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Feedback Ägyptenreisen SOBEK im November 2007

Frau Doll und Tochter
Pyramide von Dahshur
Moschee in Kairo
Basar in Kairo
Mövenpick-Resort
Hängende Kirche in Kairo
Ramesseum in Luxor
Schautafel Grab von Tut-ench-Amun
Die MS Liberty
Kabine

Lieber Herr Stern,

heute will ich endlich den versprochenen Reisebericht verfassen, den Sie gerne Ihren anderen Kunden zur Verfügung stellen können.

Meine Tochter und ich hatten das um einen zusätzlichen Tag in Kairo erweiterte Programm SOBEK vom 09.11.-24.11.2007 gebucht. Wir zwei Damen wollten ganz allein, nur mit einem persönlichen Reiseführer, ohne Stress und Gruppenzwang Ägypten erkunden. Und es hat sich absolut gelohnt! Ein paar Besorgnisse kamen bei mir nur im Vorfeld auf, als Herr Stern uns mitteilte, dass es jeweils ein anderes Hotel und ein anderes Schiff sein sollte (wg. Überbuchung), wir könnten aber einen "Upgrade" bekommen, also eine Höherstufung ohne Aufpreis. Ich war etwas in Sorge, ob das dann auch klappen würde. Aber es war alles bestens und stellte sich als absoluter Glücksfall heraus. Das "Mövenpick Resort" bei den Pyramiden (die man vom Hoteleingang aus sehen konnte)ist eine Anlage von Reihen-Bungalows mit jeweils eigener Terrasse und liegt in einem schönen tropischen Garten. Service - sehr gut.

In Luxor wohnten wir im New Winter Palace, einem Anbau des Old Winter Palace (dessen Angebote man auch alle nutzen konnte), gleich neben dem Luxor-Tempel und ebenfalls mit einem traumhaften Garten versehen. Wir haben ein paar Reisegruppen getroffen, die dieses Hotel (weil es so berühmt ist), nur besichtigt haben - wir wohnten darin. Seinen guten Ruf hat es absolut verdient, nicht wegen des Mobiliars, das nicht mehr auf dem neuesten Stand war, aber auf Grund des erstklassigen Services, den so ein Hotel zu bieten hat. Lunchzeit vorbei - kein Problem, unser Küchenchef bereitet ihnen alles zu, was Sie möchten. Die Bank zum Geldwechseln ist im Vorgarten, Zeitungsladen ebenfalls, Taxis und Kutschen vor der Tür (mit angeschlagenen Preisen!) und unser Schiff, die "MS Liberty", ankerte gegenüber vom Hotel. Zum Souk sind es 5 Minuten zu Fuß (wir waren zweimal da, einmal mit unserem Reiseführer, einmal alleine, alles kein Problem.)

Aber das absolute Highlight an Komfort und Service war die MS Liberty. Eine großzügige Kabine mit Balkon, Einbauschränken und Kommoden, dick mit Teppichen ausgelegt. Unser Zimmerboy ließ uns sogar die Präsidentensuite besichtigen, die zwei Kabinen neben unserer liegt (da hat vor einiger Zeit Präsident Bush mit Frau genächtigt, Bilder davon gibts im Internet).

Der Service war ein Traum - die Crew hat uns jeden Wunsch sozusagen von den Lippen abgelesen. Erstklassiges Essen, aufmerksame Bedienung - und jeder Wunsch wurde erfüllt. Als mich an einem Tag doch ein Anflug von "Pharaos Rache" erwischt hatte, holte unser Guide Mohammed mir extra das Wundermittel "Antinol" aus der Apotheke, der Küchenchef kochte nur für mich ein Diätessen und vor dem Schlafengehen erschien noch der Zimmerboy mit aufgeschnittenen Bananen. Nächsten Tag bekam ich noch einen Vitamincocktail und dann ging es mir wieder prima. Wir haben noch nie so oft die Worte "kein Problem, Madame" gehört. Das ägyptische Kochbuch im Shop nur auf Englisch da? Kein Problem, morgen haben Sie es auf Deutsch. Sie möchten gerne den Kapitän kennenlernen? Kein Problem, er empfängt Sie in einer halben Stunde zum Tee auf der Brücke. Da saß er gemütlich am Steuer in seiner Galabija und wir auf seinem roten Diwan, man glaubt es nicht.

Frühstück um drei Uhr morgens wegen der Besichtigung von Abu Simbel? Kein Problem. Sie müssen um 5 Uhr morgens zum Flieger? Frühstück und Lunchpaket stehen bereit.

Wir waren übrigens die beiden einzigen Deutschen auf dem Schiff, neben einer großen Gruppe von Franzosen waren da noch kleinere Gruppen von Italienern, Norwegern, Chinesen aus Shanghai, Österreichern, Arabern und sogar eine Mini-Gruppe aus Israel. Aber es ging recht lustig zu und wir fanden schnell Kontakt, mit Englisch kommt man überall durch.

Dies alles geht natürlich nur, wenn man sozusagen privat reist - wir wurden von den anderen sehr beneidet, vor allem bei den Besichtigungen. Unser Führer Islam Mahran in Kairo war ein Meister im "Vordrängeln" mit seinen beiden Damen - er scheint jeden an den Eingängen und Sicherheitsschleusen zu kennen - und schwupp waren wir vor den großen Gruppen drin. Dadurch hatten wir viel mehr Muße zum Besichtigen und immer genug Zeit für eine kleine Mahlzeit oder eine Tasse Tee zwischendurch. Wir konnten so auch ein paar Dinge zusätzlich zum vorgesehenen Programm durchführen, wofür die größeren Reisegruppen keine Zeit hatten - den Mumiensaal im Ägyptischen Museum, das Imhotep-Museum in Sakkara und das sehr zu empfehlende Imhotep-Café nebenan, das Militärmuseum auf der Zitadelle, einen Tagesausflug nach Alexandria mit einem fürstlichen Essen im ehemaligen Palast des Königs Faruk (heute ein Restaurant und Museum), die Sound and Light-Show im Karnak-Tempel von Luxor, das Luxor-Museum und den Basar in Assuan. An unserem letzten Tag in Kairo lud uns Islam noch ein, in einer kleinen Teestube verschiedene Sorten von Tees zu probieren - von heiß bis eiskalt - und danach sind wir noch einmal zur großen Pyramide gefahren, um uns von ihr zu verabschieden.

Islam war ein ausgezeichneter Führer - er hat Ägyptologie und Deutsche Literatur studiert, wir haben mit ihm beim Mittagessen auf der Zitadelle über die Verschiedenheiten der drei großen Religionen und Lessings "Ringparabel" diskutiert, andererseits aber auch Shisha geraucht, viel gelacht, Kitsch eingekauft (ein sprechendes Kamel) und uns prächtig amüsiert. Wir haben Freundschaft geschlossen und schreiben uns heute noch manchmal emails.

Unser Führer in Luxor und auf der Nilkreuzfahrt hieß Mohammed und war ebenfalls ein Meister darin, es uns so angenehm wie möglich zu machen. Mit ihm besichtigten wir zusätzlich Medinet Habu und das Ramesseum in Luxor, und am Grab von Tut-ench-Amun waren wir auch so früh, dass wir nur 10 Minuten auf den Einlass warten mussten, danach ging die Schlange bis ins Unendliche. Er hat uns ein paar Wörter Arabisch beige- bracht und uns die Zusammensetzung der Hieroglyphen in den Kartuschen so lange erklärt, dass wir zumindest die von Ramses II. immer und überall sofort erkannt haben.

Wie schön es ist, einen eigenen Wagen, Fahrer und Reiseführer zu haben, ist uns vor allem auf der Fahrt nach Abu Simbel bewusst geworden: Wir hatten einen (natürlich klimatisierten) Mercedes-Van, jeder von uns eine eigene Sitzreihe, so dass man sich (Abfahrt war 3.30 morgens) noch einmal ausstrecken und drei Stunden Schlaf nachholen konnte, und wurde geweckt, als in der Wüste die Sonne aufging (so etwas Schönes, wer kann, sollte die Fahrt im Konvoi mit Autos machen, per Flugzeug hat man nicht diesen imposanten Eindruck. Und im ersten Sonnenlicht um 7 Uhr Abu Simbel - wir waren zutiefst beeindruckt.

Gabs auch was Negatives? In den 15 Tagen eigentlich nur zwei Dinge: Ein Kaleschen-Vermieter in Luxor, der uns vom Hotel aus verfolgte, laut schreiend immer hinter uns herlief (peinlich!!!) und uns weismachen wollte, dass der Basar am Freitag ganz woanders sei und erst verschwand, als wir direkt davor standen.

Das zweite war der Rückflug. Unser Flug von Luxor nach Kairo war bestätigt, aber am Flughafen stellte sich heraus, dass er überbucht war. Unser Agent gab sich große Mühe und brachte uns auf einem anderen Flug 1 1/2 Stunden später unter, nur wurde die Zeit in Kairo dann fast zu knapp zum Umsteigen (40 Minuten von einem Terminal zum anderen), und es gibt nur einen Flug pro Tag von Kairo direkt nach München. Dann hatte der Inlandsflug auch noch 10 Minuten Verspätung - also nur noch 30 Minuten zum Umsteigen. Wir glaubten nicht, dass das noch klappen würde (der Flughafen in Kairo ist für einen Fremden das pure Chaos) aber siehe da - in der ersten Reihe am Flughafen in Kairo stand unser freundlicher Agent von New Travel Vision, den wir schon vom Hinflug kannten - sagte "ich weiß alles, folgen Sie mir husch, husch" und schleuste uns über irgendwelche Hintertreppen quer durchs Gelände, schnappte sich unterwegs noch eine andere Dame, die auch von seiner Agentur betreut wurde und die ebenfalls nach München wollte, schaffte uns Platz vor der Sicherheitskontrolle, drückte uns dann die Bordkarten in die Hand und schob uns quasi als die Letzten noch in den Flieger - der Rest war schon eingestiegen.

Uff, das war knapp - aber wir waren an einen absoluten Könner des Managements geraten, ich hatte gerade noch Zeit, ihm das zu sagen und mich zu bedanken. Und in München angekommen, war auch - oh Wunder - unser Gepäck da; unsere Mitreisenden, die unsere Hetze in Kairo mitbekommen hatten, hielten es für unmöglich, dass das Durchchecken von Luxor über Kairo bei der knappen Zeitspanne überhaupt möglich sei und haben uns Schauderdinge erzählt, aber kurz und gut, es hat tatsächlich funktioniert. Das Fazit dieser Reise: Es war ein traumhafter Urlaub, wir haben alles gesehen, was wir sehen sollten (siehe Programm SOBEK) und zusätzlich sehen wollten, es war wunderschön und bis auf den Rückflug völlig stressfrei, Unterbringung und Service erstklassig, und die beiden Reiseführer nur für uns allein kann ich jedem nur empfehlen, der Besichtigungen entspannt genießen will.

Recht herzlichen Dank an Herrn Stern, der diese Reise für uns organisiert hat, und an all die netten und freundlichen Leute in Ägypten, die es uns leicht gemacht haben, ihr Land lieben zu lernen.

Ingeborg Doll mit Tochter Carolin