden eröffnet. Die berühmten Bibliotheken des Museions und Serapeums wurden eingerichtet. Angesehene Gelehrte kamen nach Alexandria, um dort zu studieren oder zu lehren. Allerdings gab es auch dunkle Stunden: Zum Beispiel die Verwüstungen im Zuge des Römischen Bürgerkrieges, als Caesars und dann Octavians Truppen in Ägypten einmarschierten. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Ägyptern und den Legionen Caesars ging im Jahre 48 v. Chr. die Bibliothek in Flammen auf. Später, in christlicher Zeit, gab es Zerstörungen und Verfolgungen von „heidnischen“ Kulten und ihren Anhängern.

Alexandria war in der Antike als hellenistische Stadt angelegt. Dementsprechend war das architektonische und infrastrukturelle Stadtbild eher klassisch-griechisch als ägyptisch geprägt. Der Leuchtturm zu Pharos begrüßte schon von weitem die vielen Handelsschiffe, die aus dem gesamten Mittelmeerraum kamen. Vom Hafen von Alexandria wurde bereits im klassischen Altertum der Hauptteil der Handelswaren exportiert. Ägypten war in der damaligen Welt ein wichtiger Getreidelieferant, beispielsweise für Rom.

Sehenswürdigkeiten

In Alexandria gibt es viel zu sehen. Doch die ungeheure Ausdehnung und Dichte der Stadt lässt einen schnell orientierungslos. Deshalb sollte man sich zuvor einen Plan machen, welche Sehenswürdigkeiten man besuchen möchte und wie man diese wegtechnisch verknüpft.

Um sich auf die Stimmung der Stadt einzustellen, ist zu Beginn ein Besuch der Corniche zu empfehlen. Hier kann man entlang der Strandpromenaden spazieren gehen und sich in die Cafés setzen. Für viele Alexandriner ist die Corniche ein beliebter Ausflugs- und Erholungsort.

Sehenswert sind die Ruinen des antiken römischen Theaters von Kom el-Dik aus dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. In unmittelbarer Nähe sind weitere Ruinen römischer Thermen und Villen zu sehen. Auf der Landzunge des Osthafens steht das Fort Qait Bey. Es stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert. Nach Zerstörungen wurde es im 19. Jahrhundert von Pascha Mohammed Ali wieder aufgebaut. Es diente dem Schutz des Hafens.

Von historischer Bedeutung ist das antike Serapeum, von dem allerdings nur spärliche Ruinen und die Pompeius-Säule erhalten geblieben sind. Das Serapeum von Alexandria war dem Gott Serapis geweiht. Er war eine griechisch-ägyptische Mischgottheit, die den multikulturellen Zeitgeist jener Epoche widerspiegelt. Zusammen mit den Gottheiten Isis, Apis und Harpokrates hat man ihm dieses Heiligtum errichtet. 391 n. Chr. war das Serapeum bei einem fanatisch-christlichen Bildersturm zerstört worden. Dann wurde das Heiligtum durch ein Kloster ersetzt, das später wiederum von Muslimen zerstört wurde. Erhalten vom antiken Bauwerk ist vor allem die 27 Meter hohe Pompeius-Säule.

Unweit der Pompeius-Säule liegen die Katakomben von Kom el-Schufaga. Hierbei handelt es sich um ein komplexes unterirdisches System aus Gängen und Kammern, in denen im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. die Anhänger einer Alexandriner Kultgemeinde ihre Toten bestatteten. Im Gegensatz zu den älteren Gräbern des Nil-Tales sind die Kammern von Kom el-Schufaga in einem griechisch-ägyptischen Mischstil gehalten.

Weitere Gräber aus der Antike kann man in Ras el-Tin und Anfushi besichtigen. Diese Gräber sind etwas älter und stammen aus ptolemäischer Zeit, insbesondere aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. Bereits hier ist der ägyptisch-griechische Mischstil erkennbar. Unweit der Gräber von Anfushi, auf derselben Landzunge, stehen zwei bedeutende Moscheen: Die El-Mursi-Moschee und die Ibrahim-Terbana-Moschee.

Das historische Bild des alten Alexandria wird durch einen Besuch der beiden wichtigsten Museen in Alexandria ergänzt. Im Griechisch-Römischen Museum werden hauptsächlich Exponate aus der klassischen Antike gezeigt. Im Alexandriner Nationalmuseum sind dagegen Kunstwerke aus allen Epochen ausgestellt.

Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg

Unsere beliebtesten Kulturreisen

STERN TOURS © 2018