eKomi - The Feedback Company:
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Hallo Frau Siegel,

ich komme ihrer Aufforderung nach und habe einen ausführlichen Bericht geschrieben.

Im Flieger saßen hinter mir die 2 Frauen, mit denen ich die Reisegruppe komplementierte, ohne es zu wissen. Während des ganzen Fluges unterhielt ich mit einer Palästinänserin auf deutsch, die mir wertvolle Einblicke in das Land, Gewohnheiten usw. mitteilte. In Amman am Flughafen machten wir uns 3 miteinander bekannt, lernen gleich unseren Fahrer kennen. Bekamen die derzeit einzig deutschsprachige Reiseführerin (Jasmin). Das erste Abendessen war ein Gedicht mit lecker Suppe, Salat, Reis mit Hühnchen/Lamm und Nachtisch. So was hätten wir jeden Mittag haben können, beschränkten wir uns dann aber nur noch auf Falafel und Obst (Erdbeeren, grüne Mandeln, Äpfel, Bananen). Sonst hätten die Hosen nicht mehr gepasst.

Am ersten Tag ging es in die nähere Umgebung von Amman. Fuhren zum Eliashügel (Ruinen einer der ältesten christlichen Kirchen überhaupt, Reste zweier byzantinischen Kirchen und griechisch-orthodoxen Klosters; hier soll Johannes der Täufer gewirkt haben), besichtigten die Taufstelle in Bethanien, wo Jesus getauft wurde (Reste von der antiken Mantelkirche und Johanneskloster, Mosaike). Sind zum Jordan (vor 2000 Jahren 300m breit, jetzt nur wenige Meter) runter gelaufen (Grenzfluss zu Israel) und sind mit den Füße rein. Auf unserer Seite waren wir allein (wunderbar), gegenüber wurden viele Menschen von einem Pfarrer getauft. Die Israelis vermarkten die Stelle schon sehr touristisch. Schön war, dass ein Männerchor sang, hatte was sehr erhabenes. Danach ging es zum toten Meer baden. Der tiefst gelegene See der Welt, mit seinem 33% Salzgehalt landet er aber nur auf dem 3. Platz. Hatten ausgiebig Zeit, darin zu planschen. Schwimmen geht nur begrenzt, es ist definitiv nicht möglich unterzugehen (hab es mehrfach versucht). Man legt sich tatsächlich am besten auf den Rücken und lässt sich treiben. Um die Haut noch weicher zu bekommen, reibt man sich mit Schlamm ein, lässt ihn trocken und wäscht ihn dann ab. Machten wir natürlich auch. Anschließend ging es nach Amman zurück. Das Hotel lang ein wenig abseits zur Altstadt (in der Nähe des 3. Kreisverkehrs; die Altstadt liegt am 1.), was bisserl schade war. Sind abends ins Zentrum (traditioneller arabischer Basar (Suq) gelaufen, brauchten eine Stunde dafür. Wenn man sich besser auskennt, geht es sicherlich auch schneller. Mit dem Taxi sind wir zurück, hatten aber gerade Glück, dass nicht so viel unterwegs war. Ansonsten besteht die Stadt gefühlt aus einem einzigen Stau. Je nach dem, wann man unterwegs ist und in welcher Richtung. An 8 Kreisverkehren kann man sich orientieren. Es leben über 4 Mio Menschen dort, die Stadt wurde wie Rom auf 7 Hügeln erbaut, jetzt sind es 23.

Am nächsten Tag besichtigten wir, abweichend vom Plan, die größte und modernste Moschee im nahen Osten (König Abdullah Moschee). Zogen uns dazu den Umhang mit Kapuze an, betraten zuerst die Halle, wo die Männer beten, danach die der Frauen. Die ist wesentlich kleiner, da Frauen nicht so die Zeit haben, 5 mal in die Moschee beten zu gehen. Konnten Jasmin alle Fragen zum Thema Religion und Frauen stellen und natürlich jede andere Frage auch. Danach fuhren wir auf den Zitadellenhügel (antike römische und byzantinische Ruinen; Gräber aus der Bronzezeit um 3000 v. Chr). Von dort hatte man den schönsten Blick auf die Stadt und das römische Theater. Besichtigten das ganze Areal und waren zum Schluss im Archäologischen Museum, was sich dort ebenfalls befindet. Hat tolle Fundstücke aus allen Epochen, seit es die Stadt gibt. Anschließend besichtigten wir das römische Theater und waren in den 2 kleinen Museen in den Seitenräumen des Theaters, die die Kulturgeschichte von Jordanien erklären. Danach fuhren wir östlich von Amman zu den bekannten Wüstenschlössern Qasr al-Kharana und Qasr Amra. Diese wurden von den Omaijaden (3. Jh.) erbaut und hauptsächlich als Quartiere für die Karawanen genutzt. Im letzteren gibt es wunderschöne Fresken.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Nodern nach Umm Qais (Gadara). Kamen dabei an der 3. größten Stadt Irbid vorbei. Gadara ist berühmt für seine römischen Ruinen (dunkle Basaltsäulen in der achteckigen byzantinischen Kirche, ein vollständig aus schwarzem Basalt bestehendes römisches Theater,...), vor allem kommt man wegen dem eindrucksvollsten Fernblick nach Syrien (Golanhügel) und Israel (See Genezareth; hier ging Jesus übers Wasser). Und wir hatten Glück: wir konnten diesen Blick genießen und sogar die Stadt Tiberius sehen. Danach fuhren wir zur römischen Provinzstadt Jerash (in Gerasa hat Jesus Menschen von der Besessenheit befreit). Wird gern als "Pompeji" des Osten bezeichnet. Durch das schwere Erdbebeb von 747 wurde vieles zerstört, aber einiges kann man noch gut erkennen: Hadraintor, Hippodrom, Südtor und Stadtmauer, Ovaels Forum, Cardo (Kolonnadenstraße von Nord nach Süd) bis zum Nordtor, der Decumanus geht von Ost nach West (Verkehrskotenpunkt von beiden Straßen heißt Tetrapylon), Zeustempel, römisches Theater, unter dem teilweise Originalpflaster war die Kanalisation, es gab einen Markt (Marcellum), Nymphäum (Prachtbrunnen), verschiedene Kirchen mit Mosaiken. Am beeindrucktesten ist aber der Tempel der Artemis. Leider regnete es die meiste Zeit als wir dort waren und es kaum Unterstellmöglichkeiten gab, sodass wir recht schnell durch die Anlage gingen.

Tags darauf fuhren wir nach Madaba und besichtigten in der St. Georgskirche das weltberühmte Mosaik (Palästinakarte). Danach fuhren wir südwestlich zum Berg Nebo. Das Wahrzeichen ist eine Stange mit Querstreben, um die sich eine Schlange windet. Hier soll Moses, nach dem er die 10 Gebote empfing, das gelobte Land zum 1. Mal erblickt haben. Auch hier hatten wir Riesenglück und hatten eine fantastische Sicht auf Städte im heutigen Israel und die bergige Umgebung. Auf dem Hügel gibt es eine tolle Säule auf der in arabisch steht: Gott ist Liebe. Es gibt einen Grabstein von Moses, sowie eine derzeit in der Restauration befindliche Basilika, die eines der noch vollständig erhaltenen frühchristlichen Mosaiken beherbergt. Leider sahen wir nur eine Abbildung davon. Danach sahen wir uns in Madaba die Herstellung von Mosaiken an, es gab ein Verkaufsraum für alle möglichen jordanischen Erzeugnisse (Kleidung, Produkte aus dem toten Meer, Schmuck, Tücher, ...). Leider musste uns hier Jasmin aus familiären Gründen verlassen. Wir bekamen Mahmud, der "Vater" aller Reiseführer. Er macht das schon über 30 Jahre. Er hat uns viele tolle Geschichten und interessantes vom Land erzählt. Fuhren auf der Königsstraße und kamen dabei am Wadi Mujib vorbei. Ein wunderschönes Naturschauspiel, wenn der Sanstein in beige, rosa und rot schimmert. Ist neben des Wadi Rum eins der schönsten. Nachdem wir durch die Schlucht in Serpentien auf der anderen Seite oben ankommen, hatten wir das unglaubliche Glück, die schwarze Iris (Nationalblume) zu sehen. Die blüht nur von Ende März bis Anfang April. Machten eine Mittagspause und fuhren weiter zur Kreuzfahrerburg in Kerak. Bis zum Ölberg in Jerusalem konnten wir nicht sehen, hatten aber auch von dort einen weiten Blick bis zum toten Meer. Besichtigten die unterschiedlichen Räume. Saladin hat 1188 nach mehrmaligen Versuchen die Festung gestürmt und die Kreuzritter vertrieben. Über den Desserthigway kamen wir an den Phosphatabbaugebieten vorbei und fuhren nach Petra. Diese liegt im Wadi Musa. Sahen uns am Orteingang die Mosesquelle in einer kleinen Moschee mit 3 Kuppeln an. Besichtigten die Felsenstadt bei Nacht. Dazu werden tausende Kerzen angezündet, damit man den 1,2 km langen Weg in der Schlucht (Sik) bis zum Schatzhaus findet. War eine unglaublich tolle Atmosphäre. Es wurde Tee gereicht, einer spielte auf der Flöte, danach wurde auf einem Musikinstrument Gesang dargebracht. Danach wurde eine etwa 10 minütigen Geschichte über Petra erzählt.

Den nächsten Tag verbrachten wir komplett in der Nabatäerstadt aus Stein. Die Gräber wurden schon zu Lebzeiten in den Stein gemeißelt. Es gibt 8 Grabformen, wie wir alle sahen. Die ersten sieht man bereits auf dem Weg zum Sik. Die Schlucht ist gigantisch mit den hohen, bunten Sandsteinfelsen, Kultnischen, Wasserleitungen (recht für Trinkwasser, links für Haushalt), an der engsten Stelle nur 2m breit. Nach dem Ende der Schlucht steht man von der roten Fassade des Schatzhauses des Pharao. Man glaubte früher in der Urne wäre der Schatz von ihm, aber der Pharao war nie dort. Nach innen kommt man leider nicht mehr. Andere Gräber kann man schon besichtigen. Liefen bis zur Theaternekropole, sahen den bunten Saal (wunderschön marmorierter Sanstein), über 800 Stufen gelangten wir zum großen Opferplatz, kamen dabei an 2 Obelisken vorbei. Von oben hat man einen sensationellen Blick auf die bizarre Bergwelt und eine schöne Aussicht auf die Felsenstadt. Auf dem Opferplatz gibt es 2 Altäre: einen für Weihrauch, auf dem anderen wurden die Tiere geschlachtet. Kamen auf dem Weg abwärts an der 5m großen Löwenfigur, dem Gartentempel, Abschnitte mit aramäischer Inschrift vorbei. Nach dem Mittagessen gingen wir durch die "Innenstadt" zur Königswand. Die monumentalen Grabfassaden werden Königsgräber genannt: Urnen-, Seiden-, Korinthische und Palastgrab (sehr beeindruckend). Fuhren nach Aqaba zum Übernachten. Unser Reiseleiter begleitete uns bei Nacht durch den Suq.

Den Vormittag hatten wir in Aqaba zur freien Verfügung: spazierten am Strand entlang, bummelten durch die Gassen am Markt. Am zeitigen Nachmittag fuhren wir ins Wadi Rum. Wechselten auf den Jeep und begannen die 2 stündige Tour. Die Erosion hat ein Meisterstück geschaffen und dem Sandstein eine unendliche Fülle an Formen eingeprägt. Es gibt teilweise roten Sand, aber auch alle anderen Farben sind anzutreffen. Wir sahen Felszeichnungen als Wegweiser für Karawanen, ritten auf Kamelen, genossen die Stille, aßen das Nationalgericht Mansaf (Reis mit Lamm und Nüssen) in der Wüste, tranken Tee bei Beduinen. Danach trennten wir uns, da ich übernacht im Dessert Camp blieb, der Rest fuhr nach Amman zurück. Ich ging bisschen durch die Wüste spazieren, abends genoss ich den Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen wurde ein "Kulturprogramm" geliefert: einer sang und spielte Gitarre, danach tanzten die Männer. Wir Gäste durften/mussten mittanzen. Wir hatten alle unseren Spaß. Einmal tanzte sogar eine Frau mit einem Mann. Die Nacht war extrem kalt, hatte nicht damit gerechnet, dass die Temperaturunterschiede so gewaltig sind.

Am nächsten Tag machte ich nochmal eine 3 stündige Fahrt durch das Wadi. Sah dabei Kamele, kletterte bißchen in den Felsen, sah den Pilzfelsen, Tierformationen uvm. Wurde am Nachmittag abgeholt und nach Aqaba gebracht. Dort verbrachte ich einige Tage am Strand.

Mir hat es außerordentlich gut gefallen. Die Organisation vor Ort war super. Jedes noch so kleine Problem (in Amman gab es einmal nur kaltes Wasser im Hotel, einmal wurde das Frühstück zu spät serviert) wurde sofort abgestellt und man hat sich dafür entschuldigt. Auch der Reiseführerwechsel ging problemlos über die Bühne, wobei wir schon traurig waren, dass uns Jasmin verlassen musste. Die Transfers haben wunderbar geklappt, es wurde immer pünktlich losgefahren, auf unsere Wünsche wurde zu 100% eingegangen. Das Restaurant im Hotel in Petra fand ich nicht so toll: keine Servierten, dreckige Tischdecke.

Als Nichtraucherin ist es natürlich nicht so toll, dass überall geraucht werden darf. Schade finde ich, dass die Menschen/Land noch nicht so den Umweltgedanken verinnerlicht haben. Man sieht doch sehr viel Plastikmüll überall. Dennoch hat das Land überwältigende Naturschönheiten zu bieten, ist von unschätzbarem Wert für die Historie der Menschen, Siedlungsbauweisen und Religionen. Ich bin sehr froh, dass ich diese Reise unternommen habe, habe mich stets wohl gefühlt und würde sie allen aufs wärmste empfehlen.

Mit Bildern kann ich nicht dienen, die sind noch nicht sortiert und bearbeitet.

Wünsche Ihnen schöne Ostern.

Viele Grüße
SylviaK

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