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Das antike Ephesus

Die Stadt Ephesos ist die antike Stadt, aus der das spätere Selcuk entstand. Der Name Ephesos entstammt wahrscheinlich dem Lateinischen, wobei die korrekte Bezeichnung hier Ephesus lautet. Ephesos war eines der wichtigsten Zentren der Griechen innerhalb Kleinasiens. Dass sich der Tempel der Artemis, also eines der Sieben Weltwunder in Ephesos befand, bestärkt die Annahme, welche hochtragende Bedeutung die Stadt aus griechischer Sicht hatte. Die größte Änderung zu dem heutigen Selcuk ist sicherlich die Lage der Stadt. Ephesos selbst lag direkt am Meer, während Selcuk heute 16 Kilometer vom Meer entfernt ist. Grund hierfür sind Erdbeben und eine durch Ablagerung erweiterte Küstenlinie. Noch heute können die Ruinen von Ephesos besichtigt werden.

Die Geschichte Ephesos

Die Geschichte von Ephesos wird in mehrere Epochen unterteilt. Die früheste Phase zeugt von einer Besiedlung der Region um den Ayasoluk bis weit ins Jahr 5000 vor Christus. Funde der Erstbesiedlung bestätigen diese Annahme. Noch im 2. Jhd. v. Chr. war die Stadt unter der Bezeichnung Apasa bekannt und galt als das Zentrum der hethitischen und mykenischen Kulturen. Die griechische Geschichte Ephesos begann in der zweiten Jahrtausendhälfte des 2. Jahrtausens v. Chr..

Laut einer Sage wurde die Stadt etwa im 10. Jahrhundert vor Christus von Androklos, dem König von Attika gegründet. Lyder und Karer lebten zur Zeit der Stadtgründung bereits nordöstlich des Gebiets, welches heute als Selcuk bekannt ist. Griechische Einwanderer gründeten eine eigene Siedlung, die im Jahr 560 vor Christus durch die Eroberung durch den lydischen König Kroisos mit diversen Kleinsiedlungen zusammengeschlossen und zu einer Stadt verbunden wurden.

Das neue Stadtgebiet beschränkte sich auf ein Gebiet, welches dem Artemistempel naheliegt. Um das Jahr 546 v. Chr. herum eroberten die Perser das lydische Reich und hielten die Besetzung aufrecht, bis Alexander der Große die Perser aus dem Gebiet verdrängte. Mit dem Tod Alexander des Großen begann die Geschichte des hellenistischen Ephesos, welche sich bis ins 1. Jhd. v. Chr. erstreckte. Während dieser Epoche unterlief das alte Ephesos eine grundlegende Veränderung.

Noch immer war Ephesos eine Region, die aus dem Zusammenschluss mehrerer Siedlungen bestand. Im Jahr 294 vor Christus wurde das Stadtgebiet erstmals durch eine Schutzmauer eingegrenzt. Die Mauer verlief über eine Strecke von 9 Kilometern und umschloss die gesamte Stadt inklusive eines Bereichs des nördlichen Hanges des Bergs Bülbul. Innerhalb der Stadtmauern erstreckte sich Ephesos auf einer Fläche von 2,5 Quadratkilometern. Die Stadt war zu dieser Zeit einer der größten Hafenstädte und gehörte dem Königreich Pergamon an. Ab dem Jahr 133 v. Chr. fiel Ephesos an das Römische Reich. Mit mehr als 200.000 Einwohnern war Ephesos eine der größten, wenn nicht sogar die größte Stadt des Römischen Reichs. Sie wurde zum Sitz des Statthalters der Provinz Asia. Neben öffentlichen Bauten wurden auch Tempel erbaut. Die Kosten der Erbauung wurden teils durch die Stadt und von reichen Bürgern übernommen. Innerhalb der Stadt lagen Tempel, die den Kaisern Hadrian und Vespasian galten.

Das Christentum findet einen starken Ursprung in Ephesos. Der Apostel Paulus soll laut dem Neuen Testament während seiner dritten Missionsreise in Ephesos geweilt haben. Zudem besagt eine Legende, dass Maria nach der Himmelfahrt Jesu in der Nähe von Ephesos gelebt habe. Es ist überliefert, dass im Jahr 431 das ökumenische Konzil in der Marienkirche innerhalb des Stadtgebiets Ephesos tagte.

Eine weitere geschichtliche Bedeutung erfährt Ephesos als byzantinische Provinzstadt. Das spätantike Leben der Stadt konnte sich bis ins 6. Jahrhundert erhalten. Während der byzantinischen Zeit verlor sich der Glanz. Durch Ablagerungen versandete der Hafen, sodass er als Umschlagplatz immer weniger von Interesse war. Die Paulikianer eroberten im Jahr 867 die Stadt. Kurz vor dem Ersten Kreuzzug ging Ephesos erneut in neue Hände über. Die Seldschuken eroberten das Gebiet und erbauten in direkter Nähe Ayasoluk, der Vorgänger des heute als Selcuk bekannten Ortes. Obwohl die Byzantiner im Jahr 1304 nochmals für eine kurze Zeitdauer die Stadt übernehmen konnten, fiel die Stadt wenige Jahre später wieder in türkische Hände, wonach die türkische Geschichte begann, als die Gegend in das Osmanische Reich übernommen wurde.

Sehenswürdigkeiten

Das Stadion

Das antike Stadion liegt in einer Vertiefung am Fuße des Berges Panayir Dag. Während der hellenistischen Periode der Stadt wies das Stadion nur im südlichen Teil Sitze auf. Mit dem Einfluss Neros wurde das Stadion zwischen 54 und 68 nach Christi umgebaut und erheblich erweitert. Die gewölbte Bauweise des nördlichen Stadions wurde mit weiteren Sitzen ausgestattet. Zusätzlich legten Arbeiter auf der Ostseite der Arena eine weitere Fläche an, die wahrscheinlich für Gladiatorenkämpfe genutzt wurde. Im fünften Jahrhundert wurde eine Kirche an der Nordtribüne errichtet.

Marienkirche

Die Ruinen der Marienkirche entstammen dem alten Ephesos. Die Grundmauern der Marienkirche geben Auskunft darüber, dass die Kirche über drei Hallen verfügte, die sich auf einer Fläche von 145 x 30 Metern erstreckten. Die Marienkirche wurde südlich des olympischen Viertels erbaut und wurde unter anderem bekannt, da der dritte ökumenische Rat im Jahr 431 nach Christi innerhalb der Kirche stattfand.

Bis in die byzantinische Herrschaftsperiode Ephesos hinein wurde die Kirche mehrfach umgebaut. Ab dem siebten Jahrhundert war die Marienkirche nicht länger der Sitz des Bischoffs. Die Messen beschränkten sich auf Geburts- und Trauerfeiern, wodurch dennoch der Erhalt der Kirche bis ins späte Mittelalter garantiert wurde.

Theatergymnasion

Das Theatergymnasion liegt in der Hafenstraße des antiken Ephesos. Der Name entstammt der Lage des Ortes. Direkt angrenzend befand sich ein Theater. Auf der eigentlichen Sportstätte des Gymnasions trainierten Sportler olympische Disziplinen oder Gladiatorenkämpfe, die im angrenzenden Theater stattfanden, und nutzten die zum Gymnasion gehörenden Bäder.

Erbaut wurde das Theatergymnasion wahrscheinlich zur selben Zeit wie das Theater, wobei die Römer später diverse Umbaumaßnahmen vornahmen. Dem rechteckigen Bau war ein Säulenarkadenhof vorgelagert, welcher sich auf einer Fläche von 70 x 30 Metern erstreckte.

Verulanusplatz

Die Ruinen des Verulanusplatzes werden von der Theatergymnasion und der Hafengymnasion eingegrenzt. Das Ruinenfeld ist relativ unübersichtlich, doch wird deutlich, dass mehrere Gebäudegruppen auf dem Platz errichtet waren.

Der Säulenarkadenhof, der den Verulanusplatz säumte, galt gleichzeitig als Eingang zur Theatergymnasion.

Alter Hafen

Der antike Hafen von Ephesos ist heute von Land umgeben. Eine Arkadenallee führt vom Theater aus zum alten Hafen, der im 3. Jahrhundert aufgegeben wurde. Die Entdeckung der Hafenruinen markierte einen wichtigen Punkt in der Rekonstruierung des antiken Stadtgebietes. Die Besichtigung des alten Hafens ist ein Teil der Stadtführung. Direkt am Hafen lagen die Hafenthermen, die im 2. Jhd. n. Chr. Erbaut und von Konstantin dem Großen erneuert wurden. Der alte Hafen wird heute hauptsächlich durch sumpfiges Gelände markiert.

Arkadiané

Die Arkadiané beschreibt die Überreste einer 500 Meter langen und 11 Meter breiten Straße. Die Straße galt als wichtigste Verbindung zwischen dem alten Hafen und dem Theater des antiken Ephesos. Die Bezeichnung Arkadiané entstammt der Anlehnung an den damaligen Herrscher Acadius, unter dessen Befehl die Straße errichtet wurde.

Ein genaues Errichtungsdatum ist nicht bekannt, doch gilt das Jahr 400 n. Chr. Als sehr wahrscheinlich. Die Enden der Straße werden durch große Prunktore gezeichnet. Zwischen 527 und 565 wurde ein viersäuliges Monument mit Skulpturen errichtet, welches die Mitglieder der kaiserlichen Familie ehrt.

Großes Theater

Das große Theater von Ephesus wurde im Auftrag des Kaisers Claudius in den Jahren 41-54 n. Chr. Erbaut. Nach Claudius Tod ließ Kaiser Trajan zwischen 98 und 117 n. Chr. Das Theater fertigstellen. Das Große Theater enthielt ein Orchestra sowie ein Bühnenhaus. Als der Apostel Paulus gegen den Artemiskult und die Goldschmiede Anklage erhob, hielt er seine Rede innerhalb der Mauern des Großen Theaters.

Das Theater weißt an drei Seiten je 22 Ränge auf, verfügt über 12 Treppenaufgänge und bot bis zu 25.000 Zuschauern Platz. Das Bühnenhaus, welches mit Säulen und Statuennischen gesäumt wurde, wurde dreistöckig errichtet. Während der hellenistischen Zeit enthielt das Große Theater ein Brunnenhaus, welches in die westliche Terrassenmauer eingefügt wurde. Das Theater wurde vor dem 7. Jahrhundert in die Stadtmauern von Ephesos integriert.

Untere Agora

Die untere Agora beschreibt einen quadratischen Platz, der von zweischiffigen Säulenarkadenhallen umrahmt war. Nach Westen schloss sich eine Straße an, die im Stil einer Säulenallee gehalten war. Die untere Agora galt als Marktzentrum von Ephesos. In den zweischiffigen Säulenarkaden befanden sich Läden, die ihre Ware feilboten. Der Marktplatz konnte bis heute teilweise freigelegt werden. Der Platz verlief wohl auf einer Länge von 116 Metern und stammt aus dem 3. Jhd. n. Christi.

Säulenhallenstraße

Die Säulenhallenstraße schließt sich westlich an die Untere Agora an. Die Straße selbst erstreckt sich auf eine ungefähre Länge von 160 Metern und wird auf beiden Seiten von Torbauten begrenzt. An der Südseite der Straße war ein Treppenaufgang, die zu einem Platz führten, auf dem ein Tempel errichtet war. Der Platz war von Kolonaden gesäumt, der Tempel wurde dem ägyptischen Gott Serapis geweiht.

Marmorstraße

Auch die Marmorstraße säumte das antike Untere Agora. Die Ruinen der Straße verlaufen an der östlichen Seite des Marktplatzes. Ihren Namen erhielt die Marmorstraße durch den in der Mitte eingelassenen Marmor. Zusätzlich war die Straße mit Bildwerken geschmückt, die sich an Säulen an den Straßenrändern befanden. Bis heute sind die Abflussöffnungen zur Kanalisation in den Ruinen der Straße zu erkennen.

Celsus-Bibliothek

Die Celsus-Bibliothek ist eines der besterhaltenden Gebäude des antiken Ephesos. Errichtet wurde die Bibliothek in den Jahren 114 bis 125 n. Christus durch Gaius Iulius Aquila. Aquila ließ die Bibliothek auf dem Grab seines Vaters Tiberius Iulius Celsus Polemaenus erbauen. Die Celsus-Bibliothek wurde hierdurch zu einem Denkmal, welches dem Toten gedenken sollte.

Zu Lebzeiten Aquilas konnte die prächtige Bibliothek nicht vollendet werden, sodass Aquilas Erben den Bau fortführten. Bis zu 12.000 Bücher in Rollenform wurden in der späteren Bibliothek gelagert. Um den Erhalt der Celsus-Bibliothek zu gewährleisten, hatte Aquila eine Formulierung in seinem Testament genutzt, wodurch die Nachwelt für die Restauration und den Erhalt sorgen musste.

Mit Außenmaßen von 23 Meter Länge und einer Tiefe von 17 Metern ist die Grundfläche der Bibliothek relativ eng begrenzt. Grund hierfür war die dichte Besiedlung Ephesos. Um die Bibliothek erhabener und eleganter zu gestalten, wurde eine Kurvatur in die Fassade eingefügt und weitere optische Tricks benutzt. Die Fassade ist in zwei Geschosse aufgeteilt und weist eine Architektur auf, die sich an Vorsprüngen und Vertiefungen bedient. Das Untergeschoss beherbergt vier weibliche Statuen, die die Tugenden des verstorbenen Celsus darstellen. Im Vordergrund der Celsus-Bibliothek befindet sich eine Freitreppe mit neun Stufen, die von Statuen gesäumt wird.

Eine weitere architektonische Besonderheit weist die Bibliothek im Innenraum auf. Obwohl die Fassade auf zwei Stockwerke schließen lässt, war der Innenraum dreistöckig. Die Buchrollen selbst wurden in Nischen gelagert und waren über Galerien erreichbar.

Die Bibliothek wurde bereits Anfang des 20. Jhd. Freigelegt. Zwischen 1970 und 1978 richtete der Architekt Friedmund Hueber zusammen mit dem Archäologen Volker Michael Strocka die Fassade auf, sodass die Ruinen heute wieder voll zu besichtigen sind.

Markttor

Das Markttor liegt seitlich der Celsus-Bibliothek und beschreibt den Eingang auf den als Agora bezeichneten Marktplatz. Das Tor ist äußerst gut erhalten und weist eine durch Säulen und Arkaden beschriebene Bauweise auf. Das Tor beinhaltet eine Inschrift auf, die dem römischen Imperator Augustus gewidmet ist.

Kuretenstraße

Die Kuretenstraße galt als eine der Hauptstraßen, die durch das antike Ephesos führten. Wahrscheinlich war die Straße zur damaligen Zeit als Embolus bekannt. Die mit Kalkstein- und Marmor gepflasterte Straße verläuft in einer Senke zwischen den Stadtbergen von Ephesos. Die Straße hebt sich deutlich von den weiteren Straßen der antiken Stadt ab. Sie wird nicht rechtwinklig geführt, was deutlich auf das hohe Alter der Straße zurückzuführen ist. Zusätzlich zeigt dieser Straßenverlauf, dass die Straße nicht während der hellenistischen oder römischen Besatzung erbaut wurde. Der östliche Abschnitt war von Hanghäusern und Säulenhallen gesäumt. Westlich liegen die Ruinen von öffentlichen Gebäuden und Grabmonumenten. Auch der Hadrianstempel und das Variusbad sind westlich der Straße angelegt.

Hanghäuser

Die Hanghäuser beschreiben antike Privathäuser, die in zwei Komplexe aufgeteilt sind. Wie der Name bereits vermuten lässt, wurden die Häuser in die Berghänge des Stadtbergs Bülbüldag eingelassen. Der besser erhaltene Komplex wird als Hanghaus 2 bezeichnet und beschreibt eine Fläche von 4000 Quadratkilometern. Im Norden grenzt dieser Komplex direkt an die Kuretenstraße. Diese Form der Wohnbebauung hat ihre Ursprünge in der römischen Kaiserzeit. Die Hanghäuser wurden durch ein Erdbeben im dritten Jahrhundert zu großen Teilen zerstört, konnten jedoch restauriert werden. Im Hanghaus 2 befinden sich Wandmalereien.

Gebäude an der Kuretenstraße

Die Kuretenstraße diente als Verbindungsstraße und wurde von zahlreichen Gebäuden gesäumt. Unter anderem befindet sich der Trajanbrunnen direkt an den Seitenrändern der Straße. Der als Fontäne gebaute Brunnen wurde von Tiberius Claudius Aristion und seiner Frau zwischen 102 und 114 nach Christi in Ehren von Artemis erbaut. Die ursprüngliche Höhe des Brunnens lag bei ungefähr 9,5 Metern. Eine zweistöckige Fassade umrundete den Brunnen auf drei Seiten, während die Mitte von einer Tiberus-Statue gekennzeichnet wurde, die von Wasser gespeist wurde.

Auch an den Rändern der Kuretenstraße war das Herkulestor sowie ein Denkmal gelegen, welches dem siegreichen Kriegsherrn Gaius Memmius gewidmet war, der im ersten Jhd. v. Chr. einen Angriff von Seeräubern erfolgreich abwehren konnte. Am Ende der Kuretenstraße befindet sich der Domitianplatz. Der Platz erhielt seinen Namen durch den Domitiantempel, der die Mitte des Platzes beschrieb. Der Tempel wurde dem Eroberer Domitian gewidmet. Die Bauzeit des Tempels lag zwischen den Jahren 81 - 96 n. Chr., dass der Tempel als eines der ersten Bauwerke galt, die dem Kaiserkult entstammten. Gegenüber des Domitiantempels befand sich der Pollio-Brunnen. Der Bogen des Brunnens wurde in den letzten Jahren restauriert. Unterhalb des Bogens lag ein Bassin, welches mit Marmor verkleidet und von Standbildern geschmückt war.

Obere Agora

Die obere Agora wurde während der hellenistischen Zeit gestaltet. Zur vollen Blüte gelangte sie während der Kaiserzeit. Das Zentrum der oberen Agora beschrieb ein Tempel, dem bislang jedoch kein weiterer Sinn zugeordnet werden kann. Ähnlich der unteren Agora sind auch in diesem Bereich drei Seiten durch Säulenhallen eingefasst. Eine dreischiffige Basilika mit einem Mittelschiff beschreibt die nördliche Seite der oberen Agora. Die Westseite der Basilika führte durch einen Unterbau direkt auf die Kuretenstraße. Die obere Agora war hauptsächlich den Staatsgeschäften und dem hiervon ausgehenden Staatskult vorbehalten. Dies erklärt auch, weshalb sich zahlreiche Regierungsgebäude hinter der Basilika befanden. Direkt von der Kuretenstraße aus führte eine Rampe zum Gebäude des Regierungsgremiums, welches als Prytaneion bezeichnet wurde.

Prytaneion

Das Prytaneion war das zentrale Kultgebäude der Stadtverwaltung von Ephesos. Franz Miltner entdeckte im Jahr 1955 die Ruinen des Gebäudes und konnte bereits ein Jahr später bekanntgeben, dass es sich um die Ruinen des Prytaneions handelte. Während der Identifizierung wurde deutlich, dass das Gebäude mehrere Bauphasen aufwies. Offenbar fand der erste Bau während der augusteischen Zeit statt. Ein Umbau oder auch eine Neuerrichtung fiel in die severische Zeit. Das Prytaneion wurde wahrscheinlich zum Ende des 4. Jhd. n. Christi zerstört. Das Gebäude erstreckte sich auf eine Fläche von beinahe eintausend Quadratkilometern.. Der Süden wurde von einer 26 x22 Meter großen Säulenhalle beschrieben, die gleichzeitig eine Vorhalle des Hauptraums darstellte. Auch das heilige Feuer der Hestia war in den Hallen des Prytaneions untergebracht. Zu den Funden rund um die Ruinen gehören diverse Inschriften sowie eine Kultstatur der Artemis Ephesia, wodurch die Bedeutung des Gebäudes im Nachhinein noch verstärkt wurde.

Magnesisches Tor

Das Magnesische Tor gilt als das Hauptstadttor, welches in die Stadtmauern von Ephesos eingelassen war. Laut geschichtlichen Überlieferungen mündeten die wichtigsten Straßen der Stadt an diesem Tor, wodurch die Bedeutung des Tors hervorgehoben wurde. Die Grundrisse des Magnesischen Tores erstrecken sich auf eine quadratische Fläche von 40 x 40 Metern. Das Tor selbst bestand aus zwei Türmen, an deren Rückseite sich ein Hof anschloss. Das Tor besaß drei Eingänge, wobei der mittlere sowie der südliche Eingang ausschließlich für den Wagenverkehr geöffnet waren. Fußgänger konnten den nördlichen Durchgang des Tores durchschreiten.

Ostgymnasion

Vom Magnesischen Tor aus gelangten die Bewohner von Ephesos zur Ostgymnasion. Die Ruine der im 1. und 2. Jahrhundert nach Christi errichteten Sportstätte liegt nördlich des Stadttors. Bei Ausgrabungen wurden zahlreiche Statuen gefunden, die Frauen und Mädchen darstellen. Daher wird vermutet, dass das Ostgymnasion hauptsächlich Frauen zur sportlichen Betätigung vorbehalten war. Der Beiname "Mädchengymnasion" entstammt diesen Funden. Auch diese Sportstätte war mit Bädern verbunden.

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