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Istanbul – Konstantinopel – Byzanz

Istanbul – Konstantinopel – Byzanz: drei Namen, zwei Kontinente, eine Stadt. Istanbul ist die Brücke, die Europa mit Asien, den Okzident mit dem Orient verbindet. Die geschichtsträchtige Weltstadt am Bosporus war Zentrum des Byzantinischen und später Osmanischen Reiches. Heute ist die pulsierende Megametropole das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Türkei.

Türkische Stadt Istanbul - © STERN TOURS

Istanbul allein ist eine Reise wert. Ihre einzigartige Lage am Bosporus, ihre unzähligen Moscheen, Kirchen, Paläste und Prachtbauten, die Brücke zwischen Europa und Asien, die Skyline der modernen City sowie die Basare und alten Bauten der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt – all das macht die Vielfalt dieser faszinierenden Stadt aus.

Inklusive der Vororte hat Istanbul mehr als 14 Millionen Einwohner. Damit ist Istanbul nicht nur die größte Stadt der Türkei, sondern eine der größten Städte der Welt. Die Stadt war seit jeher ein multikultureller Schmelztiegel. Sie ist es bis heute geblieben.

Istanbul ist vor allem eine Stadt am Wasser. Von Westen her ragt die Landzunge des alten Byzanz ins Meer. Hier stehen die meisten historischen Bauten aus griechischer, römischer, byzantinischer und osmanischer Zeit. Nach Süden hin öffnet sich das Marmarameer. Nördlich ist die Landzunge vom sogenannten Goldenen Horn begrenzt, einer rund 7 Kilometer langen fjordartigen Bucht, die vom Bosporus abzweigt. Gegenüber vom alten Zentrum lag auf der anderen Seite des Goldenen Horns die Stadt Galata, das heutige Stadtviertel Karaköy, und auf der anderen Seite des Bosporus Chalcedon, das heutige Stadtviertel Kadiköy. Die Stadt ist heute weit über ihre alten Grenzen hinausgewachsen und erstreckt sich zahllose Kilometer entlang der europäischen und asiatischen Küste des Marmarameeres sowie weit nach Norden entlang des Bosporus.

Geschichte einer Weltstadt

Es war eine Expedition ins Ungewisse. Im Jahre 660 v. Chr. segelte ein Gruppe griechischer Kolonisten aus Argos, Korinth und Megara durch die nördliche Ägäis. Die Männer waren auf der Suche nach einer neuen Heimat. Ihr Anführer war Byzas von Megara. Sie segelten nach Nordosten in Richtung der Dardanellen, jene Meerenge zwischen Europa und Asien, die Alexander der Große später überschreiten sollte, um das persische Weltreich zu erobern. Sie fuhren vorbei an den Ruinen Trojas, der Stadt, die allen Hellenen aus der Ilias in Erinnerung geblieben war. Schließlich öffnete sich die Meerenge zu einem kleinen Binnenmeer, dem Marmarameer. Die Kolonisten segelten weiter und kamen an eine weitere Meerenge, dem Bosporus. Hier hielten sie an einer markanten Stelle, an der ein Hügel die Landschaft bestimmte und von dem aus man eine gute Fernsicht auf die Meerenge hatte. An diesem Ort ließen sie sich nieder und gründeten eine neue Stadt – Byzantion. Sie errichteten zunächst auf dem Hügel die Akropolis. Dies war die Keimzelle von Byzanz.

Das Land, das die griechischen Kolonisten für sich beanspruchten, war nicht unbesiedelt. In der Gegend siedelten bereits seit der Jungsteinzeit Menschen. In der Kupfersteinzeit und Bronzezeit war der Ort immer wieder bewohnt. Als die Griechen dort ankamen, lebten Thraker in einer nahen Siedlung namens Lygos. Auch die Phönizier betrieben dort bereits regen Handel. Doch erst mit den dorischen Griechen aus Megara, Argos und Korinth begann Byzantions Geschichte als bedeutende griechische Stadt. Die Griechen sind ein Seefahrervolk. Sie wussten um die Bedeutung des Ortes als Handelsumschlagplatz für Waren aus dem Mittelmeerraum und dem Schwarzen Meer, für Produkte aus Kleinasien und Hellas. Mit seiner neuen Kolonie besetzte das griechische Megara einen Knotenpunkt im Handel zwischen den Meeren und Kontinenten.

Direkt gegenüber von Byzantion, auf dem asiatischen Ufer des Bosporus, dem heutigen Istanbuler Stadtteil Kadiköy, war bereits 25 Jahre zuvor die griechische Kolonie Chalcedon gegründet worden. Auch sie war eine Kolonie von Megara. Durch die Doppellage am Bosporus wurde die Kontrolle des Eingangs zur Meerenge möglich. Doch Byzantion und Chalkedon gingen nicht immer einen gemeinsamen Weg. Erst in der Moderne wurde die Stadt von Chalkedon dem wachsenden Istanbul einverleibt.

Die perfekte geostrategische Lage von Byzanz war Vorteil und Nachteil zugleich. Auch andere Staaten wussten um die Bedeutung des Ortes. Um 512 v. Chr. wurde Byzantion von dem persischen König Dareios I. eingenommen. Die Perser hatten bereits ein Weltreich vom Indus bis nach Ägypten erobert. Nun strebten sie nach der Eroberung Griechenlands. Es kam zu den griechisch-persischen Kriegen. Im 5. Jahrhundert wurde Byzanz von Persien unabhängig. Kurzzeitig regierte der Spartaner Pausanias die Stadt. Im Jahre 478 v. Chr. konnte er die Stadt mit einer gewaltigen Flotte angreifen und erobern, nachdem er zuvor erfolgreich gegen die Perser gekämpft hatte. Doch die Herrschaft der Spartaner dauerte nur zwei Jahre. Dann wurde Byzanz ein eigenständiger demokratischer Stadtstaat. Doch um weiterhin vor den Persern geschützt zu sein, musste Byzanz sich dem Attischen Seebund anschließen. Dies war ein Bund zahlreicher griechischer Stadtstaaten der Ägäis, um sich gegen das Persische Weltreich zu wehren. Schutzmacht dieses Bundes war Athen. Zwischenzeitig schloss sich Byzanz dem konkurrierenden Peloponnesischen Bund unter Führung Spartas an. Ab 357 v. Chr. war Byzanz vollständig souverän.

Interessanterweise konnte Byzanz seine Unabhängigkeit auch gegen das aufstrebende Makedonien behaupten. Einer Belagerung durch die Truppen des makedonischen Königs Philipp II. im Winter 340/339 v. Chr. hielt die Stadt erfolgreich stand. Auch dessen Sohn Alexander der Große, der im Jahre 334 v. Chr. den Hellespont an den Dardanellen überschritt, das Persische Herr am Granikos schlug und in den darauf folgenden Jahren nahezu das komplette persische Reich eroberte, hat nicht Byzanz erobert.

Im Jahre 73 n. Chr. wurde Byzanz Teil des Römischen Reiches. In römischer Zeit profitierte die Stadt weiterhin vom Handel zwischen den Meeren und Kontinenten. Einen Rückschlag gab es im Jahre 195 n. Chr. Beim den römischen Thronstreitigkeiten zwischen Pescennius Niger und Septimus Severus stand die Stadt auf der Seite des Verlierers und müsste dafür büßen. Nach langer Belagerung gelang es Septimus Severus, Byzanz zu erobern. Große Teile der Stadt wurden verwüstet. Jedoch genehmigte der Kaiser anschließend Wiederaufbauprogramme, um die Bauten in Byzanz wieder herzustellen. Ein weiterer Rückschlag für die Stadt war ein Einfall der Goten, die im Jahre 258 n. Chr. Byzanz überfielen und ausplünderten.

Aus Byzanz wird Konstantinopel – Hauptstadt eines Weltreiches

Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Stadt war die Machtergreifung des römischen Kaisers Konstantin im Jahre 324. Zwar regierte er bereits seit 306, musste sich jedoch zunächst im Rahmen der Tretrarchie (Viererherrschaft) das Kaisertum mit den Nebenkaisern Maximian, Galerian und Diokletian teilen. Erst im Jahre 324 erreichte er die Alleinherrschaft. Kurz danach ordnete er den Hauptstadt- und Regierungswechsel von Rom nach Byzanz an. Von nun an trug die Stadt den Beinamen Konstantinopel (Constantinopolis) – die Stadt des Konstantin. Eine weitere wichtige Veränderung unter Kaiser Konstantin war die Einführung der Religionsfreiheit im Römischen Reich und die Privilegierung des Christentums. Damit begann die christliche geprägte Epoche der Spätantike.

Konstantinopel war als neues Rom geplant. Daher wurden grandiose Bauprogramme in Auftrag gegeben. Es wurden Paläste, ein Kapitol und ein riesiges Hippodrom, eine Arena mit Pferderennbahn gebaut. Das Hippodrom bot mit 400 Metern Länge und über 117 Metern Breite rund 100.000 Zuschauern Platz. Große Aquädukte versorgten die Stadt mit Trinkwasser, das in großen Zisternen gespeichert wurde.

Die Einwohnerzahl von Byzanz stieg erheblich. Die Fläche der Stadt wurde erweitert, so dass sieben Hügel im Stadtgebiet eingebunden waren. Dies sollte an die sieben Hügel Roms erinnern. In der Folgezeit wurde die Hauptstadtfunktion ausgebaut. Byzanz wurde neben Rom ein Zentrum des Christentums. Zahlreiche Kirchen wurden errichtet. Unter Kaiser Theodosius I., der von 379 bis 395 n. Chr. regierte, wurde das Christentum Staatsreligion. Das Römische Reich wurde zweigeteilt. Das Weströmische Reich wurde von Rom aus regiert, das Oströmische von Byzanz. Dem Bischof von Byzanz wurde eine herausragende Stellung innerhalb des östlichen Römischen Reiches zugebilligt.

In den drei Jahrhunderten nach Konstantin wurden die Bauprojekte fortgesetzt. Unter Theodosius I. musste die westliche Stadtmauer wegen des Baubooms und Bevölkerungswachstums erneut weiter nach Westen verlagert werden. Er wurde eine komplett neue Stadtverteidigungsanlage mit 13 Meter hohen Mauern und 96 Wachtürmen vom Goldenen Horn bis zum Marmarameer errichtet.

Höhepunkt der byzantinischen Baukunst war die Fertigstellung der Hagia Sophia unter Kaiser Justinian I. im Jahre 537. Fünf Jahre lang hatten rund 10.000 Handwerker an diesem Riesenbau gearbeitet. Auf einem 77 mal 71 Meter großen Rechteck wurde eine riesige Kuppel mit 31 Metern Durchmesser errichtet. Die Höhe der Kuppel beträgt 56 Meter. Das monumentale Meisterwerk symbolisiert den Höhepunkt des Byzantinischen Reiches.

Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches durch die Einfälle der germanischen Stämme, versuchte Byzanz unter Justinian Teil des Weströmischen Reiches wieder zurückzuerobern und somit das alte Reich in seiner Gesamtheit wiederherzustellen. Immerhin gelang es Byzanz, die Küstenregionen des westlichen Mittelmeeres und Italien von den Germanenstämmen zurückzuerobern.

In den Jahrhunderten nach Justinian zerfiel die Macht von Byzanz. Die Fläche des Reiches schrumpfte. Im Osten und Süden des Reiches machte die Ausbreitung der islamischen Reiche die Vorherrschaft von Byzanz im Mittelmeerraum streitig. Bereits im 7. Jahrhundert hatte Byzanz die Herrschaft über die Levante und Nordafrika vollständig an die arabischen Eroberer verloren.

Ein besonders schwerer Schlag für Byzanz war der Einfall der türkischen Seldschuken in Anatolien. Byzanz war den islamischen Nachbarländern nicht mehr gewachsen. Man war von der Hilfe der europäischen Reiche abhängig, die während ihrer Kreuzzüge für die Zurückdrängung des Islams und für die Wiederherstellung des Christentums im östlichen Mittelmeer kämpften. Schließlich war Byzanz so geschwächt und auf Teile der Ägäis begrenzt, dass die Kreuzritter kurzerhand die Herrschaft übernahmen. Sie plünderten die Stadt und gründeten ein Lateinisches Kaiserreich, das von 1204 bis 1261 dauerte und von Nikäa aus regiert wurde. Die Hagia Sophia wurde von einer oströmisch-orthodoxen Kirche zur römisch-katholischen umgeweiht. 1261 konnte die westliche Herrschaft abgeschüttelt und Byzanz wieder Zentrum eines griechisch-oströmischen Reiches werden. Doch diese kurze Blüte hielt nur kurze Zeit. Die türkische Dynastie der Osmanen begann sich über Anatolien und schließlich auf dem Balkan auszubreiten. Das byzantinische Reich bestand schließlich nur noch aus der Stadt und dem unmittelbaren Umland – eine orthodox-christliche Enklave inmitten eines neuen türkisch-islamischen Großreiches.

Video zu Istanbul

Istanbul von der Brücke am Bosporus - © STERN TOURS

Aus Konstantinopel wird Istanbul

1453 war schließlich das denkwürdige Jahr, in dem Byzanz nach einjähriger Belagerung endgültig von den Türken erobert wurde. Seitdem war die Stadt – nun Istanbul genannt – Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Die Hagia Sophia wurde in eine Moschee umgeweiht und bekam vier schlanke Minarette. Das Osmanische Reich expandierte nach denselben geographischen Mustern wie das byzantinische. Im 16. Jahrhundert war das Osmanische Reich mindestens ebenso groß wie einstmals das Oströmische Reich – nahezu der gesamte östliche Mittelmeerraum stand unter osmanischer Herrschaft. Der Handel blühte und die Stadt profitierte und wuchs wie in besten byzantinischen Zeiten.

Ausdruck der osmanischen Blütezeit sind die Prachtbauten der Sultane, der prächtige Palast Topkapi Sarayi und die 1616 vollendete Sultan-Ahmad-Canii-Moschee, auch Blaue Moschee genannt, die ebenso prächtige wurde wie die Hagia Sophia.

Im 19. Jahrhundert verlor das Osmanische Reich nicht nur an Wohlstand und politischen Einfluss, sondern musste auch zahlreiche Provinzen im Mittelmeerraum aufgeben. Während des Ersten Weltkrieges kämpfte das Osmanische Reich auf Seiten Deutschlands gegen die westlichen Alliierten. 1918 brach das Reich zusammen. 1919 besetzten die britisch-französischen Truppen Istanbul. In der Türkei folgten bürgerkriegsähnliche Zustände. 1923 wurde die türkische Republik ausgerufen. Der Regierungssitz wurde von Istanbul nach Ankara verlegt.

Obwohl Istanbul keine Hauptstadt mehr ist, blieb ihre Bedeutung als wichtigste kulturelle und wirtschaftliche Metropole der Türkei bestehen. Mehr als zehn Millionen Reisegäste aus aller Welt lassen sich jährlich von der Stadt am Bosporus verzaubern.

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